27.04.2018
FLUG REVUE

Next European Fighter EngineMTU bereitet sich auf Militärauftrag vor

Auf der ILA brachte sich der Münchner Triebwerkshersteller MTU Aero Engines für die Entwicklung und Produktion des Antriebs für das künftige deutsch-französische Kampfflugzeug in Stellung und zeigte ein überraschend weit gediehenes Konzept namens Next European Fighter Engine (NEFE).

MTU Aero Engines Next European Fighter Engine

Auf der ILA 2018 zeigte MTU Aero Engines das Konzept des Next European Fighter Engine. Foto und Copyright: Ulrike Ebner  

 

Das nächste Kampfflugzeugtriebwerk soll nach den Vorstellungen von MTU eine Variable Cycle Engine werden. Das heißt, dass es an verschiedene Betriebszustände angepasst werden kann, um den Treibstoffverbrauch zu reduzieren. Zudem sollen neue Materialien wie keramische Verbundwerkstoffe eingesetzt werden, um Gewicht zu sparen. Dazu sollen auch deutlich mehr 3D-gedruckte Bauteile beitragen.

Laut Michael Schreyögg, MTU-Programmvorstand, ist mit dem Projektstart Eile geboten: „Wenn wir 2022 mit der Triebwerksentwicklung mit wirklich neuer Technologie beginnen wollen, dann müssen wir jetzt in die Demonstratorprogramme investieren.“ Nach Angaben des Triebwerksherstellers beschäftigt man sich seit rund zwei Jahren mit der Konzeption, etwa zehn Millionen Euro aus eigenen Mitteln fließen bereits jährlich in das Programm. Dieser Betrag müsse allerdings in den kommenden sechs Jahren auf 60 bis 80 Millionen Euro jährlich ansteigen.

Eine Zusammenarbeit mit dem französischen Triebwerkshersteller Safran Aircraft Engines scheint sehr wahrscheinlich, auch wenn MTU dazu noch keine Auskunft geben wollte. Wichtig ist dem Münchner Unternehmen aber, dass beim Future Combat Air System (FCAS) nicht dieselben Fehler gemacht werden wie beim Militärtransporter A400M. Wichtig sei der direkte Kontakt zum Endkunden, also den Regierungen, eine klare Führung und eine limitierte Anzahl an Partnern.



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