20.08.2012
FLUG REVUE

HALO: DLR stellt neues Forschungsflugzeug in Dienst

Die feierliche Übergabe von HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft) an die Wissenschaft erfolgte am 20. August 2012 im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Standort Oberpfaffenhofen durch Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung.

HALO stehend

Das Forschungsflugzeug HALO wurde im August 2012 offiziell beim DLR in Dienst gestellt (Foto: DLR).  

 

Betreiber von HALO ist die DLR-Forschungsflugabteilung. Das Institut für Physik der Atmosphäre des DLR gehört zu den Gründungsvätern des Projektes und ist einer der größten wissenschaftlichen Nutzer von HALO.

"Ich freue mich, dass wir mit HALO die Möglichkeiten der flugzeuggetragenen Forschung erweitern und damit einen wesentlichen Beitrag zum Verständnis unseres Planeten leisten können. Es geht darum, eine belastbare Datengrundlage zu schaffen, um damit einen wissenschaftlichen Beitrag für die Entscheidungen im Interesse des globalen Klima- und Umweltschutzes und der Erdsystemforschung zu leisten", so Prof. Dr. Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des DLR, anlässlich der Übergabe.

Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan sagte während der Flugzeugübergabe: "Mit HALO übergeben wir ein weltweit einzigartiges Forschungsflugzeug an die Wissenschaft. HALO ermöglicht es den beteiligten Forschern neue Daten über die Zusammensetzung der Atmosphäre zu sammeln. Damit leistet das Höhenflugzeug einen wichtigen Beitrag zur Klimaforschung in Deutschland."

Nach mehreren Jahren Bau, Umbau und Vorbereitung ist HALO jetzt bestens gerüstet. Die Kombination aus Reichweite, Gipfelhöhe, Zuladung und Modifikationsumfang machen das neue Forschungsflugzeug ideal für die zukünftige Atmosphärenforschung. HALO ermöglicht es den Wissenschaftlern ab sofort, einzigartige Messungen in der Atmosphäre durchzuführen und neue wertvolle Erkenntnisse daraus zu gewinnen, so das DLR.

HALO basiert auf einem Gulfstream G550 Business Jet. Aufgrund seiner besonders großen Reichweite kann das Flugzeug bis zu zehn Stunden in der Luft bleiben. Dadurch werden alle Regionen der Erdatmosphäre für die Forschung zugänglich.

Die maximale Flughöhe von 15.000 Meter ermöglicht zudem Messungen im Übergangsbereich zwischen der Troposphäre und Stratosphäre. Die Nutzlast beträgt rund drei Tonnen. Damit übertrifft HALO seinen Vorgänger um ein Vielfaches: Mit der Falcon 20E – das Forschungsflugzeug des DLR, das 2010 die Vulkanasche-Schicht über Europa vermessen hat – konnten die Wissenschaftler bei einer Reichweite von etwa vier Stunden bislang nur Höhen von maximal 12.700 Meter erreichen und nicht viel mehr als eine Tonne Nutzlast transportieren.

Die bisher von HALO absolvierten wissenschaftlichen Erprobungsmissionen haben die wissenschaftliche und technische Leistungsfähigkeit des neuen Forschungsflugzeuges nachgewiesen. Einem Einsatz in vollem Umfang steht nun nichts mehr im Weg. So startete HALO direkt nach seiner Übergabe an die Wissenschaft zu seinen ersten großen Messkampagnen:

Im Rahmen der Atmosphärenforschungsmissionen TACTS (Transport and Composition in the Upper Troposphere/ Lowermost Stratosphere) und ESMVal (Erdsystem-Modell-Validierung) nehmen die Wissenschaftler klimarelevante Spurenstoffe wie Stickoxide, Schwefeldioxid, Wasserdampf oder Salpetersäure unter die Lupe.

Bis 2015 sind mehr als zehn weitere wissenschaftliche Missionen geplant, die nur mit HALO umgesetzt werden können und vom DLR federgeführt oder als Partner unterstützt werden.

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KS


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