08.01.2018
FLUG REVUE

Parallel arbeitende RoboterSchnellere Produktion von CFK-Flügeln

Mithilfe von synchronisierten Robotern lässt sich die Produktionszeit von Leichtbauflügeln potentiell halbieren, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeigt.

Produktion von CFK-Flügeln mit Robotern

Das DLR hat im Projekt EWiMA (Efficient Wing Cover Manufacturing) demonstriert, wie sich die Produktionszeit von CFK-Flügeln verringern lässt. Foto und Copyright: DLR  

 

Bislang ist die Herstellung von Tragflächen aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) noch recht aufwändig und zeitintensiv, weil nur ein Roboter Schicht für Schicht der Kohlenstofffasern übereinanderlegen kann. Im Drei-Schicht-Betrieb dauert das bis zu sieben Tage. DLR-Wissenschaftler am Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie in Stade haben Ende 2017 demonstriert, wie zwei parallel arbeitende Roboter kollisionsfrei die Produktionszeit deutlich reduzieren können.

In Zusammenarbeit mit Airbus/CTC, Fraunhofer IFAM und Fibretech Composites wurde erstmals ein Verfahren angewendet, bei dem zwei Robotereinheiten auf derselben Schiene mit überlappenden Arbeitsbereichen gleichzeitig Fasern auf ein Flügelschalenwerkzeug ablegten. "Das hat uns im ersten Anlauf eine Zeitersparnis von 38 Prozent eingebracht und ist noch weiter ausbaufähig", so Jan Stüve, Leiter der Abteilung Verbundprozesstechnologie am DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik.

Für die Versuche des Verbundprojekts EWiMa (Efficient Wing Cover Manufacturing) hatten die Forscher ein vollständiges Flügelschalenmodell mit einer Grundfläche von 15 Quadratmetern und einer Spannweite von acht Metern konzipiert, das alle Merkmale eines zukünftigen CFK-Flügels für Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge besitzt. Ein fertiger Flügel beseteht aus Ober- und Unterschale.

Nach der Faserablage muss ein CFK-Flügel noch in einem großen Autoklaven unter hohem Druck und großer Hitze ausgehärtet werden. Auch dafür habe man einen Weg gefunden, um die Produktionszeit weiter zu reduzieren: Das unter der Flügelschale liegende Formwerkzeug wurde beheizbar gemacht, anstatt die Flügelschale im Autoklaven lediglich von oben zu beheizen. Mit dieser Technik sei es möglich, die Flügelschale je nach Dicke sehr zielgerichtet aushärten zu lassen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
UE


Weitere interessante Inhalte
Angekündigter Großauftrag für bis zu 36 Vierstrahler Emirates rettet die A380

18.01.2018 - Mit einem angekündigten Auftrag für 20 Flugzeuge und Optionen für weitere 16 erteilte Emirates am Donnerstag den dringend benötigten Folgeauftrag für die A380. Damit dürfte deren Produktion gesichert … weiter

Flaggschiffe im Liniendienst Top 10: Die teuersten Passagierflugzeuge der Welt

17.01.2018 - Wie viel kostet ein Passagierflugzeug und welches ist am teuersten? Wir haben ein Ranking der Flugzeuge mit dem höchsten Listenpreis erstellt, wobei Airbus für 2018 um rund zwei Prozent zugelegt hat. … weiter

A320-Einheitsflotte Germania bereitet Abschied von Boeing 737 vor

16.01.2018 - Die deutsche Airline ersetzt ihre Boeing 737-700 durch Airbus-Zweistrahler. Schon in den kommenden Monaten sollen die ersten 737 ausgemustert werden. … weiter

Bestseller aus Europa Top 10: Die größten Kunden der A320-Familie von Airbus

16.01.2018 - Mit mehr als 14000 verkauften Flugzeugen ist die A320-Familie der größte Erfolg von Airbus. Welche Airlines haben die meisten Maschinen der A320-Familie bestellt? … weiter

Aufklärungsdrohne Frankreich verabschiedet Harfang

15.01.2018 - Die UAV-Staffel 1/33 "Belfort" hat 709 in Cognac-Châteaubernard das unbemannte Überwachungsflugzeug Harfang offiziell außer Dienst gestellt. … weiter


FLUG REVUE 02/2018

FLUG REVUE
02/2018
08.01.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Letzte F-16 aus Fort Worth
- Insolvenz NIKI
- Die Neuen von Cessna
- Sea Lion für die Marineflieger
- Sparwunder Open Rotor
- Passagierjets ohne Piloten?
- Raumstation im Marsorbit?