02.06.2017
FLUG REVUE

Lichtingenieure machen Jets besser sichtbarSpanier erleuchten Airbus

Im spanischen Getafe sorgt ein zentrales Airbus-Entwicklungsbüro für die optimale Außenbeleuchtung aller Airbus-Luftfahrzeuge. Bis zu 41 Außenlichter sorgen an jedem Flugzeug für die bessere Erkennbarkeit bei Nacht und schlechtem Wetter.

Airbus A320neo Beleuchtung

Bei einem Kältestest in Kanada lässt eine A320neo ihre Triebwerke an. Man erkennt die eingeschalteten, farbigen Positionslichter und die Lichter zum Anstrahlen der Triebwerke, um Eisansatz zu erkennen. Die grellen Rollscheinwerfer am Bugfahrwerk sind noch nicht eingeschaltet. Foto und Copyright: Airbus  

 

Das "Exterior Lights Team" in Getafe, kümmere sich um alle Lichter, die für das Sehen und gesehen Werden vital seien, meldete Airbus. Die Ingenieure sorgten für passende Vorgaben an die Lieferanten, um genau die benötigten Leuchtmittel für die unterschiedlichen Einsatzzwecke liefern zu können. Dazu gehöre auch die Betriebssicherheit unter allen Bedingungen, bei extremer Kälte, in großer Höhe, bei Hitze und unter tropischen Bedingungen, sowie bei den Vibrationen eines typischen Fluges. Außerdem muss eine elektrische Abschirmung bei Blitzeinschlägen sichergestellt sein. "Unsere Hauptarbeit ist es, Daten der neuesten Technologien zu sammeln und Designvorgaben für die Lieferanten zu erstellen, damit alle Erfordernisse der Betreiber erfüllt werden", sagte Amelia Martin, Head of Exterior Lights bei Airbus.

Die Lichter am Flugzeug kann man nach zwei Hauptzwecken unterscheiden: Lichter, die den Piloten bei der Orientierung und beim Fliegen helfen, und Lichter, die Andere beim Erkennen des Flugzeugs von außen unterstützen. Zur ersten Gruppe gehören Lande-, Roll- und Startscheinwerfer. Diese besonders hellen Lichter werden je nach Flugphase und bei schlechten Lichtverhältnissen eingeschaltet. Zum Abbiegen am Boden gibt es sogar "Kurvenlicht". Im Flug werden auch Lichter zum Erkennen von Eisansatz an den Triebwerken und an den Flügelvorderkanten genutzt. Neu sind Scheinwerfer, die von Außenkameras beobachtete Bereiche am Flugzeug auch bei Dunkelheit erhellen.

Am wichtigsten für die nächtliche Erkennbarkeit von außen sind die Positionslichter in rot (Backbord, links), grün (Steuerbord, rechts) und weiß (nach hinten). Mit diesen Lichtern kann der restliche Verkehr erkennen, wer ausweichen muss. Zusätzliche Kollisionswarnlichter verbessern die Erkennbarkeit. Bei Airbus typisch ist ein weißer Doppelblitz. Ein rotes Blinklicht warnt, bereits am Boden, vor dem Laufen der Triebwerke.

Als zusätzliche Marketingmaßnahme gibt es auch noch die sogenannten Logo-Lights. Sie lassen die Heckflosse mit dem Airline-Logo bei Nacht majetästisch erstrahlen und nutzen den Jet vor allem als Werbeträger. Sogar beim Parken werden Logo-Lights deshalb oft weiter benutzt. Mit allen Lichtern kommt ein Standardrumpfflugzeug der A320-Familie auf 23 Außenlichter. Die sehr viel größere Schwester A350 ist sogar mit 41 Außenlichtern ausgestattet.

Nach den früheren Glühlampen bestehen Flugzeuglichter heute oft aus Leuchtdioden. Diese sind langlebiger, verbrauchen weniger Energie und leuchten ohne Wärmeentwicklung. Als neueste Technik hat Airbus aber auch schon Leuchtfolien an Testflugzeugen untersucht. Diese können mittels schwacher Ströme bei Dunkelheit zum Leuchten gebracht werden und großflächig Logos oder Schriftzüge darstellen.

Im Militärbereich sind ähnliche Folien in Streifenform als Formationsflugbeleuchtung und zur Orientierung für die Luft- zu Luft-Betankung seit längerem üblich. Hier müssen die Außenlichter mit den immer weiter verbreiteten Nachtsichtbrillen abgestimmt werden, damit sie nicht blenden.



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