31.01.2013
FLUG REVUE

Boeings Dreamliner-Debakel trifft auch deutsche Zulieferer

Deutschlands Luftfahrtzulieferindustrie steht vor einer weiteren Konsolidierungswelle. Die Zahl der Unternehmen werde sich bis 2020 um 30 Prozent verringern, sagt eine Studie. Wichtigster Grund: Immer mehr Zulieferer kämen beim Tempo und der Komplexität der Aufgaben nicht mehr mit.

Boeing 787 Dreamliner Air to Air

Boeing 787 Dreamliner: Bisher fast 150 Batterien ausgetauscht! Foto und Copyright: Boeing  

 

Das Dreamliner-Debakel bei Boeing beschleunige nach einer Marktanalyse der Staufen AG, eines Beratungsunternehmens aus Köngen, den Konzentrationsprozess sogar noch. „Die Pannenserie mit schmorenden Batterien beim Dreamliner zeigt deutlich, wo die Schwächen der Luftfahrtbranche liegen“, sagt Dr. Jens Zimmermann, Vorstand der Staufen AG. „Neben den technischen Herausforderungen beim Bau neuer, Ressourcen schonender Flugzeuge stellt vor allem die Zusammenarbeit zwischen Herstellern und Zulieferern die Achillesferse beim Bau neuer Flugzeuge dar. Die Lieferanten übernehmen wie beim Dreamliner zunehmend Entwicklungsaufgaben, denen sie nicht gewachsen sind.“

Das habe Konsequenzen, denn die Hersteller stellten ihre Zulieferer stärker auf den Prüfstand. Neben technischem Know-how und der für die Produktenwicklung nötigen Kapitalstärke verlangten sie von den Lieferanten über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg eine lückenlose Professionalität. Marktanalysen zeigten, dass einzelne Unternehmen bereits hervorragend aufgestellt sind und weltweit Spitzenpositionen einnehmen. Die Mehrheit der 150 deutschen Zulieferer (Jahresumsatz rund 26 Milliarden Euro, knapp 100.000 Beschäftigte) erfüllten das neue Anforderungsprofil jedoch erst in Teilen und drohten so auf die Watchlist der Flugzeughersteller zu geraten.

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flugrevue.de/Matthias Gründer


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