06.11.2015
FLUG REVUE

Boeing-Zulassung für die gesamte GUS entzogenRussisches Tauziehen um 737-Betriebsgenehmigung

Die gemeinsame Luftfahrtbehörde der GUS-Staaten, MAK, hat die Betriebsgenehmigung der Boeing 737 kurzfristig aufgehoben. Grund sind angebliche Sicherheitsmängel am Höhenruder. Dagegen widerspricht eine nur für Russland zuständige Luftfahrtbehörde dieser Einschätzung: Die 737 dürfe weiterhin fliegen.

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Boeing 737 von Transaero Airlines. Foto und Copyright: Transaero Airlines  

 

Das Interstate Aviation Committee IAC, auf russisch abgekürzt MAK, die gemeinsame Luftfahrtbehörde aller GUS-Staaten, gab den sehr ungewöhnlichen Widerruf der Musterzulassung für die Boeing 737 am Donnerstag bekannt. Dafür verantwortlich seien Sicherheitsbedenken hinsichtlich der Höhenruder-Hydraulik. Diese Bedenken seien das Ergebnis einer MAK-Absturzuntersuchung , nachdem 2013 eine Boeing 737-500 von Tatarstan am Flughafen Kazan verunglückt war.

Dagegen meldete die russische Nachrichtenagentur TASS am Freitag, die russische Luftfahrtbehörde widerspreche diesem Zulassungsentzug für alle GUS-Staaten. MAK als Behörde könne eine Betriebserlaubnis nicht einfach entziehen. Hierzu sei jeweils ein ausdrücklicher Regierungsbeschluss nötig, der aber hierzu nicht vorliege und auch nicht zu erwarten sei.

Nur nach dem Eingehen einer russischen Regierungsanweisung müssten die Airlines ihren Betrieb mit der Boeing 737 einstellen. Zudem seien die in Russland eingesetzten rund 200 Boeing 737 in Irland und auf den Bermudas registriert und fielen deshalb grundsätzlich nicht unter die Beschränkungen seitens des MAK. Ihr Weiterbetrieb sei von dem Zulassungsentzug nicht betroffen.

Westliche Kreise werten das jüngste Tauziehen um den Zulassungsentzug auch als innenpolitische Reaktion auf das jüngste Ende von Transaero Airlines, Russlands zweitgrößter Fluggesellschaft. Die Leiterin der mit großen Vollmachten ausgestatteten, gemeinsamen GUS-Luftfahrtbehörde MAK ist die renommierte russische Luftfahrtingenieurin Tatjana Anodina. Sie ist die Mutter des Gründers und früheren Hauptaktionärs von Transaero, des Mitglieds im Russischen Föderationsrat Alexander Pleschakow, und soll auch persönlich Anteile an dessen Fluggesellschaft besessen haben. Das Ende der zuletzt überschuldeten Transaero wurde durch den Entzug ihrer Betriebslizenz und verweigerte Bürgschaften seitens der russischen Regierung erzwungen, obwohl S7 Airlines sich noch als neuer Investor hatte beteiligen wollen.



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