23.08.2017
FLUG REVUE

NASAAuf der Suche nach dem nächsten X-Flugzeug

US-Luftfahrtunternehmen haben fünf Konzepte für neue Versuchsflugzeuge erarbeitet. Nun hat die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA die nächste Ausschreibungsrunde eingeläutet.

Aurora Flight Sciences D8 "Double Bubble"

Die D8 von Aurora Flight Sciences ist eines der fünf Konzepte, das als nächstes X-Flugzeug verwirklicht werden könnte. Foto und Copyright: NASA/Aurora Flight Sciences  

 

Im vergangenen Jahr vergab die NASA an vier Unternehmen fünf Aufträge: Innerhalb von sechs Monaten sollten sie Visionen für neue X-Flugzeuge definieren. Denn die NASA plant neben dem Überschalljet QueSST mindestens ein weiteres Unterschall-Versuchsflugzeug. Damit sollen Technologien erprobt werden, die bei künftigen Airlinern Treibstoffverbrauch, Schadstoffemissionen und Lärm verringern.

Dabei ging es nicht um reine Visionen, die NASA forderte auch Überlegungen zur Umsetzung: Es soll sich um ein bemanntes Fluggerät handeln, das mindestens zwei bis drei Stunden am Stück im transsonischen Geschwindigkeitsbereich fliegen kann, insgesamt soll es zwischen 500 und 1000 Stunden in der Luft sein. Der Erstflug eines solchen Fluggeräts könnte nach Angaben der NASA 2026 stattfinden, das Flugtestprogramm soll innerhalb von einem Jahr abgeschlossen werden.

Neben den Branchengrößen Boeing und Lockheed Martin hatten sich an dem Wettbewerb auch die beiden Newcomer Dzyne Technologies und Aurora Flight Sciences mit Entwürfen beteiligt. Vorgeschlagen wurden ein Passagierflugzeug mit einem Rumpf in Form einer Doppelhüllen-Ellipse (D8, Aurora Flight Sciences), zwei Blended Wing Bodies (BWB) (Boeing, Dzyne Technologies), ein Hybrid Wing Body (HWB) mit konventionellem Heck und T-förmigem Leitwerk (Lockheed Martin) sowie ein Flugzeug mit extrem gestreckten, abgestrebten Flügeln (Boeing). "Wie waren sehr glücklich mit den Ergebnissen. Der NASA wurden viele Informationen zur Verfügung gestellt, die uns dabei helfen, das weitere Vorgehen festzulegen", sagte Fay Collier, Associate Director for Flight Strategy bei der NASA.

Mitte August hat die NASA nun eine Angebotsanfrage an die Industrieunternehmen gestellt. Dabei gehe es darum, weitere  Informationen darüber zu erhalten, wie die fünf Konzepte so umgesetzt werden können, dass Risiken, die mit Kosten, Zeitplan und Technologien zusammenhängen, minimiert werden. Bis Mitte September können die Unternehmen ihr Angebot abgeben. Derzeit geht die NASA davon aus, dass die Umsetzung des ersten subsonischen X-Flugzeugs um 2020 beginnen könnte.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Kraftpakete der Raumfahrt Top 10: Die stärksten Raketen der Welt

06.02.2018 - Für die Aufnahme in den exklusiven Club der Kraftpakete ist die Startmasse der Rakete ausschlaggebend. … weiter

Neue US-Raumkapsel Fertigung der ersten bemannten Orion beginnt

02.02.2018 - Lockheed Martin hat die ersten zwei Komponenten der Orion-Kapsel zusammengeschweißt, die 2023 bemannt fliegen soll. … weiter

Forschung zu alternativen Treibstoffen DC-8 und A320 ATRA fliegen gemeinsam

12.01.2018 - Die US-Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) starten Mitte Januar eine Serie von Forschungsflügen über Deutschland. Im Fokus: der Einfluss von … weiter

Adaptive Flügel Vögel als Vorbild

10.01.2018 - Weniger Treibstoffverbrauch, weniger Lärm: Forscher arbeiten an Flügeln, die ihre Form verändern – ohne Klappen. Bis die Technologie in der kommerziellen Luftfahrt Einzug hält, wird es wohl noch eine … weiter

X-Modelle NASA-Luftfahrtforschung: X-Flugzeuge

30.12.2017 - Schneller, leiser, sparsamer: Mit einer Reihe von X-Flugzeugen will die NASA neuen Öko-Technologien zum Durchbruch verhelfen. Bei der Umsetzung könnten auch Branchenneulinge zum Zuge kommen. … weiter


FLUG REVUE 03/2018

FLUG REVUE
03/2018
05.02.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- A380 gerettet
- PC-24 zugelassen
- Wüstenparkplätze für alte Jets
- Navy-Teststaffel "Dust Devils"
- Hubschrauber-Triebwerke
- BER weiter verzögert