02.09.2013
FLUG REVUE

CrashtestNASA lässt CH-46E mit 13 Insassen abstürzen

Mehrere Zehntausend Augenzeugen sahen zu, als ein CH-46E der US Marines zu Boden stürzte. An Bord: 13 Dummies. Die NASA will aus dem gezielten Absturz aus zehn Meter Höhe Erkenntnisse für die Flugsicherheit gewinnen.

NASA CH-46E Crash

An Bord des CH-46-Rumpfes waren 13 Dummies und jede Menge Kameras. Foto und Copyright: NASA  

 

Der mit ungewöhnlich großem Aufwand vorbereitete Crashtest fand im NASA-Forschungszentrum in Hampton, Virginia, statt und wurde in Echtzeit im Internet gezeigt. Die Testingenieure brachten dafür den Rumpf eines ausgemusterten CH-46-Helikopters der US Marines auf zehn Meter Höhe, ließen ihn an Stahlseilen hin und her pendeln und schließlich per Sprengung der Stahlseile auf den Boden fallen. An Bord waren 13 Dummies. Die NASA will aus dem Test insbesondere Erkenntnisse für das Verhalten von Sitzen und Sicherheitsgurten bei Flugunfällen gewinnen. Der Versuch erfolgte in Zusammenarbeit mit der US Navy, der US Army und der US-Luftfahrtbehörde FAA. Es war nach Darstellung der NASA einer der komplexesten und ambitioniertesten Tests in der Geschichte des Langley-Forschungszentrums.

Der Rumpf beschleunigte nach NASA-Angaben vor dem Aufschlag auf eine Geschwindigkeit von etwa 30 mph (48 km/h). Die Umstände des Aufschlags entsprachen einem schweren, aber überlebbaren Unfall, wie er sowohl im zivilen wie militärischen Flugbetrieb vorkommen kann. 

NASA-Ingenieure haben den Hubschrauber mit 40 Kameras ausgestattet, die innerhalb und außerhalb des Hubschrauberrumpfes das Verhalten der Dummies vor, während und nach dem Aufschlag festgehalten haben. Einer der Dummies hatte eine liegende Position, um einen Krankentransport zu simulieren. Computer innerhalb des Rumpfes haben zudem aus 350 unterschiedlichen Kanälen Daten gesammelt.

Um das Unfallverhalten studieren zu können, hat der  Hubschrauber für den Test eine spezielle Lackierung aus schwarzen Punkten („black polka dots“) erhalten. Jeder Punkt repräsentierte einen Datenpunkt. Während des Absturzes haben die Kameras 500 Bilder pro Sekunden festgehalten und jeden einzelnen Punkt beobachtet.
Die NASA verbindet mit dem Test das Ziel, die Flugleistungen und die Sicherheit von Hubschraubern verbessern zu können. Insbesondere sollen die Eigenschaften von leichten Kunststoffen untersucht werden. Darüber hinaus dienen die Versuche der Weiterentwicklung von Computermodellen, die bei der Konstruktion eingesetzt werden.

Im nächsten Jahr will die NASA einen ähnlichen Test mit erweiterter Testausstattung vornehmen. Dann sollen auch nachträgliche Rumpfverstärkungen aus Kunststoff untersucht werden. Die Tests sind Teil des Aeronautics Research Mission Directorate's Fundamental Aeronautics Program Rotary Wing Project der NASA.

Das Video gibt es zu sehen unter: www.ustream.tv/channel/nasa-lrc



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