21.01.2015
FLUG REVUE

Vibrationen sollen Eis brechenDLR erprobt neue Enteisungssysteme

Mit einem neuen Prüfstand an der TU Braunschweig will das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) neue Methoden zur Enteisung von Flugzeugen in der Luft testen.

dlr-enteisung-pruefstand

Auf dem Prüfstand in Braunschweig werden neue Methoden zur Enteisung von Flugzeugen getestet. Foto und Copyright: DLR  

 

Vereiste Tragflächen bedeuten bei Flugzeugen eine erhebliche Gefährdung der Sicherheit. Um dies zur verhindern wird meist heiße Luft aus den Triebwerken in die Flügelvorderkanten geleitet. Dies verhindert die Bildung von Eis, verbraucht aber Energie und damit Treibstoff. Neue Verfahren sollen nun helfen, den Energieverbrauch zu reduzieren. Ein Ansatz ist das Absprengen des Eises statt es zu schmelzen. Dabei werden die entsprechenden Bereiche der Tragfläche in Schwingung versetzt, um das Eis zu brechen und somit abzulösen. Tests dazu finden derzeit auf dem Enteisungsprüfstand der Technischen Universität Braunschweig statt. Bei der Einrichtung handelt es sich um einen Prüfstand, der in einem Tiefkühlraum untergebracht ist. Wassertropfen werden mittels Düsen in die beschleunigte Luft gespritzt und treffen auf den Prüfling, wo sie gefrieren. Laut DLR lassen sich so verschiedene Eis-Arten erzeugen. Der Prüfstand wird zusammen mit dem Institut für Adaptronik und Funktionsintegration an der TU-Braunschweig betrieben. 

Hier erproben die Forscher auch eine verformbare Außenhaut des Flügels. "Dabei wird die Außenhaut stark gedehnt, um die Eisanhaftungen ebenfalls mechanisch aufzubrechen", erklärt Christian Mendig vom Braunschweiger DLR-Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik. Auch Eis-abweisende Beschichtungen stehen im Mittelpunkt der Arbeiten. Wichtig für die Forschungen ist auch ein genaues Verständnis, wo und wie sich das Eis bildet. "Wo genau auf dem Flugzeug befindet sich grobkörniges oder kompaktes Eis in welcher Stärke? Das wollen wir mit unserer Eiserkennung herausfinden", sagt Mendig. "Dann kann das Eis gezielt an den betroffenen Stellen eines Flugzeugs geschmolzen oder abgelöst werden, ohne Energie an eisfreien Stellen zu verschwenden."

Mehr zum Thema:
flugrevue.de/Patrick Hoeveler


Weitere interessante Inhalte
Farnborough International Airshow 2018 Airbus präsentiert das Konzernprogramm

13.07.2018 - Airbus wird auf der Farnborough International Airshow die A350-1000 und die A330-900neo im Flug zeigen. Einen Querschnitt durch seine Flugzeugmuster und Entwicklungen präsentiert der Hersteller in … weiter

Mit Kohlendioxid-Trockeneis Lufthansa Technik entwickelt neue Triebwerkswäsche

13.07.2018 - Mithilfe von CO2-Trockeneispellets will Lufthansa Technik künftig Triebwerke schneller und auch bei sehr kalten Außentemperaturen reinigen. … weiter

Farnborough International Airshow 2018 Boeing nimmt am Flugprogramm teil

13.07.2018 - Auf der Farnborough International Airshow wird der US-Hersteller die Boeing 737 MAX 7 und die Boeing 787-8 Dreamliner im Flug zeigen. Ausgestellt werden Zivil- und Militärflugzeuge sowie Boeings … weiter

Spezialtransporter vor dem Erstflug Beluga XL beginnt Rolltests

12.07.2018 - Bei Airbus in Toulouse hat der erste Spezialtransporter Beluga XL am Mittwoch Rolltests auf der Startbahn aufgenommen. Damit rückt der Erstflug in greifbare Nähe. … weiter

Lufthansa Technik und Oerlikon Zusammenarbeit beim 3D-Druck für die Instandhaltung

11.07.2018 - Oerlikon AM und Lufthansa Technik wollen gemeinsam Prozesse und Standards der additiven Fertigung für die Wartung, Reparatur und Überholung von Flugzeugen entwickeln. … weiter


FLUG REVUE 08/2018

FLUG REVUE
08/2018
09.07.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Stationen im All: Was kommt nach der ISS?
- Rafale fliegt auf der "Bush"
- Flugzeugbau virtuell: Alles wird digital
- Joon: Der Billigflieger von Air France
- Airbus-Lieferzentrum: Hochbetrieb in Hamburg