29.05.2017
FLUG REVUE

AirbusVerfahren zur Reparatur von Verbundwerkstoffen weiterentwickelt

Um Schäden an Verkehrsflugzeugen mit einem hohen Anteil an Verbundwerkstoffen reparieren zu können, hat Airbus neue Werkzeuge entwickelt und erreicht damit einen höheren Grad an Automatisierung.

Reparatur von Verbundwerkstoffen bei Airbus

Kohlefaser-Verbundwerkstoffe erfordern andere Reparaturverfahren als Metalle. Foto und Copyright: Airbus  

 

Moderne Airliner wie der Airbus A350 XWB bestehen zu mehr als 50 Prozent aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen. Das leichte und feste Material erfordert jedoch andere Reparaturverfahren als metallische Werkstoffe. Eine Airbus-Arbeitsgruppe, die sich aus Standorten in Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien rekrutierte, hat neue Werkzeuge dafür entworfen und den Reparaturprozess Ende 2016 an einem A350-900-Testflugzeug validiert, wie der europäische Flugzeughersteller kürzlich mitteilte.

Die Arbeitsgruppe habe eine tragbare, robotische Reparaturdüse entwickelt, die eine Mischung aus Wasser und Schleifmittel verwendet, um bis zu 500 Quadratzentimeter beschädigtes Material abzutragen. Der Ersatz-Verbundwerkstoff wird vor Ort - beispielsweise an einem Flughafen oder in einem Wartungszentrum - ausgehärtet. Dadurch kann auf die üblicherweise bei der Herstellung von Verbundwerkstoffen nötigen großen Autoklaven verzichtet werden.

Die Vorteile der Reparaturdüse lägen in der hohen Automatisierung, zudem nimmt sie den feinen Kohlefaserstaub auf. "Sie eignet sich für schwierige Stellen am Flugzeug, wo der Mechaniker beispielsweise über Kopf arbeiten müsste, und sie hat weiteres Entwicklungspotenzial", so Sebastian Hanser, der technische Projektleiter für Großreparaturen. Das Werkzeug hat nach Angaben von Airbus den Technologiereifegrad (Technology Readiness Level, TRL) 6 (auf einer Skala von 1 bis 9).

Neu ist zudem ein aufblasbarer Reinraum, der Umweltbedingungen wie in der Flugzeugproduktion herstellt. "Temperatur, Staubniveau und Luftfeuchtigkeit können reguliert werden, das ermöglicht uns, Arbeiten durchzuführen, die saubere und trockene Bedingungen erfordern", sagt Hanser.



Weitere interessante Inhalte
Airlines des Lufthansa-Konzerns Neue Ziele im Winterflugplan

10.10.2017 - Lufthansa stationiert erstmals seit 2001 wieder ein Langstreckenflugzeug in Berlin und auch Eurowings baut ihr Interkontinentalangebot weiter aus. … weiter

Neuer Langstreckenjet Airbus A350 XWB: Die aktuellen Nutzer

09.10.2017 - Mit der A350 hat Airbus einen hochmodernen Langstreckenjet entwickelt. Bereits knapp 850 Flugzeuge wurden an 45 Kunden verkauft. … weiter

Billigtochter von Air France Joon fliegt ab Dezember

26.09.2017 - Neue Konkurrenz aus Frankreich: Air France geht Ende des Jahres mit ihrer Billigmarke Joon an den Markt, zunächst mit Europaflügen, später auch mit Langstreckenverbindungen. … weiter

Airbus A350 XWB 3D-gedrucktes Titan-Bauteil für Serienflugzeuge

14.09.2017 - Airbus hat erstmals eine additiv gefertigte Halterung aus Titan in eine Serien-A350 eingebaut. … weiter

Airbus A350 statt Boeing 787 Vietnam Airlines setzt erstmals A350 ab Frankfurt ein

01.09.2017 - Ab Januar 2018 fliegt Vietnam Airlines ab Frankfurt mit dem Airbus A350 anstelle der Boeing 787. Die Fluggesellschaft wird Vietnam zehnmal wöchentlich nonstop bedienen. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 11/2017

FLUG REVUE
11/2017
09.10.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- US-Firma Boom: Nachfolger der Concorde?
- Verhandlungen: Das Ende von airberlin
- Swiss: C Series im Liniendienst
- RAF & USAF: „Red Air“ mit zivilen Jets
- X-37B: Geheimer Raumgleiter der USAF