21.04.2016
FLUG REVUE

Berichte aus Zuliefererkreisen verdichten sichSenkt Airbus die A380-Produktionsrate?

Der Flugzeughersteller Airbus will ab 2017 die Produktionsrate seines Flaggschiffs A380 senken. Darauf deuten Berichte aus Zuliefererkreisen hin, die Airbus bisher jedoch nicht bestätigt.

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Airbus könnte die Produktionsrate der A380 senken, um mit den heutigen Aufträgen die Dauer bis zu einem möglichen A380neo-Start zu überbrücken. Foto und Copyright: Airbus  

 

Airbus werde die A380-Produktionsrate ab dem Jahr 2017 von heute etwas über zwei Flugzeugen auf 1,7 Flugzeuge im Monat, also rund 20 Flugzeuge im Jahr, senken, meldeten britische und französische Nachrichtenagenturen am Donnerstag übereinstimmend unter Hinweis auf Branchenkreise. Airbus bestätigt diese Berichte bisher nicht.

Seit längerer Zeit wird bereits eine entsprechende Ankündigung erwartet, die es Airbus ermöglichen würde den Bau der heute bestellten Flugzeuge hinauszuzögern, bis der Hersteller eine verbesserte A380neo auf den Markt bringt. Aktuell sind 319 Flugzeuge bestellt und davon 186 ausgeliefert. Erwartet wird noch eine iranische Bestellung für zwölf Flugzeuge, allerdings hat Airbus mit Orders von zum Beispiel Virgin und Qantas auch noch alte Bestellungen in den Büchern, die möglicherweise nicht mehr in voller Stückzahl abgenommen werden.

Wichtigster A380-Kunde ist Emirates mit 142 festen Bestellungen. Die Airline aus Dubai hatte bereits starkes Interesse an einer mit neuen Triebwerken verbesserten A380neo angemeldet und mit einer Bestellung weiterer 200 Flugzeuge gelockt. Allerdings ist Airbus auf die Verfügbarkeit verbesserter oder neuer Triebwerke von Rolls Royce angewiesen, die erst deutlich nach 2020 serienreif werden. Zudem sieht sich der Hersteller mit seinen laufenden Entwicklungs- und Zulassungsprogrammen, wie A320neo-Familie, A330neo-Familie und A350-Familie, vorläufig ausgelastet.

Wie lange muss das heutige A380-Auftragspolster reichen?

Die erst seit kurzem profitable A380-Produktion wäre nach heutiger Planung bis Anfang der 2020er-Jahre ausgelastet. Die angebliche Verringerung der Produktionsrate würde eine noch längere Fertigungsdauer mit den vorliegenden Aufrägen ermöglichen, so dass Airbus dann nahtlos die A380neo daran anschließen könnte.

In Hamburg wird ein Teil der schon heute nicht voll ausgelasteten A380-Hallen künftig für eine weitere A320-Endmontagelinie verwendet. Airbus profitiert derzeit von einem starken Nachfrageschub für die neue A321neo, der bei Boeing kein entsprechend großes Konkurrenzmodell der 737 MAX gegenüber steht.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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