14.10.2013
FLUG REVUE

Verstärkung für die TestflotteZweiter Airbus A350 startet zum Jungfernflug

Am Montag ist der zweite von insgesamt fünf A350-Prototypen mit sechs Mann Besatzung zum Erstflug gestartet. Der Prototyp mit der Nummer MSN3 landete nach rund fünf Stunden wieder wohlbehalten in Toulouse.

Die zweite fliegende A350 trägt die Airbus-Nummer MSN3 und die Registrierung F-WZGG. Sie startete am Montag Vormittag als Flug "AIB1GG" in Toulouse-Blagnac. Um 10.20 Uhr zog das Flugzeug, laut der Webseite "Flightradar 24", südlich von Toulouse und nördlich des Pyrenäen-Hauptkamms, seine gleichmäßigen Bahnen in Ost-West-Richtung. Bisher ist MSN3 auf den vorderen Rumpfseiten noch nicht mit "A350 XWB"-Schriftzügen lackiert worden. Außerdem schien das Flugzeug, anders als MSN1 beim Erstflug, nicht mit einer Fallschirm-Notabprungsluke in der vorderen Frachtraumtür ausgestattet worden zu sein.

Am 3. Oktober war dieses Flugzeug von der Airbus-Produktionsabteilung an die Flugtestabteilung übergeben worden. Seitdem hatte es Triebwerksläufe, Rolltests und Startabbruchtests durchgeführt. MSN3 ist mit ihrer schweren Flugtestinstrumentierung und einer reinen Testkabine ein Schwesterflugzeug von MSN1, die am Montag Vormittag bei ihrem 72. Flug im Testbetrieb westlich von La Rochelle unterwegs war.

Gegen 11.00 Uhr schien MSN3 Kurs auf das Testgebiet von MSN1 über der französischen Atlantikküste zu nehmen. Möglicherweise plant Airbus ein "Gruppenfoto" beider fliegender A350.

Die ersten beiden Flugzeuge werden von Airbus für alle elementaren Flugtests eingesetzt. Das dritte Flugzeug, MSN2, erhält dann erstmals eine Kabineneinrichtung für technische Tests, während die Flugzeuge vier und fünf weitgehehend der Airline-Ausführung entsprechen, um genaue Leistungs- und Zulassungstests absolvieren zu können und weltweite Kundenbesuche und Streckenflugtests durchzuführen. MSN2 hat bereits die Endmontage- und Ausstattungshallen verlassen. Dort, auf der sogenannten Station 30, wird derzeit die schon endmontierte MSN4 ausgerüstet.

Airbus veranschlagt die gesamte Test- und Zulassungsdauer der A350 mit 2500 Flugstunden. Rund 330 Flugstunden davon hat der erste Prototyp alleine bereits geschafft. Laut Airbus sind bisher alle Klappen- und Vorflügelstellungen erprobt und festgeschrieben worden. Außerdem seien die Belastungen, das Verhalten der Struktur, die Handlingeigenschaften und der Betrieb der Bordsysteme im gesamten normalen Betriebsbereich vermessen worden. Laut aktuellen Angaben von EADS-Chef Tom Enders soll die erste A350 nun "Ende 2014" übergeben werden, bisher war allgemeiner von der "zweiten Jahreshälfte 2014" die Rede. Das erste Kundenflugzeug erhält Qatar Airways. 37 Kunden haben bisher 725 Flugzeuge fest bestellt.

UPDATE:

Airbus meldete am Nachmittag, die zweite A350 sei gegen 14.30 Uhr nach rund fünfstündigem, erfolgreichen Flug wieder in Toulouse gelandet. Am Steuer hätten die Testpiloten Frank Chapman und Thierry Bourges gesessen. Außerdem sei der "Test Flight Engineer" Gérard Maisonneuve im Cockpit mitgeflogen, er betreut den Prototyp MSN3 während dessen gesamter Erprobung. In der Kabine saßen dagegen die bei Airbus abweichend "Flight Test Engineers" genannten Flugversuchsingenieure Tuan Do, Robert Lignée und Stéphane Vaux, die den Flugverlauf und die eigentlichen Tests überwacht hätten.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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