01.03.2016
FLUG REVUE

Greifarm-System des DLRAutonomer Hubschrauber für die Wartung

Forschern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist es gelungen, einen Greifarm in einen fliegenden Roboter zu integrieren. Solche Systeme könnten künftig Wartung und Inspektion von mobilen Robotern an gefährlichen Einsatzorten vereinfachen.

Fliegender Roboterarm des DLR

DLR-Forscher haben einen autonomen Hubschrauber mit einem Roboterarm ausgerüstet. Foto und Copyright: DLR  

 

Mobile Roboter kommen immer häufiger an gefährlichen und schwer erreichbaren Orten zum Einsatz. Doch wenn sie einmal gewartet werden müssen, führt bislang kein Weg am Mensch vorbei. Das könnte eine Erfindung des DLR bald ändern: Im Rahmen des EU-Projekts ARCAS (Aerial Robotics Cooperative Assembly System) haben Wissenschaftler des DLR-Instituts für Robotik und Mechatronik einen autonom fliegenden Kleinst-Hubschrauber mit einem industriellen Roboter-Greifarm mit sieben Freiheitsgraden ausgestattet.

Dieser fliegende Robotor könnte laut DLR an schwer zugänglichen und gefährlichen Stellen die menschliche Hand ersetzen. Denkbar sei die Wartung von Inspektionsrobotern auf Pipelines. Aber auch defekte Satelliten könnten repariert und neue Module auf der Internationalen Raumstation ISS installiert werden. Sogar beim Aufbau von Habitaten auf anderen Planeten könnte das System helfen.

Um die gewünschte Position zu erreichen, navigiert das System autonom mit GPS. Sobald es angekommen ist, wechselt es auf ein präzises Bildverarbeitungssystem, das auf mehreren eingebauten Kameras basiert. So kann der zu wartende Roboter genau geortet und der Greifarm präzise (momentan bis auf einen Zentimeter genau) platziert werden. Wenn der Greifarm den magnetischen Roboter gepackt hat, kann der Hubschrauber ihn autonom an eine sichere Stelle transportieren oder in der Zukunft auch über ihm schwebend direkt vor Ort reparieren. Der Greifarm kann Objekte mit einer Masse von bis zu acht Kilogramm heben. 

In jedem der sieben Gelenke des Arms sind zudem "Kraft-Momenten-Sensoren“ eingebaut. Sie sorgen dafür, dass der robotische Arm selbständig zurückgeht, wenn Gegenstände in der Umgebung ungewollt berührt werden. Die entwickelten Algorithmen verbinden die Steuerung des robotischen Greifarms mit der Steuerung des Hubschraubers, um den gegenseitigen Einfluss zu minimieren. Das sichert die Stabilität des Gesamtsystems und die hohe Präzision des Greifens.

Ein Video zeigt den "fliegenden Arm" des DLR.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/UE


Weitere interessante Inhalte
Airbus Helicopters Bundeswehr bestellt H145 für SAR-Dienst

13.12.2018 - Nach der Genehmigung durch den Haushaltsausschuss hat die Bundeswehr jetzt sieben H145 bei Airbus Helicopters bestellt, um die veralteten Such- und Rettungshubschrauber Bell UH-1D zu ersetzen. … weiter

Untersuchungsbericht Wartungsfehler führte zu Tiger-Absturz in Mali

12.12.2018 - Die Flugunfallermittler stellten fest, dass „die allein unmittelbare und direkte Ursache des Flugunfalls eine fehlerhafte Einstellung der Flugsteuerung“ durch Techniker von Airbus Helicopter war, so … weiter

Flugauto Pop.Up Next Audi, Airbus und Italdesign testen Flugtaxi-Konzept

05.12.2018 - Audi, Airbus und Italdesign zeigten Ende November auf der Drone Week in Amsterdam erstmals ein fahrendes und fliegendes 1:4-Modell des „Pop.Up Next“. Das neuartige Flugtaxi-Konzept kombiniert ein … weiter

ADAC Luftrettung Volocopter wird für Rettungsdienst geprüft

29.11.2018 - Als weltweit erste Luftrettungsorganisation prüft die ADAC Luftrettung den Einsatz von bemannten Multikoptern im Rettungsdienst. Bei dem Pilotprojekt werden Volocopter verwendet. … weiter

Vom Flugplatz Puschkin nach Kronstadt Mi-26 fliegt Su-27 ins Museum

28.11.2018 - Eine Mi-26 mit Piloten des westlichen Militärbezirks hat eine 15 Tonnen schwere Su-27-Zelle als Außenlast auf die Insel Kronstadt vor Sankt Petersburg transportiert. … weiter


FLUG REVUE 1/2019

FLUG REVUE
1/2019


Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Absturz: Welche Probleme hat die Boeing 737 Max?
- Airbus A330-800: Start in umkämpften Markt
- Eurofighter: Großübung der Luftwaffe in Laage
- New Horizons: Neues Ziel jenseits von Pluto
- Tupolew Tu-144: Der erste Überschall-Airliner