31.07.2013
FLUG REVUE

Rolls-Royce bekommt Produktionsauftrag für das LiftSystem der F-35B

Der Hersteller des F135-Triebwerks der Lightning II, Pratt & Whitney, hat Rolls-Royce mit dem fünften Produktionslos für das LiftSystem beauftragt. Es ermöglicht der Lockheed Martin F-35B des US Marine Corps Kurzstarts und Senkrechtlandungen.

Das Produktionslos umfasst drei komplette LiftSystems von Rolls-Royce einschließlich Ersatzteilen und Produktunterstützung im Wert von 195,5 Millionen Dollar. Das LiftSystem besteht aus dem LiftFan und dem 3-Bearing Swivel Module (3BSM). Der hinter dem Cockpit der F-35B angeordnete LiftFan ist im Wesentlichen ein Bläser, der aus zwei gegenläufigen Blisk-Stufen besteht. Er ist über eine 1,83 Meter lange Welle mit dem F135-Triebwerk von Pratt & Whitney verbunden. Der LiftFan setzt die Leistung von bis zu 30000 PS der Welle in Schub um. Während des acht Sekunden dauernden Übergangs in den Schwebeflug greift eine Kupplung in die konstant drehende Welle und wird hydraulisch verriegelt. Dann leistet der Bläser 89 Kilonewton Schub, der nach unten gerichtet ist.

Die Luftzufuhr erfolgt über einen Luftschacht hinter dem Cockpit, der sich unter einer zu öffnenden Klappe verbirgt. Während des Andrehens des Fans werden die Lamellen der Auslassdüse auf der Rumpfunterseite geöffnet und die Einlaufleitschaufeln geschlossen, um die Belastung zu reduzieren. Der LiftFan liefert auch die Luftzufuhr für die zwei Rollsteuerdüsen in der Tragfläche der Lightning II. Beim 3-Bearing Swivel Module handelt es sich um ein aus drei Segmenten bestehendes System, mit dem die Schubdüse des F135 in nur 2,5 Sekunden um 95 Grad nach unten geschwenkt werden kann. Dabei ändert das dreiteilige System seinen Querschnitt, was große Anforderungen an die Dichtungen aus Silikon-Nitrid stellt.

Rolls-Royce hat bis dato 50 3-Bearing-Swivel-Module und 40 LiftFans für die F-35B ausgeliefert. Die Zahl der kompletten LiftSystems liegt bei 35. Das britische Unternehmen unterstützt das Personal des US Marine Corps vor Ort auf der Marine Corps Air Station Yuma in Arizona, aber auch bei den anstehenden Schiffsversuchen der F-35B. Die anfängliche Einsatzbereitschaft der STOVL-Variante (short take-off, vertical landing) der Lightning II wird für 2015 erwartet.

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www.flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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