28.11.2017
FLUG REVUE

Airbus, Rolls-Royce und SiemensHybrid-elektrischer Jumbolino soll 2020 fliegen

Airbus, Rolls-Royce und Siemens bündeln ihre Kräfte. In den kommenden drei Jahren soll mit dem E-Fan X ein Demonstrator für ein regionales, hybrid-elektrisches Flugzeug entstehen.

Airbus E-Fan X BAe 164

Airbus, Rolls-Royce und Siemens wollen 2020 Flugtests mit einer auf einen hybrid-elektrischen Antrieb umgerüsteten BAe 164 durchführen. Foto und Copyright: Airbus  

 

Airbus und Siemens kooperieren seit 2016 im Bereich hybrid-elektrische Antriebe. Nun kommt ein weiteres Luftfahrtunternehmen dazu: der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce. Die drei Unternehmen kündigten ihre Zusammenarbeit bei der Entwicklung eines fliegenden Demonstrators am Dienstag bei einer Pressekonferenz der Royal Aeronautical Society in London an. "Wir sehen hybrid-elektrische Antriebe als zwingende Technologie für die künftige Luftfahrt", sagte Paul Eremenko, CTO von Airbus. Ziel des Projekts ist es, diese Art von Antrieb für künftige Regionalflugzeuge mit einer Kapazität von 50 bis 100 Passagieren bis Anfang oder Mitte der 2030er Jahre voranzutreiben.

Fliegen soll der E-Fan X 2020. Dafür soll eine BAe 146 als fliegender Teststand dienen. Zunächst soll eines der vier Triebwerke durch einen 2 MW starken Siemens-Elektromotor ausgestauscht werden. Ins Heck des Flugzeugs wird ein Rolls-Royce Turboprop-Triebwerk des Typs AE2100 eingebaut, das die Energie für den Elektromotor liefert. In Zukunft könnte auch ein zweites Triebwerk durch einen Elektromotor ersetzt werden. Im vorderen Laderaum soll ein Batteriesystem installiert werden.

Durch hybrid-elektrische Antriebe kann Airbus zufolge der Treibstoffverbrauch deutlich reduziert werden, erwartet werden Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich. "Konventionelle Gasturbinen sind nicht in allen Flugphasen effizient. Bei hybrid-elektrischen Antrieben lässt sich Energie, die gerade nicht benötigt wird, speichern und beispielsweise beim Start nutzen", sagt Mark Cousin, Head of demonstrators bei Airbus. Zudem sollen Lärmemissionen reduziert werden. Das eröffnet laut Paul Stein, CTO von Rolls-Royce, die Möglichkeit, dass Start- und Landebahnen näher an Städte rücken können. "Die Technologie hat das Potential, den regionalen Massentransport von der Schiene in die Luft zu verlagern", so Stein.

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Ulrike Ebner


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