20.04.2017
FLUG REVUE

Echtzeit-Ortung von FlugzeugenMalaysia Airlines will Flottenüberwachung verbessern

Die malaysische Fluggesellschaft will ihre Flugzeuge künftig in Echtzeit tracken. Möglich wird das durch satellitenbasierte ADS-B-Technologie.

Airbus A380 Malaysia Airlines

Malaysia Airlines will ihre Flotte künftig in Echtzeit tracken. Foto und Copyright: Airbus  

 

Malaysian Airlines will die Ortung ihrer Flugzeuge verbessern und arbeitet dafür mit dem Schweizer Luftfahrt-IT-Dienstleister SITAONAIR, der Tochtergesellschaft Aireon des US-Satellitenkommunikationsunternehmens Iridium, sowie der Flugtracking-Plattform FlightAware zusammen.

Das bisherige Trackingsystem AIRCOM FlightTracker von SITAONAIR soll künftig durch Daten des satellitenbasierten ADS-B-Netzwerks (Automatic Dependent Surveillance-Broadcast) von Aireon ergänzt werden, wie SITAONAIR am Dienstag mitteilte.

Über ADS-B-Transponder senden Flugzeuge ihre Position und weitere Flugdaten ungerichtet in regelmäßigen Abständen, Flugsicherungen sowie Flugbetriebszentralen der Airlines können die Daten empfangen und auswerten. Bislang gibt es allerdings vor allem über abgelegenen Regionen sowie über den Polen und dem Meer kaum Möglichkeiten, Flugzeuge zu jedem Zeitpunkt zuverlässig zu orten. Das will Aireon durch den Einsatz von entsprechenden Empfängern auf Iridium-NEXT-Satelliten ändern. Die Satellitenkonstellation soll einmal 66 Satelliten umfassen und 2018 betriebsbereit sein, die ersten zehn Satelliten wurden im Januar 2017 in eine niedrige Umlaufbahn gebracht.

Durch die Satellitenübertragung der ADS-B-Daten und deren Bereitstellung via FlightAware soll es möglich sein, Flugzeuge überall auf der Welt zu jedem Zeitpunkt zu orten. Laut SITAONAIR sind dafür keine neue Avionik oder sonstige Modifikationen an den Flugzeugen nötig, es reicht die bisherige ADS-B-Out-Ausrüstung.

Auch Qatar Airways will die Satellitentechnologie einsetzen

"Malaysia Airlines hat seit dem tragischen Vorfall 2014 eine Führungsrolle in der Industrie eingenommen. Globale Flugzeugortung in Echtzeit, überall auf dem Planeten, wird die Sicherheitsziele von Malaysia Airlines fördern", so Don Thoma, Aireon-CEO. Am 8. März 2014 verschwand eine Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines mit 239 Passagieren an Bord über dem indischen Ozean. Knapp drei Jahre später, im Januar 2017, wurde die Suche nach Flug MH370 ergebnislos eingestellt.

Im März 2016 empfahl die internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO, dass Fluggesellschaften schnellstmöglich Technologien zur globalen Echtzeit-Ortung ihrer Flugzeuge einführen sollen. Kern des so genannten Global Aeronautical Distress Safety System (GADSS) ist die Anforderung, dass Flugzeuge ab 2018 unter normalen Bedingungen ihre Position mindestens alle 15 Minuten an das Operationszentrum der Airline schicken. Von 2021 sollen sich Flugzeuge in Notfällen sogar jede Minute melden.

Neben Malaysia Airlines hat sich auch Qatar bereits für den Einsatz eines Echtzeit-Ortungssystems entschieden.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Keine neuen Erkenntnisse Abschlussbericht zu Flug MH370

30.07.2018 - Die Behörden Malaysias haben ihren Abschlussbericht zum Verschwinden von Flug MH370 vorgelegt. Die Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines war am 8. März 2014 auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking … weiter

Debatte in Australien um Untersuchungsergebnis MH370: Absturzursache Selbstmord?

15.05.2018 - Das Verschwinden von Flug MH370 im März 2014 soll auf einen geplanten Selbstmord des Kapitäns zurückgehen und nicht auf eine handlungsunfähige Besatzung. Zu dieser bitteren Erkenntnis scheinen … weiter

Malaysia Airlines Erster Airbus A350-900 mit First Class

01.12.2017 - Malaysia Airlines hat ihre erste A350 übernommen. Die Fluggesellschaft ist die bisher einzige, die den Flugzeugtyp mit einer ersten Klasse ausgestattet hat. … weiter

Boeing 777-200 bleibt verschollen Suche nach MH370 beendet

17.01.2017 - Die Suche nach der am 8. März 2014 mit 239 Insassen verschollenen Boeing 777-200ER von Malaysia Airlines ist beendet worden. Eine umfangreiche Suchaktion im Indischen Ozean war ergebnislos geblieben. … weiter

Keine Trümmer am Meeresboden entdeckt MH370: Australien zieht Suchschiff ab

11.08.2016 - Am Donnerstag hat mit der "Fugro Discovery" das erste von drei Spezialschiffen seine Suche nach Flug MH370 vor der australischen Westküste beendet. Damit kündigt sich der Abschluss der ergebnislos … weiter


FLUG REVUE 1/2019

FLUG REVUE
1/2019


Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Absturz: Welche Probleme hat die Boeing 737 Max?
- Airbus A330-800: Start in umkämpften Markt
- Eurofighter: Großübung der Luftwaffe in Laage
- New Horizons: Neues Ziel jenseits von Pluto
- Tupolew Tu-144: Der erste Überschall-Airliner