06.06.2017
FLUG REVUE

Technologietests mit Embraer E170Boeing und Embraer schließen ecoDemonstrator-Programm ab

Mit einer Embraer E170 haben die beiden Flugzeughersteller seit Mitte 2016 verschiedene neue Technologien untersucht, die die Luftfahrt sauberer machen sollen.

Embraer E170 ecoDemonstrator

Eine Embraer E170 wurde im Rahmen von Boeings ecoDemonstrator-Programm zum fliegenden Teststand. Foto und Copyright: Boeing  

 

Laut dem am Montag veröffentlichten Boeing-Umweltreport 2017 sind die Flugtests mit einer Embraer E170 abgeschlossen. Erstmals seit Beginn des ecoDemonstrator-Programms im Jahr 2012 hat Boeing mit einem anderen Flugzeughersteller kooperiert. Im Fokus des Programms stehen Technologien, die Treibstoffverbrauch, Schadstoffemissionen und Lärm reduzieren und die Flugsicherheit verbessern.

In den seit Mitte 2016 laufenden Tests mit dem brasilianischen Regionaljet wurden laut Boeing unterschiedliche Maßnahmen untersucht, darunter ein neues Vorflügel-Design. Es soll für eine gleichmäßige Strömung sorgen und damit den Anfluglärm reduzieren. Zudem diente die E170 für Versuche mit alternativen Treibstoffen. Alle Flüge seien mit einer Mischung aus herkömmlichem Kerosin und zehn Prozent Biotreibstoff aus brasilianischem Zuckerrohr durchgeführt worden.

Getestet wurde zudem eine Lackierung, die Eisbildung verhindern soll. Sie könnte zum einen die Sicherheit steigern, zum anderen aber auch dabei helfen, Wasser zu sparen, da Flugzeuge mit einer solchen Lackierung laut Boeing weniger häufig gewaschen werden müssten. Ebenfalls für mehr Sicherheit könnte ein sogenanntes LIDAR (Light Detection and Ranging, optische Abstands- und Geschwindigkeitsmessung mithilfe von Laserstrahlen) sorgen. Es könnte als leichtgewichtige Backup-Lösung für die herkömmlichen Pitotrohre dienen, mit denen unter anderem Geschwindigkeit, Luftdruck und Außentemperatur gemessen werden können.

Das nächste ecoDemonstrator-Flugzeug soll 2018 eine Boeing 777 werden, wie der US-Flugzeughersteller mitteilte. Dabei soll es vor allem um neue Lösungen für eine leichte und kompakte Schubumkehr sowie Flugbetriebsautomatisierung gehen.

Boeing hat seit 2012 nach eigenen Angaben rund 60 neue Technologien im Rahmen des ecoDemonstrator-Programms untersucht. Dabei kamen neben der Embraer E170 eine Boeing 737 (2012), eine Boeing 787 (2014) und eine Boeing 757 (2015) zum Einsatz.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Prognose von Embraer Bedarf an Regionalflugzeugen wächst

18.07.2018 - Der brasilianische Flugzeughersteller Embraer sieht für die nächsten 20 Jahre einen weltweiten Bedarf an 10.550 Verkehrsflugzeugen mit einer Kapazität von bis zu 150 Sitzplätzen. … weiter

Strategische Zusammenarbeit im Verhältnis 80 zu 20 Boeing und Embraer kooperien

05.07.2018 - Die Flugzeughersteller Boeing und Embraer haben die Absichtserklärung für eine strategische Kooperation unterzeichnet. Dabei bringt Embraer seine Verkehrsflugzeugsparte, mitsamt den gerade erneuerten … weiter

US-Riese erhält angeblich Mehrheitsanteil Verhandlungen um Boeings Joint-Venture mit Embraer

26.02.2018 - Die Verhandlungen zwischen Boeing und Embraer um ein Gemeinschaftsunternehmen scheinen vor dem Durchbruch zu stehen. Die brasilianische Presse berichtet, man habe sich auf einen Boeing-Mehrheitsanteil … weiter

Jahresbilanz 2016 Embraer liefert insgesamt 225 Flugzeuge aus

16.01.2017 - Im vergangenen Jahr hat der brasilianische Flugzeughersteller 108 Verkehrsflugzeuge und 117 Business-Jets an Kunden übergeben. Das sei das höchste Auslieferungsvolumen seit sechs Jahren. … weiter

Flughafen Friedrichshafen Mit People's Viennaline nach Wien

09.12.2016 - Seit kurzem fliegt People's Viennaline von Friedrichshafen über Altenrhein in die österreichische Hauptstadt. … weiter


FLUG REVUE 12/2018

FLUG REVUE
12/2018
05.11.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Raumfahrt Extra
- Wettbewerb: Spar-Jets für Übermorgen
- Neuer britischer Träger: F-35B auf der "Queen Elizabeth"
- Piloten: Die neue Lufthansa-Ausbildung
- A400M in Wunstorf: Erste Einsatzerfahrungen