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Der erste Mensch auf dem Mond

Neil Armstrong - Seine Spur bleibt

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In den Geschichtsbüchern wird sein Name für immer stehen. Neil Armstrong, der als erster Mensch den Mond betrat, gilt nicht nur in den USA als ein Held. Er selbst sah sich jedoch anders, fühlte sich bescheiden nur der Sache verpflichtet, an der Eroberung des Weltraums mitzuarbeiten.

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Der Satz ging um die Welt. „That´s one small step for a man, one giant leap for mankind“ („Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein Riesenschritt für die Menschheit“). Als Neil Armstrong mit diesen Worten am 21. Juli 1969 genau um 2:56:20 Uhr UTC als erster seinen Fuß auf den Mond setzte verfolgten Milliarden Menschen weltweit an ihren Fernsehgeräten gespannt die verwaschenen Bilder, die aus 400 000 Kilometern Entfernung vom Mond zur Erde gefunkt wurden. In Deutschland war es kurz vor vier Uhr morgens, in den USA noch die Abendstunden des 20. Juli. Wenige Stunden zuvor hatte er wieder einmal seine kühle Professionalität unter Beweis gestellt, als die Mondlandefähre Eagle auf felsigem Gelände zu landen drohte, er in letzter Minute von der automatischen auf die Handsteuerung umschaltete und das Gefährt praktisch mit dem letzten Tropfen Treibstoff auf ebenem Gelände aufsetzte. Seine Fähigkeit, auch in kritischen Situationen stets die Nerven zu behalten und seine Begeisterung für die Luftfahrt und den Kosmos waren es, die ihn letztendlich zum ersten Menschen auf dem Mond machten.

Am 5. August 1930 wird er als Sohn eines Farmers unweit von Wapakoneta, einem 8000-Einwohner-Nest im US-Bundesstaat Ohio, geboren. Früh entdeckt er seine Leidenschaft für Flugzeuge, bewundert die Agrarflieger, die die großen Felder überfliegen. Mit sechs Jahren darf er zum ersten Mal in einem kleinen Flugzeug mitfliegen, mit 16 macht er seinen Flugschein. Drei Jahre später wird er zum Marineflieger, erhält eine Ausbildung als Kampfpilot. Im Jahr darauf fliegt er Einsätze im Koreakrieg, muss sich einmal nach Beschuss mit dem Schleudersitz retten. Nach seiner Dienstzeit verlässt er die Navy und beendet ein Studium als Luftfahrtingenieur. Im Jahr 1955 geht er als (ziviler) Testpilot der NACA (später NASA) zur „High Speed Station“ auf der Edwards Air Force Base in der kalifornischen Mojave-Wüste.

NASA-Testpilot auf der Edwards Air Force Base

Hier sammelt er Erfahrungen auf vielen Flugzeugen. Unter anderem fliegt er die Bell X-1, mit der Chuck Yeager die Schallmauer durchbrach. Ein Highlight war für Armstrong die North American X-15. Mit dem Raketenflugzeug erreichte Joe Walker über 100 km Höhe und kratzte damit schon deutlich am Weltraum. Sieben Mal startet Neil Armstrong mit der X-15, erreicht 6419 km/h (Mach 5.74) und fliegt bis in eine Höhe von über 63 km.

Seine professionelle Coolness beweist Armstrong schon früh im Astronautenprogramm der NASA. Bei der Erprobung des Trainingsgeräts für die Mondlandefähre gerät der Apparat komplett außer Kontrolle. Armstrong schießt sich in letzter Sekunde mit dem Schleudersitz in Sicherheit. 1966 erlebt er eine weitere lebensgefährliche Situation als Kommandant der Gemini-8-Mission. Erstmals soll ein Raumschiff dabei an einen Zielsatelliten ankoppeln. Die Kopplung gelingt, doch kurz darauf beginnt das Gespann zu taumeln. Mit der manuellen Steuerung gelingt es Armstrong, die Lage zu stabilisieren und wieder abzukoppeln. Allerdings hat das Manöver viel Treibstoff verbraucht. So steht nicht mehr genug für das reguläre Abstiegsmanöver zur Verfügung. In einer Art Notabstieg landet Gemini 8 nicht wie vorgesehen im Atlantik, sondern muss im Pazifik niedergehen. Nicht zuletzt dieses Manöver dürfte Armstrong endgültig zur ersten Wahl als Kommandant der Mondlandemission Apollo 11 qualifiziert haben.

Nach der epochalen Mondlandung wird die Apollo-11-Besatzung auf der ganzen Welt geehrt. Mit seinen Kollegen Edwin „Buzz“ Aldrin und Michael Collins besucht Armstrong 20 Länder, darunter auch die Sowjetunion. In Deutschland machen sie in Bonn Station. Für Armstrong endet nach dem Mondflug seine Astronautenkarriere. Im Jahr 1971 nimmt er einen Ruf der Universität von Cincinnati als Dozent für Luft- und Raumfahrttechnik an und lehrt dort bis 1979. Danach arbeitet er unter anderem als Berater in der freien Wirtschaft. Seine enge Bindung zur NASA bleibt erhalten. Unter anderem beruft sie ihn zum Vizevorsitzenden der Untersuchungskommission zur Challenger-Katastrophe.

Nie hat sich Armstrong trotz aller Popularität in den Vordergrund gespielt. Dies war seine Sache nicht. Er verstand sich lediglich als ein Mensch, der immer bemüht ist, seinen Job optimal auszufüllen. Bis zu seinem Tod lag ihm die Erforschung des Kosmos am Herzen. Unermüdlich warb er für bemannte Marsmissionen. Auch im hohen Alter blieb er aktiv. Im Jahr 2010 kritisierte er noch Präsident Obamas Entscheidung, von weiteren Flügen zum Mond Abstand zu nehmen. Am 25. August 2012 starb Neil Armstrong im Alter von 82 Jahren an den Folgen einer Bypass-Operation. Seine Spuren, nicht nur auf dem Mond, werden bleiben.

Klassiker der Luftfahrt Ausgabe 08/2012

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