21.06.2017
FLUG REVUE

EASA und FAAETOPS-Zertifizierung für A320neo-Antriebe

Die beiden Triebwerksoptionen für den Airbus A320neo, das PW1100G-JM von Pratt & Whitney und das Leap-1A von CFM International, haben die ETOPS-180-Zulassung erhalten.

Pratt & Whitney PW1100G-JM

Das PW1100G-JM bei seinem ersten Flug an einer Boeing 747. Foto und Copyright: Pratt & Whitney  

 

Die ETOPS-Zertifizierung (Extended-range, Twin-engine Operations) gibt die maximal zulässige Flugzeit zum nächstgelegenen Flughafen bei Ausfall eines Triebwerkes an. Die A320neo kann nun mit nur einem Motor 180 Minuten zurücklegen. Sowohl der PW1100G-JM-Getriebefan von Pratt & Whitney als auch das Leap-1A von CFM International haben die entsprechende Zulassung erhalten, wie die beiden Triebwerkshersteller auf der Paris Air Show mitteilten.

Das PW1100G-JM wurde von der europäischen Flugsicherheitsagentur EASA für ETOPS 180 zertifiziert, bereits im vergangenen Dezember erteilte die US-Luftfahrtbehörde FAA eine entsprechende ETOPS-Zulassung. "Die 180-minütige ETOPS-Klassifizierung ist das in dieser Klasse benötigte Maximum", erklärte Chris Calio, Leiter des Bereichs zivile Triebwerke bei Pratt & Whitney. In der Zertifizierung sieht er "einen Meilenstein für das Pratt & Whitney Team".

Strapaziöse Tests für die ETOPS-Zulassung

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Am 19. Mai 2015 flog der dritte Airbus A320neo erstmals mit dem LEAP-1A-Triebwerk von CFM International. Foto und Copyright: Airbus/Pigeyre  

 

Eine Doppel-Zulassung durch EASA und FAA erhielten das CFM Leap-1A für die A320neo sowie das Leap-1B für die Boeing 737 MAX. "Die für diese Zulassung benötigten Tests finden unter den strapaziösesten Bedingungen statt, denen ein Triebwerk jemals unterworfen ist. Für den Start wird das Triebwerke absichtlich in ein solches Ungleichgewicht gebracht, mit dem eine Fluggesellschaft es nicht einmal eine Stunde betreiben dürfte", so Francois Bastin, Executive Vice President von CFM International. In diesem unsymmetrischen Zustand mit sehr starken Vibrationen werden für die ETOPS-Zulassungstests 3000 aufeinanderfolgende Flugzyklen (simulierte Starts und Landungen) durchgeführt. Danach wird das Triebwerk auseinandergebaut, die Teile werden den Regulierungsbehörden vorgelegt. "Der Zustand der Teile bei der Inspektion war unglaublich; sie sahen praktisch wie neu aus", so Bastin.

Die Pratt & Whitney PurePower-Familie, zu der die PW1100G-Triebwerke gehören, hat nach Angaben des US-Herstellers mehr als 80 Kunden aus über 30 Ländern. Die Leap-1A- und Leap-1B-Triebwerke von CFM International sind bislang bei 15 Betreibern im Einsatz.



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