26.11.2013
FLUG REVUE

Programm "Cash for Future"MTU Aero Engines spart für Wachstum

Die MTU Aero Engines AG erwartet im Jahr 2014 einen starken Anstieg des Seriengeschäfts. Im Mittelpunkt stehen die Auslieferungen der neuen Triebwerke. Gleichzeitig sollen die Kosten gesenkt werden.

MTU Aero Engines Hauptsitz in München

MTU Aero Engines will auch am Hauptsitz in München investieren. Foto und Copyright: MTU Aero Engines  

 

Bei den Neuauslieferungen soll der Umsatz in einer Größenordnung von 15 Prozent steigen. Das gegenüber dem Seriengeschäft deutlich profitablere Ersatzteilgeschäft soll 2014 um einen mittleren einstelligen Prozentsatz wachsen. Traditionell werden im Triebwerksgeschäft höhere Erträge erst in späteren Phasen der Programmzyklen erwirtschaftet, im Zuge von Instandhaltungsleistungen und dem Verkauf von Ersatzteilen. In der zivilen Instandhaltung prognostiziert die MTU für das kommende Jahr ein Umsatzwachstum im oberen einstelligen Prozentbereich, während das Militärgeschäft leicht zurückgehen könnte. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen sollen 2014 weitgehend stabil bleiben. Die MTU präsentierte diese ersten Erwartungen für das Jahr 2014 auf ihrem jährlichen Analysten- und Investorentag in London. Wie in den Vorjahren wird die MTU voraussichtlich im Rahmen der Jahres-Pressekonferenz am 18. Februar 2014 eine umfassende Jahresprognose abgeben.

Die Vorbereitungen für die neuen Getriebefan-Programme, unter anderem für den Airbus A320neo, sowie der Hochlauf weiterer Programme erfordern zunächst erhebliche Investitionen in Entwicklung und Produktion. Um diesen Kostenaufwuchs zu begrenzen, will die MTU in den kommenden Jahren zusätzliche Maßnahmen ergreifen. In der Verwaltung sollen über die kommenden vier Jahre rund 100 aus Altersgründen oder Fluktuation ausscheidende Mitarbeiter nicht ersetzt werden. Ein aktiver Personalabbau sei nicht geplant. Außerdem werden die Kosten für Reisen, externe Berater, Marketing und weitere Ausgaben gesenkt. Gleichzeitig will das Unternehmen seine Produktivitätssteigerungen beschleunigen. Auch in den kommenden Jahren möchte das Unternehmen am Stammsitz München in die Ausweitung von Produktions- und Logistikkapazitäten investieren. Außerdem steht ein Ausbau der MTU Aero Engines Polska an, so dass ein größerer Teil des erforderlichen Kapazitätsaufbaus in Polen erfolgen kann. Bis 2018 sollen hier rund 300 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

Mit diesen Maßnahmen will die MTU den Kostenaufwuchs um mehrere zehn Millionen Euro pro Jahr reduzieren. Das Programm der MTU zur Verbesserung der Cash- und Ergebnissituation trägt den Namen „Cash for Future“. MTU-Finanzvorstand Reiner Winkler erläuterte: „Ziel ist es, angesichts der Vorleistungen für die erfolgreichen neuen Triebwerksprogramme auch weiterhin einen ausreichenden Cashflow sicherzustellen. Wir investieren heute kräftig in das Wachstum von morgen und damit in die Zukunft der MTU. Und wir wollen uns den Spielraum für die Beteiligung an weiteren Trieb-werksprogrammen erhalten.“

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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