01.04.2015
Erschienen in: 10/ 2014 FLUG REVUE

Bürstendichtungen reduzieren Verbrauch (Teil 2) Premiere im Getriebefan

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Bürstendichtungen reduzieren die Luftverluste in einem Triebwerk und erhöhen so die Effizienz. Foto und Copyright: MTU Aero Engines  

 

Erhebliche Verbesserungen verspricht ein Konzept, an dem die MTU schon seit 30 Jahren arbeitet: die Bürstendichtung. Wie ihr Name sagt, kann man sie sich als kleine Drahtbürste vorstellen. Die Luft muss sich ihren Weg durch ein von einem Klemmrohr gehaltenes Paket bahnen, das aus tausenden winziger Drähte besteht. Diese sind aus dem Material Haynes 25 auf Cobaltbasis hergestellt und besitzen einen Durchmesser von 0,07 bis 0,15 Millimetern. Damit der Rotor bei einem möglichen Eintauchen keinen Schaden nimmt, müssen sie relativ flexibel sein. Idealerweise haben die Drahtpakete immer Kontakt zum Rotor, um den Spalt so gering wie möglich zu halten. So hindern sie den Luftfluss, und das, laut Dr.-Ing. Pröstler, sehr effizient. „Bürstendichtungen können die Leckage deutlich senken, mindestens um 50 Prozent, im Idealfall bis 80 Prozent; das hängt vom Einsatzort der Dichtung und den Randbedingungen ab. Ein weiterer Vorteil ist der Bauraum; Bürstendichtungen sind kleiner. Dadurch kann das Triebwerk kleiner und leichter gebaut werden.“

Diese Vorteile nutzt auch das Pratt & Whitney PW1100G-JM. Im A320neo-Antrieb finden sich je zwei Bürstendichtungen im Verdichter und in der Turbine. Aber warum kommen die Bürstendichtungen erst jetzt zum Einsatz? Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen in der Luftfahrt scheuten die Ingenieure lange den hohen Aufwand der Zulassung. „In den letzten zehn Jahren erfolgte ein Umdenken, um die Effizienz der Triebwerke weiter zu steigern.“


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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