24.07.2014
FLUG REVUE

Trotz reduzierter UmsatzerwartungMTU Aero Engines erwartet höheren Gewinn

Obwohl das deutsche Triebwerksunternehmen die Umsatzerwartung für 2014 leicht auf 3,65 Milliarden Euro reduziert hat gibt MTU Aero Engines eine höhere Gewinnprognose ab.

MTU Aero Engines Hauptsitz in München

Hauptsitz der MTU Aero Engines in München. Foto und Copyright: MTU Aero Engines  

 

Die MTU Aero Engines AG hat im ersten Halbjahr 2014 einen Umsatzzuwachs von zwei Prozent auf 1.815,8 Mio. € erzielt (1-6/2013: 1.774,9 Mio. €). Das operative Ergebnis  blieb mit 170,7 Mio. € stabil (1-6/2013: 169,7 Mio. €). Die Ergebnismarge lag bei 9,4 % nach 9,6 % im Vergleichszeitraum. Der Gewinn nach Steuern stieg um vier Prozent auf 111,0 Mio. € (1-6/2013: 106,7 Mio. €). „Der bisherige Jahresverlauf war geprägt vom erfolgreichen Hochlauf unserer neuen Programme. Gleichzeitig haben wir mit unserer Beteiligung am Boeing 777X-Antrieb GE9X unser Portfolio nochmals erweitert“, sagte Reiner Winkler, Vorstandsvorsitzender der MTU Aero Engines AG. „Im ersten Halbjahr 2014 war unser Umsatz von Wechselkurseffekten beeinflusst. Darüber hinaus gab es im Instandhaltungsbereich Auftragsverschiebungen, die sich im Umsatz zeigen. Unsere Umsatzerwartung für das Gesamtjahr passen wir daher an. Auf der Gewinnseite erhöhen wir den Ausblick“, so Winkler. Die MTU erwartet jetzt einen Umsatz von etwa 3.650 Mio. €. Bisher war sie von einem Umsatz in Höhe von rund 3.750 Mio. € (2013: 3.574,1 Mio. €) ausgegangen. Das operative Ergebnis dürfte nach Angaben des Unternehmens mit etwa 375 Mio. € wie geplant stabil bleiben (EBIT bereinigt; 2013: 373,1 Mio. €). Die zunehmende Ausweitung der internationalen Fertigungsaktivitäten führt 2014 zu einer niedrigeren Konzernsteuerquote. Dadurch dürfte sich der Gewinn nach Steuern auf rund 245 Mio. € erhöhen (Net Income bereinigt; 2013: 235,7 Mio. €). Zunächst hatte die MTU für 2014 mit einem stabilen Gewinn nach Steuern gerechnet.

Das Umsatzplus im ersten Halbjahr beruht auf dem Wachstum des zivilen Triebwerksgeschäfts. Hier ist der Umsatz um 8 % von 953,6 Mio. € auf 1.032,9 Mio. € gestiegen. Hauptumsatzträger waren im zivilen Neu- und Ersatzteilgeschäft der A320-Antrieb V2500, das GP7000, das in der A380 zum Einsatz kommt sowie das GEnx für die Boeing 787 und 747-8, dessen Produktionsraten deutlich anstiegen. In der zivilen Instandhaltung ist der Umsatz um 7 % auf 572,9 Mio. € zurückgegangen (1-6/2013: 613,4 Mio. €). Der größte Umsatzanteil entfiel auf das V2500. Der Umsatz im militärischen Triebwerksgeschäft blieb mit 225,5 Mio. € (1-6/2013: 223,2 Mio. €) annähernd konstant. Der wichtigste Umsatzträger war der Eurofighter-Antrieb EJ200.

Der Auftragsbestand der MTU ist im Vergleich zum Jahresende (31.12.2013: 9.374,6 Mio. €) um 8 % auf 10.153,9 Mio. € gestiegen. Das entspricht einer Produktionsreichweite von fast drei Jahren. Das Gros der Aufträge entfällt auf das V2500 und auf die Getriebefan-Triebwerke der PW1000G-Familie. Sie werden in der Airbus A320neo, der Bombardier CSeries, der neuen E-Jet-Generation von Embraer, im Mitsubishi Regional Jet und in der Irkut MS-21 zum Einsatz kommen. „Mit diesen Triebwerkstypen und dem GE9X haben wir letzte Woche auch auf der Farnborough Airshow gepunktet und Aufträge in Höhe von 1,3 Mrd. € eingesammelt“, sagte Winkler.

Einen Ergebniszuwachs hat die MTU im OEM-Geschäft erzielt: Hier ist das bereinigte EBIT um 6 % auf 122,5 Mio. € gestiegen (1-6/2013: 115,3 Mio. €), die EBIT-Marge erreichte 9,7 % (1-6/2013: 9,8 %). Das bereinigte EBIT der zivilen Instandhaltung ist um 12 % auf 48,0 Mio. € zurückgegangen (1-6/2013: 54,3 Mio. €). Die EBIT-Marge im zivilen MRO-Geschäft lag bei 8,4 % nach 8,9 % im Vergleichszeitraum. „Im Ergebnis der zivilen Instandhaltung wirkt sich neben den Wechsel-kursveränderungen und den zeitlich verzögerten Aufträgen auch der Hochlauf der GE90-Instandsetzung aus“, so Winkler.

Die Getriebefan-Programme bildeten den Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der MTU, für die sie im ersten Halbjahr 79,2 Mio. € ausgegeben hat (1-6/2013: 95,7 Mio. €). Die eigenfinanzierten F&E-Aufwendungen gemäß Gewinn- und Verlustrechnung beliefen sich auf 38,4 Mio. € (1-6/2013: 46,5 Mio. €). Der Rückgang der F&E-Ausgaben bildet die zunehmende Serienreife der Getriebefan-Technologie ab. Der Free Cashflow lag bei 17,9 Mio. € nach 25,2 Mio. € im Vergleichszeitraum. „Im weiteren Jahresverlauf wird der Free Cashflow von unseren Investitionen in die Zukunft beeinflusst. Unsere Beteiligung am GE9X wird sich mit rund 50 Millionen Euro im Free Cashflow niederschlagen“, ergänzte Winkler.

Mit 39,3 Mio. € waren die Investitionen in Sachanlagen 24 % höher als im ersten Halbjahr 2013 (1-6/2013: 31,6 Mio. €). Sie wurden vor allem für die Maschinenausstattung der Produktionshalle für Getriebefan-Bauteile und den Neubau des Logistikzentrums in München sowie die Standorterweiterung in Polen verwendet. Die MTU beschäftigte zum 30. Juni 2014 mit 8.292 Mitarbeitern etwa so viele Personen wie Ende 2013 (31. Dezember 2013: 8.343 Mitarbeiter).

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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