01.04.2014
FLUG REVUE

4:0 für BrasilienRückblick: Die erste Embraer E195 geht in Dienst

Die E195 ist mit einer Kapazität von bis zu 122 Passagieren das bisher größte brasilianische Flugzeug. Als letztes von vier Mitgliedern der Embraer-170-Familie ging sie 2006 in Dienst. Die FLUG REVUE war bei der Übergabe in Brasilien dabei und berichtete.

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Übergabe der ersten Embraer E195 an Flybe in Sao José dos Campos. Foto und Copyright: Patrick Hoeveler  

 

Die Mannschaft ist komplett: Mit der ersten Auslieferung der Embraer E195 an Flybe am 1. September 2006 in Sao José dos Campos befinden sind nun alle Mitglieder der E-Jet-Familie in Dienst. Die im Vergleich zur Embraer E190 um 2,41 Meter verlängerte 195 war am 7. Dezember 2004 zu ihrem Erstflug gestartet und erhielt ihre brasilianische Zulassung am 30. Juni 2006. Mit ihrem größten jemals gebauten Flugzeug runden die Brasilianer die Produktpalette nach oben ab. Die E195 kann bis zu 122 Passagiere befördern. Flybe als selbst ernannter „regionaler Billigflieger“ wird das Muster in einer Einheitsklassenauslegung für 118 Fluggäste betreiben.

Quasi zum Probesitzen kamen zur Übergabefeier dann auch 118 Fußballspieler als Symbol für das „gute Team“ von Flybe und Embraer. Der Chef der britischen Fluglinie, Jim French, betrachtet sein neues Flugzeug als perfekten Mannschaftsspieler: „Die Embraer 195 wird sich perfekt mit unseren Q400-Turboprops mischen. Die Kombination ist ideal für unser Geschäftsmodell.“ Genau dieses hatten die Briten nämlich komplett umgestellt. Vom traditionellen Regionalcarrier als „British European Airways“ wandelten sie sich 2002 zum Billigflieger Flybe. Um die Kosten zu senken, sollen die bisher neben den Bombardier Q400 fliegenden BAe 146-200 und 146-300 bis zum Jahr 2008 außer Dienst gestellt werden.
Hier kommt die Embraer 195 ins Spiel, wie French sagt: „Sie hat die richtige Größe und bietet ein geringeres Risiko als ein 150- bis 180-Sitzer, bei dem man Sitze zum Spottpreis anbieten muss, um ihn zu füllen.“ Flybe hat 14 Exemplare bestellt, die über Ausrüstungs- (GECAS) und Finanzierungsleasing betrieben werden. Alle zwei Monate will man eine Maschine übernehmen. Die erste E-195 wird in Birmingham stationiert und ersetzt zusammen mit den nächsten zwei Jets zunächst drei geleaste Boeing 737-300.

Den Ausschlag für die Bestellungen hatten vor allem die Betriebskosten des Embraer-Jets gegeben, die laut Andrew Strong, leitender Geschäftsführer von Flybe, im Vergleich zur BAe 146 um ganze 25 Prozent niedriger liegen. Beim Treibstoff spart die E195 rund 20 Prozent. Allerdings sind ihre Landegebühren aufgrund der größeren Startmasse etwas höher. Die Gewinnzone erreicht die Airline ab einer Passagierauslastung von 65 Prozent. Insgesamt sollen die Embraers täglich zwischen acht und zehn Stunden fliegen. Erste Erfahrungen aus dem Linienbetrieb der etwas kleineren E190 haben zudem einen um drei Prozent niedrigeren Treibstoffverbrauch als vorher berechnet ergeben. Dies gilt gemäß Embraer-Angaben auch für die E195 und spart über 20 Jahre gesehen eine Summe von einer Million Dollar pro Flugzeug bei 3000 Flugstunden im Jahr und einem Kersoin-preis von zwei Dollar pro Gallone ein.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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