17.01.2017
FLUG REVUE

Neue Software der NASAKürzeres Zeitfenster zwischen Landungen

Die amerikanische Aeronautik- und Raumfahrtbehörde NASA erprobt bei Testflügen ein System, das den Luftverkehrsfluss an vielbeflogenen Airports verbessern soll.

Flight Deck Interval Management System der NASA

Auf dem Display des FIM erhalten die Piloten Informationen über die optimale Geschwindigkeit und Distanz zum voranfliegenden Flugzeug. Foto und Copyright: NASA/David C. Bowman  

 

Das von der NASA entwickelte System namens Flight Deck Interval Management (Cockpit-Intervall-Management, FIM) soll Fluglotsen und Piloten dabei helfen, das Zeitintervall zwischen landenden Flugzeugen präziser und sicherer zu managen und so zu verkürzen. Dazu sollen vom 20. Januar bis Ende Februar Testflüge über dem Grant County International Airport im Bundesstaat Washington stattfinden, wie die NASA vergangene Woche mitteilte.

Das FIM gibt Piloten und Kontrollern Information über die optimale Geschwindigkeit und den idealen Abstand zu voranfliegenden Flugzeugen, um einen möglichst treibstoffsparenden kontinuierlichen Sinkflug (continous-descent approach) durchzuführen.


Verschiedene Szenarien werden getestet

Boeing 757 Honeywell-Testflugzeug

Eine Boeing 757 von Honeywell wird zu Testzwecken mit dem Flight Deck Interval Management System ausgestattet. Foto und Copyright: Paul Bowen Photography  

 

Für die Flugtests werden drei Flugzeuge eingesetzt: eine Boeing 737 von United Airlines sowie zwei Flugzeuge (eine Boeing 757 sowie eine Dassault Falcon 900 oder eine Embraer 170) des US-Technologiekonzerns Honeywell. Die Boeing 737 und die Boeing 757 werden mit dem FIM im Cockpit ausgestattet, das zweite Honeywell-Flugzeug fliegt voran und stellt seine Geschwindigkeit und Position den beiden Testflugzeugen zur Verfügung.

Die Flugerprobung soll rund 80 Testläufen umfassen. Dabei stehen drei Hauptszenarien im Fokus: Flüge in einer Reiseflughöhe von rund elf Kilometern, Sinkflüge aus der Reiseflughöhe bis zum Flughafen sowie der Endanflug, beginnend 15 Minuten vor dem Aufsetzen. Geplant ist eine Flugzeit von 5,5 Stunden pro Werktag mit bis zu fünf Testszenarien.

Nach der Flugerprobung soll das komplette FIM-System, bestehend aus Soft- und Hardware, im Herbst 2017 an die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA übergegen werden. Dort finden weitere Tests und Evaluationen statt, bevor eine Entscheidung über eine Zulassung getroffen wird.



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