28.05.2018
FLUG REVUE

Neues Turboprop-Triebwerk von GE AviationCatalyst vor Zulassungstests

Das erste Test-Triebwerk für die Cessna Denali läuft auf dem Teststand in Prag bei voller Leistung. Mit Höhen- und Einsaugtests soll in den kommenden Wochen begonnen werden.

Advanced Turboprop GE Schnitt

Das Catalyst von GE Aviation soll das PT6 von Pratt & Whitney Canada herausfordern. Foto und Copyright: GE Aviation  

 

Der US-Triebwerkshersteller GE Aviation will in den nächsten Wochen mit den Zulassungstests seines neuen Turboprop-Triebwerks Catalyst beginnen. Seit Dezember durchläuft das erste Triebwerk sein Testprogramm, aktuell wird es auf einem Prüfstand des Zentrums für Luft- und Raumfahrttechnologie der Tschechischen Technischen Universität Prag erprobt.

"Das Triebwerk läuft gut und die Hardware sieht großartig aus. Die Leistung entspricht oder übersteigt die Erwartungen", so Brad Mottier, President und General Manager der Business und Generalt Aviation und Systemintegration bei GE Aviation. Das zweite Testtriebwerk befindet sich derzeit in der Endmontage, der Erstlauf ist für den Sommer geplant. Im Laufe des Jahres soll es in Kanada Höhentests durchlaufen.

Das GE Catalyst, zuvor Advanced Turboprop, ist GE's Angriff auf das PT6 von Pratt & Whitney Canada. Nach Angaben von GE ist es das erste komplett neu entwickelte Triebwerk für die Business und General Avation seit mehr als 30 Jahren. Es soll eine Leistung von 1240 Wellen-PS haben und ein Gesamtdruckverhältnis von 16:1 aufweisen. Im Vergleich zu Konkurrenzantrieben soll es dadurch um 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und eine um zehn Prozent höhere Leistung im Reiseflug haben. Zudem verspricht GE ein um ein Drittel verlängertes Wartungsintervall.

GE Aviation setzt beim Catalyst auch auf Technologien aus seinen zivilen Großtriebwerken, beispielsweise gekühlte Hochdruckturbinenschaufeln und zwei Stufen variabler Leitschaufeln. Zudem kommen mehr 3D-gedruckte Teile zum Einsatz als in bisherigen Triebwerken, darunter Ölwannen, Lagergehäuse und Brennkammerverkleidungen. Dadurch wird das Gewicht laut GE um fünf Prozent reduziert.

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Ulrike Ebner


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