14.12.2017
FLUG REVUE

Mischung aus Ballon, Hubschrauber und FlugzeugH-Aero will Hybrid-Drohne in Serie bauen

Das von der Universität Stuttgart ausgegründete Unternehmen "Hybrid-Airplane Technologies GmbH" (HAT) sammelt mit einer Crowd-Investing-Kampagne auf SpaceStarters Geld zur Aufnahme der Serienproduktion seiner für den professionellen Einsatz entwickelten Hybrid-Drohnen.

Hybrid-Drohne H-Aero

Das patentierte Drohnenkonzept von HAT nutzt die kombinierten Eigenschaften von Ballon, Hubschrauber und Flugzeug. Foto und Copyright: HAT  

 

Das Hybrid-Flugsystem "H-Aero", sei eine ideale Kombination aus Hubschrauber, Flugzeug und Ballon, wirbt HAT in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen hat bereits mehrere Leichtbau-Drohnen entwickelt, die auf einem gasgefüllten Ballon als Auftriebskörper mit einem Anbau elektrischer, drehbarer Lage- und Antriebstriebwerke an Stummelflügeln basieren. Dadurch ist das Luftfahrzeug sehr leicht, es erreicht eine sehr lange Einsatzdauer und sehr hohe Flugsicherheit. Diese ermöglicht zum Beispiel in Hallen das sichere Fliegen über Menschenmengen, etwa um eine Miniaturkamera zu tragen oder um auf Werbung aufmerksam zu machen. Das revolutionäre Hybrid-Flugzeug, vereine die Vorteile der drei bewährten Flugsysteme (Ballon, Hubschrauber und Flugzeug) und eliminiere zugleich deren Nachteile. Das patentierte Flugsystem sei in Sachen Flugdauer in Kombination mit einer erhöhten Nutzlastkapazität herkömmlichen Drohnen weit überlegen und fliege völlig emissionslos. 

Die Weltneuheit habe bereits namenhafte Kunden wie Allianz, WIRSOL, Deutsche Bahn, SAP und Lufthansa Technik gewonnen. Erster Einsatzbereich seien Flüge in Gebäuden des privaten, öffentlichen und industriellen Bereichs. Mittelfristig solle das Konzept H-Aero auch den emissionslosen bemannten Flug ermöglichen. Größere Skalierungen könnten als Satellitenersatz sowie Höhenplattform dienen, um Telekommunikation in entlegene Teile der Welt zu bringen und um zukünftigen Weltraumschrott zu vermeiden.

H-Aero One ist die Weiterentwicklung des H-Aero Zero und wurde für den professionellen Anwendungsbereich entwickelt. Diese Drohne schafft mit drei Kilogramm Nutzlast bis zu fünf Stunden Flugdauer. „Mit dem Flugsystem ist es auf sehr effiziente Weise möglich, mobile Hotspots bereitzustellen“, sagt Tim Schulze, Leiter IT vom weltweit agierenden Projektierer von Solar- und Windparks, Wirsol. Mit einem Abfluggewicht unter 100 Gramm ist H-Aero das erste Flugsystem, das völlig sicher über Menschen fliegen kann, denn selbst im Falle eines Ausfalles gleitet das System sehr langsam und fallschirmartig zu Boden. H-Aero ist ein nachhaltiger und sicherer Weg in die dritte Dimension. Es soll das umweltfreundlichste, luftgestützte Trägermedium für Beobachtungs-, Forschungs- und Kommunikationsanwendungen im kommerziellen Bereich werden, heißt es bei HAT.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke



FLUG REVUE 10/2018

FLUG REVUE
10/2018
10.09.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Extra: Top-Antriebe aus Deutschland
- Finnair: Boom auf Asien-Routen
- Hayabusa2-Mission: DLR hofft auf Erfolg des Asteroiden-Hüpfers
- Gulfstream G500: Hightech-Business-Jet erhält Zulassung
- Atombomber: Rafale ersetzt Mirage 2000N