26.06.2015
Erschienen in: 05/ 2014 FLUG REVUE

Leiser, sauberer, sparsamerUmweltfreundliche Verkehrsflugzeuge

Nachdem neue Werkstoffe eine Revolution im Flugzeugbau auslösten, verfeinern die Ingenieure viele Details, um noch mehr Kerosin zu sparen.

Die erste Stufe ist geschafft: Mitte November meldete die NASA den Abschluss einer Serie von Windkanaltests im Ames-Forschungszentrum mit dem modifizierten Seitenleitwerk einer Boeing 757. Die bei der Firma Advanced Technologies in Newport News überholte und völlig umgebaute Gebraucht-Heckflosse stammte von einem Flugzeugfriedhof in der Wüste Arizonas. Sie verfügt nun über ein ganzes Raster von schwenkbaren Öffnungen, aus denen man gezielt Druckluft leiten kann, um die Strömung am Leitwerk zu beeinflussen. Diese „active flow control“ soll die aerodynamische Wirkung des Leitwerks so stark verbessern, dass man dessen Fläche bei künftigen Flugzeuggenerationen verkleinern kann. Das würde Gewicht, Triebwerksleistung, Treibstoff und Lärm sparen. Die vielversprechende neue „Öko“-Heckflosse soll nun auch in einer echten Boeing 757 eingebaut und ab 2015 als „757 ecoDemonstrator“ im Flug getestet werden. Das entsprechende Flugzeug, eine gebrauchte Boeing 757 von TUI, hat Boeing bereits zum Umbau übernommen.

„Die Testergebnisse der Windkanaltests sind sehr vielversprechend, und gemeinsam mit der kommenden Flugtestkampagne werden sie sich auf die zukünftige Konstruktion ‚grüner‘ Flugzeuge auswirken“, sagt NASAProjektleiter Fay Collier. Mit der Testreihe „ecoDemonstrator“ will Boeing den Einsatz neuer Technologien, Materialien und Methoden im Flugzeugbau beschleunigen, um neueste Erkenntnisse der Wissenschaft schneller in die Praxis zu übernehmen. Selbst nach dem Ende der Flugtests wird der Jet noch dem wissenschaftlichen Fortschritt dienen: Boeing will mit seiner Hilfe das umweltgerechte Zerlegen und Wiederverwerten von Teilen erproben.

Schon 2012 hatte Boeing eine fabrikneue Boeing 737-800, die dem Hersteller leihweise von American Airlines überlassen worden war, als „ecoDemonstrator“ eingesetzt. Dieses Flugzeug war, nur für die Testflüge, mit einer adaptiven Flügelhinterkante, einer verstellbaren Düsenaustrittsöffnung, einer aktiven Vibrationsdämpfung der Triebwerke, einer Brennstoffzelle für die Stromerzeugung und mit einer neuen Software für die Flugwegoptimierung ausgestattet worden. Mittlerweile ist dieses Flugzeug wieder auf den Serienzustand zurückgerüstet und ausgeliefert worden, während die gewonnenen Daten ausgewertet werden.

Natürlich werden neue Technologien im Flugzeugbau auch in Europa untersucht. Airbus
will zum Beispiel 2015 den Test-Airbus ATRA des DLR mit einer 90-kW-Brennstoffzelle bestücken, um damit gleich alle Nichtantriebssysteme an Bord zu versorgen, darunter Lichter, Bordunterhaltungssysteme, Avionik und Hydraulik. Ein elektrisches Rollen mit dieser A320 hatte das DLR schon 2011 erfolgreich demonstriert.


WEITER ZU SEITE 2: In der optimierten Flugführung liegt noch großes Sparpotenzial

1 | 2 | 3 |     


Weitere interessante Inhalte
Entwicklung von Airbus und Lufthansa Technik Haifischhaut für geringeren Strömungswiderstand

09.06.2017 - Airbus und Lufthansa Technik haben im TechCenter des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) in Hamburg ein System entwickelt, das Tragflächen mit einer Haifischhaut-Struktur beschichtet. … weiter

Größter Boeing-Betreiber Southwest übernimmt ihre 737. Boeing 737

08.06.2017 - Bei einer festlichen Übergabe im Boeing-Auslieferungszentrum in Seattle erhielt Southwest Airlines vergangenen Donnerstag ihre bereits 737. 737. … weiter

Emissionstests von Lufthansa Weniger Feinstaub durch Biokerosin

08.06.2017 - Lufthansa hat in Zusammenarbeit mit Lufthansa Technik und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen noch nicht zugelassenen vollsynthetischen Biotreibstoff untersucht und dabei … weiter

CL3710 Avianca bestellt Recaro-Sitze für die Langstrecke

02.06.2017 - Der Hersteller aus Schwäbisch Hall erhält erstmals einen Auftrag einer südamerikanischen Fluggesellschaft für den Economy-Langstreckensitz CL3710. … weiter

Absichtserklärung unterzeichnet Airbus will noch enger mit China zusammenarbeiten

01.06.2017 - Chinesische Zulieferer sollen künftig noch enger in die Airbus-Teileversorgung eingebunden werden. Dies ist nur ein Aspekt der heute in Berlin unterzeichneten Absichtserklärung zu Vertiefung der … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 07/2017

FLUG REVUE
07/2017
12.06.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


COMAC C919 fliegt
Rafale wird weiter modernisiert
Das Cockpit der Zukunft
Griechenland mustert RF-4E Phantom II aus
Air Seychelles fliegt ab Düsseldorf
Patrouille de France auf großer US-Tour

aerokurier iPad-App