07.06.2016
FLUG REVUE

Wegen TriebwerksproblemenQatar Airways storniert Bestellung der ersten A320neo

Das Verhältnis zwischen der Golfairline und Airbus spitzt sich weiter zu: Qatar Airways hat wegen Verzögerungen aufgrund von Triebwerksproblemen offenbar die Übernahme der ersten bestellten A320neo abgesagt.

PW1100G-JM an A320neo 2014

Der Getriebefan PW1100G-JM wurde im Dezember 2014 von der FAA zugelassen (Foto: Airbus/Goussé).  

 

Qatar-Chef Akbar Al Baker hat genug: am Freitag gab er bekannt, dass seine Fluggesellschaft aufgrund der monatelangen Verzögerungen bei der Auslieferung des ersten Airbus A320neo von einer Stornierungsklausel Gebrauch machen werde. Zudem wolle die Airline bald Gespräche mit CFM International beginnen, um auf die andere Triebwerksoption, das LEAP-1A, zu wechseln.

Hintergrund sind die Kinderkrankheiten des Getriebefans PW1100G-JM des amerikanischen Triebwerksherstellers Pratt & Whitney. Anfänglich sorgten zahlreiche Fehlermeldung der Triebwerkssoftware (FADEC, Full Authority Digital Engine Control) für eine hohe Arbeitsbelastung im Cockpit. Zudem gibt es Probleme bei der Kühlung: werden die Triebwerke nach einem Flug ausgeschaltet, verzieht sich die Welle, weil die noch heiße Luft im Inneren nach oben steigt. Werden sie dann wieder angelassen, könnten die Schaufeln des Hochdruckverdichters am Gehäuse streifen und damit den Verschleiß erhöhen. Deshalb hat Pratt & Whitney eine sehr konservative Anlasszeit zwischen zwischen zwei und vier Minuten pro Triebwerk empfohlen - zu lang für einen Kurz- und Mittelstreckenflieger wie die A320neo.

Mittlerweile hat Pratt & Whitney nachgebessert: Software-Updates sorgen zum einen dafür, dass die Zahl der Fehlermeldungen deutlich reduziert wird und dass die Triebwerke nach dem Wiederanlassen eine bestimmte Zeit lang im Leerlauf betrieben werden, um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen. Zudem gibt es auch Veränderungen an der Hardware. Dämpfer sorgen dafür, dass sich die Welle nicht verbiegt und einige Schaufeln im Verdichter erhalten eine Beschichtung, um eine vorzeitige Abnutzung zu verhindern. "Wir haben die wenigen Kinderkrankheiten gelöst. Triebwerke aus der Serienproduktion, die momentan an Airbus geliefert werden, enthalten bereits Hard- und Software-Verbesserungen", so Pratt & Whitney in einer Stellungnahme auf der Unternehmenswebsite.

Bislang wurden sieben A320neo ausgeliefert: zwei an Lufthansa, vier an die indische Billig-Airline IndiGo und zuletzt eine an die ebenfalls indische Niedrigpreis-Fluggesellschaft GoAir.



Weitere interessante Inhalte
Übersicht UPDATE: Bestellungen bei der International Paris Air Show 2017

22.06.2017 - Welche Airline hat bei der diesjährigen Air Show in Paris bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt? Sehen Sie in unserer aktuellen Auflistung die neuen Aufträge der Flugzeughersteller. … weiter

UPDATE Überflugverbote und eingestellte Linien Arabischer Streit behindert Luftverkehr nach Katar

06.06.2017 - Der Luftverkehr in das Emirat Katar wird empfindlich behindert, seitdem mehrere arabische Staaten ihre Flugverbindungen nach Doha eingestellt haben und Flugzeuge aus Katar nicht mehr passieren lassen. … weiter

Lichtingenieure machen Jets besser sichtbar Spanier erleuchten Airbus

02.06.2017 - Im spanischen Getafe sorgt ein zentrales Airbus-Entwicklungsbüro für die optimale Außenbeleuchtung aller Airbus-Luftfahrzeuge. Bis zu 41 Außenlichter sorgen an jedem Flugzeug für die bessere … weiter

Absichtserklärung unterzeichnet Airbus will noch enger mit China zusammenarbeiten

01.06.2017 - Chinesische Zulieferer sollen künftig noch enger in die Airbus-Teileversorgung eingebunden werden. Dies ist nur ein Aspekt der heute in Berlin unterzeichneten Absichtserklärung zu Vertiefung der … weiter

Pratt & Whitney Getriebefans für E-Jet E2 und MRJ zugelassen

01.06.2017 - Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat die Getriebefan-Triebwerke PW1900G und PW1200G für die neuen Regionaljets von Embraer und Mitsubishi zertifiziert. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App