24.10.2012
aero.de

Airbus eröffnet A350 XWB-Endmontagelinie in ToulouseAirbus: A350 XWB-Endmontagelinie in Toulouse eröffnet

Airbus eröffnete gestern am 23.10. offiziell die Endmontagelinie für sein neues Langstreckenflugzeug A350 XWB im südfranzösischen Toulouse.

Die erste A350-900 soll Mitte nächsten Jahres von der Flightline des Werks zu ihrem Erstflug starten. Airbus will in der zweiten Jahreshälfte 2014 das erste Flugzeug ausliefern. Das Programm konkurriert mit den drei Ausbaustufen A350-800, A350-900 und A350-1000 mit den Boeing-Serien 787 und 777.

Die A350 XWB-Endmontagehalle ist so groß wie 300 Tennisfelder und trägt den Namen des Airbus-Gründervaters Roger Béteille, der unter anderem mit der Entwicklung der Fly-by-Wire-Technologie die Geschichte des europäischen Flugzeugbauers prägte.

Airbus konzentriert sich zum Produktionsstart der A350 XWB  auf die A350-900, die auf 314 Sitze optimiert wurde. Die A350-800 (270 Sitze) und A350-1000 (350 Sitze) folgen in den Jahren 2016 und 2017.

Das Marktsegment der A350 XWB verspricht die höchsten Gewinnmargen für die Hersteller. Neben dem Brot-und-Butter-Flieger A320 gilt die A350 XWB daher als das wichtigste Airbus-Programm. Der Weg zum neuen Flugzeug nahm wegen zahlreicher Änderungen am Konzept allerdings deutlich mehr Zeit in Anspruch als bei Projektstart im Jahr 2004 geplant.

Airbus ging das Programm zunächst als Weiterentwicklung der A330 an. Die ersten A350 sollten schon 2011 ausgeliefert werden. Als sich die Kunden mit Aufträgen zurückhielten, nahm Airbus von dieser Strategie aber Abstand und gab im Dezember 2006 bekannt, mit der A350 XWB (Extra Wide Body) ein technologisch völlig neues Flugzeug zu entwickeln.

Änderungen am Design und die Entwicklung eines von den Kunden geforderten, stärkeren Rolls-Royce-Triebwerks für das Topmodell A350-1000 zogen zwar weitere Korrekturen am Zeitplan und Abbestellungen nach sich. Dennoch verkauft sich die A350 XWB gut. Airbus liegen inzwischen Vorbestellungen für 118 A350-800, 352 A350-900 und 88 A350-1000 vor.

Die Golfairlines Emirates und Qatar Airways gehören zu den größten Kunden des A350 XWB-Programms. Boeing dürfte der A350 XWB im nächsten Jahr eine Weiterentwicklung der 777 entgegensetzen.

Airbus will vier Jahre nach der Auslieferung des ersten Flugzeugs  monatlich zehn A350 XWB produzieren - ebensoviele wie Wettbewerber Boeing im Programm 787. Laut einem aktuellen Bericht der Agentur "Reuters" prüft Airbus, zusätzliche Lieferslots für die A350-1000 in den Jahren 2017 bis 2020 anzubieten, um den Verkauf des Flugzeugs anzukurbeln.

Airbus will die A350 XWB anfangs in Kleinserien optimieren und so schrittweise an die zugesagten Gewichte und Leistungsdaten heranführen, um weitere Verzögerungen auszuschließen.

Das Statiktestflugzeug, das ausschließlich für die Erprobung am Boden eingesetzt wird, ist bereits nahezu komplett: Der Rumpf, zwei Tragflächen und das Seitenleitwerk sind bereits verbunden. Das Flugzeug wird später in den Statiktesthangar im Werk in Toulouse verlegt und dort für die statischen Tests vorbereitet. Diese sollen im Frühjahr 2013 beginnen.

Die Montage der ersten flugfähigen A350 XWB (MSN1) kommt laut Airbus ebenfalls gut voran; der Rumpf sei bereits vollständig zusammengefügt. Tragflächen, Seiten- und Höhenleitwerk der MSN1 befinden sich in der Endmontagelinie und würden Anfang November mit dem Rumpf der A350 XWB verbunden.

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aero.de / Dennis Dahlenburg


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