21.04.2017
FLUG REVUE

Zweisitziges ElektroflugzeugLilium Jet absolviert unbemannten Erstflug

Das vom bayerischen Start-up Lilium entwickelte Elektroflugzeug mit Senkrechtstart- und -landefähigkeiten ist im April erstmals geflogen. Die Ingenieure planen bereits eine größere Version - als Luft-Taxi.

Lilium Jet Erstflug

Ein maßstabsgetreuer Prototyp des zweisitzigen Elektroflugzeugs Lilium Jet ist im April zum ersten Mal geflogen. Foto und Copyright: Screenshot Lilium  

 

Ein maßstabsgetreuer Prototyp des Lilium Jet ist im April am Flugplatz Mindelheim-Mattsies erstmals abgehoben. Eine initiale, unbemannte Flugtestserie mit dem elektrischen Zweisitzer sei erfolgreich abgeschlossen worden, darunter auch komplexe Manöver wie der Übergang vom Schwebe- in den Vorwärtsflug. Das teilte Lilium am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit. Lilium entwickelt das Flugzeug nach eigenen Angaben für den Betrieb im Alltag, als schnellere und preislich vergleichbare Alternative zum Auto oder Taxi.

Der Lilium Jet verfügt über 36 kleine ummantelte Propeller, die elektrisch angetrieben werden. Sie sind an den Flügelhinterkanten in zwölf beweglichen Klappen montiert. Beim Start zeigen diese Klappen nach unten und sorgen für senkrechten Auftrieb. Wenn das Flugzeug in der Luft ist, werden die Klappen allmählich in eine horizontale Position gebracht, um Vorwärtsschub zu erzeugen.

Lilium Jet in der Stadt

Der Lilium Jet soll mit durch Senkrechtstart- und Landefähigkeit auch in Ballungsgebieten einsatzfähig sein. Foto und Copyright: Lilium  

 

Das zweisitzige Elektroflugzeug soll eine Reichweite von 300 Kilometern haben und mit einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 300 km/h fliegen können. Nach Angaben von Lilium soll der Energieverbrauch im Flug vergleichbar mit dem eines Elektroautos sein. Durch die Senkrechtstart- und -landefähigkeit brauche der Lilium Jet nur eine minimale Infrastruktur am Boden.

Nach den erfolgreichen ersten Flugtests haben die Ingenieure und Designer von Lilium bereits eine größere Version des Elektroflugzeugs ins Auge gefasst. Ein Fünfsitzer soll als Luft-Taxi und für Ride-Sharing-Dienste entwickelt werden.

Lilium hat seinen Sitz in Gilching bei München. Das Start-up wurde 2015 von vier Ingenieuren und Doktoranden der Technischen Universität München gegründet und vom Business Incubation Centre Bayern der europäischen Raumfahrtagentur ESA unterstützt. Nach Angaben des Unternehmens arbeiten mehr als 40 internationale Ingenieure, Designer und Enthusiasten am Lilium Jet.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Luft- und Raumfahrtmesse 2018 in Berlin ILA stellt Startups in den Mittelpunkt

13.04.2018 - Vom FutureLab bis zum Innovationspreis: Startups der Luft- und Raumfahrt haben auf der ILA viele Möglichkeiten, ihre Ideen zu präsentieren. … weiter

ILA 2018 Fliegende Stars in Schönefeld

12.04.2018 - Interessante Flugzeuge am Boden und spektakuläre Vorführungen in der Luft: Die ILA hat in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten, bis hin zur Weltpremiere der Sikorsky CH-53K King Stallion. … weiter

Kitty Hawk Cora Autonomes Lufttaxi wird in Neuseeland getestet

13.03.2018 - Die von Google-Mitgründer Larry Page finanzierte Firma Kitty Hawk hat ihren elektrischen Senkrechtstarter enthüllt. … weiter

Handtaschen fliegen über den Mailänder Laufsteg Drohnen präsentieren die neueste Mode

26.02.2018 - Bei der Präsentation der Mode für die Saison 2018/2019 kamen in Mailand erstmals Drohnen über dem Laufsteg zum Einsatz. Sie präsentierten die kommenden Handtaschen des Unternehmens Dolce & Gabbana. … weiter

X-Modelle NASA-Luftfahrtforschung: X-Flugzeuge

30.12.2017 - Schneller, leiser, sparsamer: Mit einer Reihe von X-Flugzeugen will die NASA neuen Öko-Technologien zum Durchbruch verhelfen. Bei der Umsetzung könnten auch Branchenneulinge zum Zuge kommen. … weiter


FLUG REVUE 05/2018

FLUG REVUE
05/2018
09.04.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- GROSSE ILA-VORSCHAU
- Bundeswehr: Die neuen Beschaffungspläne
- GE Aviation GE9X: Flugerprobung des Turbofans
- Ethiopian: Afrikas größte Fluggesellschaft
- Fokker DR I: Der Dreidecker des Roten Barons
- Raumstation: Wartungstrupp im All