20.03.2014
FLUG REVUE

High-Tech aus DeutschlandMTU Aero Engines liefert Bürstendichtungen für Getriebefans

In der neuen Getriebefanfamilie von Pratt & Whitney kommen Bürstendichtungen von MTU Aero Engines zum Einsatz. Diese Dichtungen sind wichtig für die Effizienz eines Triebwerks und damit auch für den Treibstoffverbrauch.

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Bürstendichtungen können die Leckagen in Triebwerken um bis zu 90 Prozent reduzieren. Foto und Copyright: MTU Aero Engines  

 

Vor über 30 Jahren hat die MTU Aero Engines ihre erste Bürstendichtung entwickelt. Die Bauteile überzeugen nicht nur in Luftfahrtantrieben – darunter auch die Getriebefan-Triebwerksfamilie von Pratt & Whitney - sondern auch in Dampf- und Gasturbinen, Pumpen und weiteren Anwendungen des allgemeinen Maschinenbaus. Hinter den Bürstendichtungen steht eigentlich eine einfache Technologie: "Bei Bürstendichtungen bilden Tausende dünner Drähte eine sehr flexible Dichtung, die sich nahezu perfekt an die abzudichtende Fläche anpasst", erläutert Benjamin Großkurth, der die Fertigung dieser Bauteile bei der MTU leitet. Mit dieser Eigenschaft sind sie den üblicherweise verwendeten Labyrinthdichtungen deutlich überlegen. "Durch den Einsatz von MTU-Bürstendichtungen können Leckagen um bis zu 90 Prozent verringert  und dadurch die Leistungsfähigkeit der Maschine gesteigert werden." Jede Erhöhung des Wirkungsgrades verbessert die Ökoeffizienz eines Antriebs; Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen sinken. Bei einem Mittelstreckenflugzeug mit einem Verbrauch von 20000 Tonnen Kerosin pro Jahr lässt sich laut MTU mit den innovativen Dichtungen gut ein Prozent Kraftstoff sparen. Das entspricht der Menge, die zehn Tanklastwagen mit einem Fassungsvermögen von jeweils 20 Tonnen transportieren können. Um den gleichen Prozentsatz geht der CO2-Ausstoß zurück.

Nachdem die MTU bereits je drei Bürstendichtungen in den GTF-Antrieben für die CSeries von Bombardier, den Mitsubishi Regionaljet und die E-Jets von Embraer platzieren konnte, erhielt sie auch den Zuschlag für ein viertes Modell im A320neo-GTF sowie im Getriebefan für die Irkut MS-21: Hier werden jetzt jeweils vier Bürstendichtungen der MTU verbaut. Ihren Ursprung hat die Technologie im militärischen Triebwerksbau. Im Jahr 1983 startete die MTU erste Versuche mit Bürstendichtungsbauteilen und meldete das neue Konzept schon bald zum Patent an. Die erste Bürstendichtung wurde bei der MTU für den Tornado-Antrieb RB199 entwickelt. „6,3 bar, 550° Celsius, 170 Meter Gleitgeschwindigkeit pro Sekunde waren die Ausgangsparameter. Inzwischen ist das für eine Bürstendichtung Komfortbereich“, schildert Großkurth. Heute befinden sich Dichtungen selbst bei 700° Celsius und einer Oberflächengeschwindigkeit von 500 Metern in der Sekunde im Einsatz. Zur Anwendung kommen sie im EJ200 des Eurofighters, im PW6000 des Airbus A318 und im TP400-D6 des Airbus-Militärtransporters A400M.

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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