05.11.2014
FLUG REVUE

Hightech-Dummys in der A320 ATRADLR testet Kabinenbelüftung

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in Braunschweig mit dem Forschungsflugzeug Airbus A320 ATRA Methoden erprobt, um die Luftzirkulation in der Kabine von Verkehrsflugzeugen zu verbessern. Dabei kamen Dummys zum Einsatz, welche die menschliche Wärmeausstrahlung simulierten.

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Dummies simulierten in der Kabine des Airbus A320 ATRA des DLR die Passagiere. Foto und Copyright: DLR  

 

Um den Komfort der Passagiere in der Kabine zu verbessern erprobten Fachleute des DLR-Instituts für Aerodynamik und Strömungstechnik und von Airbus verschiedene Belüftungskonzepte. Zum Einsatz kam das Forschungsflugzeug Airbus A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft), dessen Kabine mit High-Tech-Dummys ausgestattet wurde.  "Im hochmodifizierten DLR-Forschungsflugzeug ATRA ist es nicht möglich, die Kabine mit menschlichen Passagieren voll zu besetzen", beschreibt Gerald Ernst von der DLR-Forschungsflugabteilung den Versuchsaufbau. "Deshalb greifen wir auf Dummys zurück, die aus einem speziellen Hightech-Materialmix bestehen." Sie werden mit einer genau definierten Leistung beheizt, um die thermische Signatur eines realen Menschen nachzuempfinden. Laut DLR wurden die Dummys teilweise gezielt auf noch höhere Temperaturen erhitzt, da aufgrund der zunehmenden Ausstattung der Verkehrsflugzeuge mit umfangreichen In-Flight-Entertainment-Systemen und vermehrten Stromanschlüssen die Temperatur in der Kabine weiter zunimmt. Daher muss mehr beziehungsweise kältere Luft eingespeist werden.

Von den Messergebnissen erhoffen sich die Forscher ein besseres Verständnis, wo und warum die meiste Luft fließt und entweicht. So können zukünftige Klimaanlagen optimiert werden.  "Das steigert letztendlich auch den Komfort der Passagiere, da weniger unangenehm kalte Luft in die Kabine gepumpt werden muss", sagt Dr. Johannes Bosbach vom DLR-Institut für Aerodynamik und Strömungstechnik. Für die Messungen sind auch die äußeren Klimabedingungen wichtig. "Es besteht immer ein Zusammenhang von Sonneneinstrahlung, Wärmelasten und Außentemperaturen auf die Strömung in der Kabine“, erklärt Dr. Bosbach. "Um diese Einflüsse zu erforschen, führen wir systematische Versuchsreihen und sehr genaue Messungen im DLR-Forschungsflugzeug ATRA durch." Zu diesem Zweck finden Forschungsflüge in verschiedenen Flughöhen statt. Um die Effekte der Sonne ausschließen zu können erfolgen die Einsätze teilweise auch nachts.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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