14.06.2017
FLUG REVUE

Ostbayerische Technische Hochschule RegensburgForschung gegen Vogelschlag

An der OTH Regensburg arbeiten Wissenschaftler an einem Prototyp, mit dem Schäden an Flugzeugen durch Vogelschlag lokalisiert und klassifiziert werden können. Interessant ist das vor allem für Flugzeuge mit hohem Anteil an Verbundwerkstoffen.

BIRD-Projekt OTH Regensburg

Matthias Schlamp, der das Projekt BIRD leitet, zeigt den Versuchsaufbau. Foto und Copyright: OTH Regensburg  

 

Im Rahmen des Forschungsprojekts BIRD entwickeln Forscher der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg gemeinsam mit der Würzburger Firma iNDTact GmbH eine Technologie, mit deren Hilfe Schäden durch Vogelschlag besser erkannt und eingeordnet werden können. 

Bei kohlefaserverstärkten Kunststoffen sind Schäden durch Vogelschlag oder aufgewirbelte Teile auf der Start- und Landebahn nicht immer sichtbar. Das Structural-Health-Monitoring-System aus dem Labor der OTH Regensburg soll den Schaden nicht nur erkennen, sondern auch grundlegend klassifizieren. „Es ist ein Unterschied, ob die Faser bricht oder ob es sich um Delaminationen handelt, also ob sich die einzelnen Schichten voneinander lösen“, sagt der BIRD-Projektmanager Matthias Schlamp. Je nachdem müsse ein Bauteil vollständig ausgetauscht werden, nur repariert werden, oder aber es sei aufgrund sehr geringer Schädigung überhaupt keine Maßnahme nötig.

Um Vogelschläge zu simulieren, haben die Regensburger Forscher rund 100 ellipsenförmige Probekörper aus faserverstärkten Kunststoffen gefertigt. Diese nachgebildeten Tragflügelelemente werden mit fest definierten Fallgewichten von oben "beschossen". Das dadurch entstehende Schadensbild wird durch den BIRD-Prototyp ausgewertet. Er verfügt über einen Sensor, ein Digitalmikroskop und Ultraschall. Der Sensor, der von iNDTact kommt, ermittelt durch das beim Aufprall entstehende akustische Signal eine Frequenzkurve, die als Grundlage für die spätere Klassifizierung der Beschädigung dient.

Aus den im Labor simulierten Aufprallereignissen erstellt das Projekt-Team um Schlamp eine Referenzdatenbank, mit der reale Schäden abgeglichen werden können. Die Ergebnisse von BIRD sind nach Angaben der OTH Regensburg auch auf andere Schäden, beispielsweise durch Hagelkörner an Rotorblättern von Windkrafträdern, übertragbar. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit 190.000 Euro gefördert.  

Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
CFK-Flügelproduktion mit "aggressiver Rate" Northrop Grumman und Airbus forschen gemeinsam

18.10.2018 - Im Rahmen eines neues Kooperationsprogramms wollen Northrop Grumman und Airbus gemeinsam Flügel- und Strukturteile aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff entwickeln und bauen. … weiter

Größtes Flugzeug der Welt vor dem Erstflug Immer schnellere Rolltests bei Stratolaunch

15.10.2018 - Auf dem Mojave Air and Space Port hat das sechsstrahlige Trägerflugzeug Stratolaunch sein Rolltempo auf 130 km/h gesteigert. Damit tastet sich der Riese immer weiter an seinen Erstflug heran. … weiter

Erster Einsatz des Airbus A350-900 ULR Längster Linienflug der Welt landet in Newark

12.10.2018 - Ein Airbus A350-900 ULR von Singapore Airlines ist am Freitagmittag nach 17,5 Stunden Flugzeit in Newark gelandet. Der neue Zweistrahler kam nonstop aus Singapur. Er eröffnete damit den nun längsten … weiter

Ultralangstreckenflüge Top 10: Die längsten Nonstop-Linienflüge weltweit

12.10.2018 - Einige Interkontinentalflüge verbinden Metropolen, welche weit über 10000 km voneinander entfernt liegen. Welche Airline zurzeit den streckenmäßig längsten Nonstopflug anbietet und welche … weiter

Fraport gibt Anteile ab iCON kauft 30 Prozent des Flughafens Hannover

10.10.2018 - Die Eigentümerstruktur am Hannover Airport ist neu aufgestellt. Die iCON Flughafen GmbH hat die Anteile der Fraport AG Frankfurt Airport Services Worldwide an der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH … weiter


FLUG REVUE 11/2018

FLUG REVUE
11/2018
08.10.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Airbus A380 im Chartereinsatz: Ferienflüge statt Verschrottung
- Breitling-Team: Passagier im Kunstflug-Jet
- Cockpit-Innovationen: Smarte Avionik hilft Piloten
- Diamanten-Airline in Sibirien
- Satellitennavigation: Galileo für die ganze Welt