07.03.2012
FLUG REVUE

X4 und AW169: Beihilfen von der EU-Kommission genehmigt

Die europäische Kommission hat Frankreich und Italien gestattet, Eurocopter beziehungsweise AgustaWestland Forschungs- und Entwicklungsbeihilfen für die Entwicklung neuer innovativer Modelle mit mittlerer Tonnage zu gewähren.

X4 Artist 2012

Eurocopter bekommt für die Entwickung des X4 Beihilfen aus Frankreich (Zeichnung: Eurocopter).  

 

Eurocopter soll für sein Projekt X4 einen rückzahlbaren Vorschuss von 143 Mio. EUR erhalten, der rund 30 % der gesamten förderfähigen Kosten von 470 Mio. EUR abdeckt. Die unterstützten Tätigkeiten betreffen die industrielle Forschung (14,5 %) und die experimentelle Entwicklung (85,5 %). Der Vorschuss ist vollständig zurückzuzahlen, wenn ein vorab festgelegtes Absatzziel erreicht wird. Für jede darüber hinausgehende Lieferung ist dann eine Erfolgsbeteiligung an den Mitgliedstaat zu zahlen.

Agusta Westland soll für die AW169 ein zinsloses Darlehen von 272 Mio. EUR erhalten, das über einem Zeitraum von 19 Jahren läuft. Das Beihilfeelement dieses Darlehens, das nach der Methode zur Festsetzung der Referenz- und Abzinsungssätze  berechnet wurde, beläuft sich auf rund 94 Mio. EUR und entspricht damit weniger als 30 % der beihilfefähigen Kosten von 340 Mio. EUR. Die unterstützten Tätigkeiten betreffen die industrielle Forschung (40 %) und die experimentelle Entwicklung (60 %).

In der italienischen Beihilfesache hat die Kommission außerdem die Tatsache berücksichtigt, dass ein Teil des Vorhabens AW169 in Regionen (Kampanien, Latium und Apulien) durchgeführt wird, die im Vergleich zum EU-Durchschnitt ein Entwicklungsdefizit aufweisen.

Aus Sicht der europäischen Kommission werden in beiden Fällen angesichts des Umfangs der Vorhaben die Eigenfinanzierungskapazitäten der Unternehmen hinsichtlich Investitionen und Risiken überschritten, da die Märkte derzeit zögern, riskante Projekte zu finanzieren, die erst auf sehr lange Sicht Rentabilität versprechen. Die französischen und italienischen Beihilfen beseitigen daher ein echtes Marktversagen.

Darüber hinaus sind die Beihilfen für die beiden Unternehmen auf das für die Verwirklichung der Forschungs- und Entwicklungsvorhaben unbedingt erforderliche Maß beschränkt und erfüllen somit das Kriterium der Verhältnismäßigkeit, erklärte die EU Kommission. Die Beihilfen verringern auch nicht den Anreiz für die Wettbewerber, in diesen Sektor zu investieren, der sich durch eine hohe technische Innovationsfähigkeit und erhebliche Wachstumsaussichten auszeichnet. Sie drohen folglich nicht, den Wettbewerb zu verzerren.

Der für Wettbewerbspolitik zuständige Vizepräsident der Kommission, Joaquín Almunia, erklärte: „Die beiden neuen Hubschraubermodelle werden die Flugsicherheit spürbar verbessern und die Umweltbelastung verringern. Sie werden außerdem das europäische Know-how im Bereich der Spitzentechnologien erweitern. Die öffentliche Unterstützung für diese beiden äußerst innovativen Vorhaben ist vollauf gerechtfertigt."



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