27.07.2015
Erschienen in: 07/ 2015 FLUG REVUE

Hohe AuftragslageAerospace-Industrie in Frankreich

Die französische Luft- und Raumfahrtindustrie ist stark wie seit langem nicht mehr. Eine gute Auftragslage sorgt für hohe Beschäftigungs- und Umsatzzahlen. Die Nachwuchsgewinnung bereitet den Verantwortlichen Kopfzerbrechen.

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Airbus und Boeing haben beide einen wahren Auftragsberg angehäuft, der in den nächsten Jahren erst einmal abgebaut werden muss. Selbst wenn keine neuen Aufträge für Flugzeuge akquiriert werden könnten, reichen die Bestellungen für eine Auslastung der Werke für fünf bis sechs Jahre. Die französische Luft- und Raumfahrtindustrie profitiert von den Erfolgen der beiden Weltmarktführer im Bereich der Verkehrsflugzeuge in besonderem Maße, nicht nur, weil im südwestfranzösischen Toulouse das größte Airbus-Werk beheimatet ist. Auch Dassault Aviation aus Saint-Cloud gehört mit seinen Produkten aus den Bereichen Militärluftfahrt und Business Aviation zu den Global Players der Industrie. Nicht zu vergessen sind Konzerne wie Safran oder Arianespace, die ebenfalls einen erheblichen Anteil an der Wertschöpfung der französischen Luft- und Raumfahrtindustrie haben.

Die Luft- und Raumfahrtunternehmen Frankreichs sind in dem Industrieverband GIFAS (Groupement des Industries Françaises Aéronautiques et Spatiales) organisiert. Dieser Verband ist vergleichbar mit dem deutschen BDLI (Bundesverband der Luft- und Raumfahrtindustrie) und Ausrichter der weltgrößten Luft- und Raumfahrtmesse, der Paris Air Show, die alle zwei Jahre auf dem Flughafen von Le Bourget statt­findet.

Für die französische Regierung ist die Luft- und Raumfahrtindustrie seit langem eine Schlüsselindustrie. Dies wird nicht nur gesagt, sondern drückt sich auch in entsprechenden Förderungen seitens des Staates aus. Allerdings sieht der französische Staat die Zukunft des Sektors nicht mehr allein in nationalen Projekten, sondern ganz explizit eingebettet in europäische und globale Programme und Partnerschaften. Die Luft- und Raumfahrtindustrie ist der Sektor, der in absoluten Zahlen den größten Exportanteil hat und so maßgeblich zur Außenhandelsbilanz Frankreichs beisteuert.

2014 erwirtschafteten die 348 Mitgliedsunternehmen der GIFAS einen Gesamtumsatz von 50,7 Milliarden Euro, das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Der Exportanteil lag 2014 bei 33,1 Prozent des Wertes. Im Vergleich dazu: Die Mitgliedsunternehmen des BDLI kamen 2014 auf einen Umsatz von 32,1 Milliarden Euro.

Der Gesamtwert der aufgelaufenen und noch nicht abgearbeiteten Aufträge der französischen Aerospace-Industrie stieg 2014 auf 70,3 Milliarden Euro und damit auf einen Rekordwert. Marwan Lahoud, der Präsident der GIFAS, ist zuversichtlich, dass die Zuliefererkette den erwarteten Produktionshochlauf bewältigen kann. Ab 2017 will Airbus allein 50 Flugzeuge der A320-Familie pro Monat ausliefern. Heute sind es 42.


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Volker K. Thomalla


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