02.02.2016
FLUG REVUE

MTU Aero Engines in MünchenErstes Turbinenzwischengehäuse für GE9X fertig

MTU Aero Engines in München hat das erste Entwicklungs-Turbinenzwischengehäuse für das GE9X-Triebwerk fertiggestellt.

MTU-Turbinenzwischengehäuse GE9X

Jörg Henne (l.), Leiter Entwicklung und Technologie bei MTU Aero Engines, und Theodor Pregler, Leiter Zivile Programme mit dem ersten Entwicklungs-Turbinenzwischengehäuse für das GE9X. Foto und Copyright: MTU  

 

MTU Aero Engines hat im Juli 2014 die Verantwortung für die Entwicklung und Fertigung des Turbinenzwischengehäuses (Turbine Frame Center, TCF) des GE9X-Antriebs des amerikanischen Triebwerksherstellers GE Aviation übernommen. Nun wurde das erste Entwicklungs-TCF in München fertiggestellt, wie der deutsche Triebwerkshersteller am Dienstag mitteilte.

Das neue GE-Triebwerk wird exklusiv für die Boeing 777X gebaut. Sein Verbrauch soll zehn Prozent geringer sein als der des Vorgängers GE90-115B. Das GE9X liefert 453 Kilonewton Schub. Der Triebwerkserstlauf soll dieses Frühjahr stattfinden, mit dem Markteintritt wird 2020 gerechnet. Derzeit sind über 300 Flugzeuge fest bestellt.

MTU hat einen Programmanteil am GE9X von vier Prozent, über die gesamte Programmlaufzeit gesehen wird mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro gerechnet. Das GE9X-TCF ist nach eigenen Angaben technologisch das anspruchsvollste Turbinenzwischengehäuse im MTU-Portfolio. "Basierend auf der Grundarchitektur des GEnx-TCF hat es umfangreiche Optimierungen gegeben", wird Jörg Henne, Leiter Entwicklung und Technologie, in einer Pressemitteilung zitiert. Unter anderem seien Bauweisen verbessert und ein neues Aufhängungskonzept für das Niederdruckturbinen-Eintrittsleitrad erarbeitet worden.


Übergang zwischen Hoch- und Niederdruckturbine

Turbinenzwischengehäuse bilden den Übergangskanal für das von der Hochdruckturbine in die Niederdruckturbine strömende Heißgas. Das Strukturbauteil besteht nach Angaben von MTU im Wesentlichen aus zwei Teilegruppen: Hub Strut Case (HSC) und Flowpath Hardware (FPH). Das HSC ist das tragende Element und setzt sich zusammen aus einem Gehäuse mit mehreren Stützstreben sowie einer Nabe, in die die Lagerkammer eingebaut ist. Die FPH besteht aus Gussteilen, die den gasführenden Kanal bilden. 

Eingestiegen in die TCF-Fertigung ist MTU beim GP7000, dem A380-Antrieb von Engine Alliance. Dann folgte das GEnx-TCF. Das GEnx treibt den Boeing 787 Dreamliner und die Boeing 747-8 an.

www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


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