22.02.2017
FLUG REVUE

Emergency Landing AssistantUnterstützung bei totalem Triebwerksausfall

An der Fernuniversität Hagen wurde ein Flugassistenzsystem entwickelt, das Piloten dabei helfen soll, nach einem Triebwerksausfall sicher notzulanden.

Emergency Landing System Fernuni Hagen

Das Emergency Landing System der Fernuniversität Hagen hätte die Piloten des US-Airways-A320 nach dem Triebwerksausfall am 15. Januar 2009 zurück zum Flughafen LaGuardia geführt. Foto und Copyright: Screenshot/Fernuniversität Hagen  

 

Bei einem Ausfall beider Triebwerke ist schnelles Handeln wichtig. Das Flugzeug kann zwar im Gleitflug weiterfliegen, aber die Piloten müssen entscheiden, wo der beste Landeplatz ist, der sicher erreicht werden kann. Hilfe könnte dabei künftig ein Flugassistenzsystem bieten, das von Prof. Dr.-Ing. Wolfram Schiffmann von der Fernuniversität Hagen und dem Studenten Jürgen Vörding entwickelt wurde.

Der Emergency Landing Assistant (ELA) greift dabei auf eine von Prof. Schiffmann entwickelte Datenbank zurück, die ständig nach möglichen Notlandeplätzen sucht. Zudem berechnet das System den optimalen Energieeinsatz. Beim Gleitflug geht es nicht nur um die Entfernung, sondern auch um Flughöhe, Sinkgeschwindigkeit und Landewinkel.

Wie wichtig eine solche Unterstützung nach einem Triebwerksausfall sein kann, zeigt laut Prof. Schiffmann die Notwasserung eines Airbus A320 von US Airways am 15. Januar 2009 auf dem Hudson River. „Sullenberger entschloss sich binnen Sekunden für die Notwasserung. Er konnte den Hudson sehen, als die Triebwerke ausfielen. In seiner Situation eine absolut richtige Entscheidung! Später ergab sich jedoch, dass auch die Rückkehr zum Flughafen LaGuardia in New York möglich war. Doch dafür fehlten Sullenberger die Informationen", so Prof. Schiffmann. ELA hätte ihm LaGuardia als sichersten Notlandeplatz vorgeschlagen und ihn dorthin navigiert.

ELA wurde im Rahmen einer Bachelor-Arbeit als App für Android-Tablets entwickelt. Nach Angaben der Fernuniversität Hagen eignet sich das System für Verkehrsflugzeuge, aber auch für kleinere General-Aviation-Flugzeuge.

Auf der Luftfahrtmesse AERO in Friedrichshafen vom 5. bis 8. April stellen die Entwickler einen ersten Prototyp des Notlandeassistenzsystems am Stand FW-BP04 vor.

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Ulrike Ebner


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