30.05.2016
FLUG REVUE

Bitkom-Studie zur Zukunft der FertigungFlugzeugteile kommen künftig aus dem Drucker

Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom setzt sich der 3D-Druck in der Flugzeugproduktion bis 2030 durch. Die additive Fertigung könnte auch für Airlines zum Wettbewerbsvorteil werden.

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Die leuchtende Gitterstruktur könnte schon bald in einem Teil gedruckt werden. Grafik und Copyright: Airbus  

 

Im Vorfeld der ILA hat der Digitalverband Bitkom 102 Luftfahrt-Experten nach künftigen Fertigungsverfahren und Technologien in der Flugzeugproduktion befragt. Demnach wird vor allem dem 3D-Druck und der zunehmenden Vernetzung innerhalb der Fertigung eine bedeutende Rolle eingeräumt.

Jeder zweite Befragte (51 Prozent) ist überzeugt, dass sich der 3D-Druck im Flugzeugbau bis 2030 durchsetzt. „Der 3D-Druck kann die Flugzeugherstellung von Grund auf revolutionieren“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Mittels additiver Fertigung könnten hochkomplexe Formen schnell und kostengünstig hergestellt werden. Zudem verbessere man dadurch oft die Materialeigenschaften und spare Gewicht.

70 Prozent der Befragten sind zudem der Meinung, dass künftig der 3D-Druck von kleinen Ersatzteilen direkt am Flughafen verbreitet sein wird. Bislang müssen Fluggesellschaften Ersatzteile an den Flughäfen vorhalten oder bei Bedarf aufwändig beschaffen. „Die Herstellung von Ersatzteilen direkt am Flughafen wird die hohen Kosten für Lager und Logistik deutlich senken. 3D-Druck kann damit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil für Airlines werden“, so Rohleder.

Experten erwarten automatisierte Produktion

Auch dem Thema Industrie 4.0 messen die Befragten künftig eine wichtige Bedeutung zu. Zwei Drittel (64 Prozent) gehen davon aus, dass sich die Produktion in der Luftfahrt im Jahr 2030 mittels digitaler Technologien selbst organisiert und weitgehend automatisiert abläuft. Dann seien beispielsweise Maschinen mit Kunden und Lieferanten vernetzt und könnten selbstständig die erforderlichen Teile für den nächsten Produktionsschritt bestellen. 

Zudem erwarten nahezu alle Befragten (91 Prozent), dass digitale Simulationen von Prototypen im Jahr 2030 verbreitet sein werden. Dadurch können beispielsweise die Funktionsweise ganzer Flugzeuge oder einzelner Teile wie Turbinen virtuell getestet, mögliche Probleme erkannt und behoben werden – ohne dass Material- und Produktionskosten entstehen. „Digitale Technologien machen die Herstellung von Flugzeugen insgesamt effizienter und kostengünstiger“, so Rohleder. 

www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


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