02.11.2015
Erschienen in: 10/ 2015 FLUG REVUE

WachstumsschubNeue Antriebe für die Zukunft

Erhebliche Einsparungen bieten die aktuell in der Entwicklung und Erprobung befindlichen Triebwerke. Gleichzeitig müssen sich die Hersteller auf rasante Fertigungsraten vorbereiten.

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Nicht nur die Fertigung der Trent-Familie von Rolls-Royce läuft auf Hochtouren. Foto und Copyright: Rolls-Royce  

 

Selten gab es so viele neue Triebwerksprogramme wie heute. Dabei müssen die Firmen gleich zwei Herausforderungen bewältigen: Die Anforderungen an Betriebskosten und Umweltverträglichkeit werden immer höher, und die benötigten Stückzahlen steigen äußerst rasant.

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Triebwerksbedarf bis 2023: Beim addierten Schub aller benötigten Triebwerke sieht Rolls-Royce den größten Bedarf für neue Antriebe im Single-Aisle-Segment. Grafik und Copyright: FLUG REVUE  

 

Angesichts der Verkaufserfolge der neuen Verkehrsflugzeuge wie Airbus A350 XWB und Boeing 787 sind die Triebwerkshersteller im Vergleich zu früheren Programmen gezwungen, mit um ein Vielfaches schnelleren Produktionsanläufen zu planen, während die aktuellen Muster teilweise ihre höchsten Fertigungsraten überhaupt erreichen. Mit Airbus A320neo und Boeing 737 MAX nimmt diese Problematik weiter zu, und auch die Zukunft scheint hohe Stückzahlen zu versprechen. 

Rolls-Royce etwa geht im Luftverkehr von einer jährlichen Wachstumsrate von 4,5 Prozent aus. Bis zum Jahr 2023 schätzen die Briten einen Bedarf von 27 000 neuen Verkehrsflugzeugen, für die 55 000 Triebwerke nötig sind. Forecast International rechnet bis 2028 sogar mit der Produktion von 231 000 Strahlantrieben aller Art im Gesamtwert von 1,07 Billionen Dollar.

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In den letzten 15 Jahren hat sich der Treibstoffverbrauch deutlich reduziert. Grafik und Copyright: FLUG REVUE  

 

Aus technischer Sicht versprechen die neuen Triebwerke einen um bis zu 15 Prozent niedrigeren Kraftstoffverbrauch gegenüber ihren Vorgängern. Um dies zu bewerkstelligen, stoßen die Ingenieure bei Nebenstrom- und Gesamtdruckverhältnis in immer neue Regionen vor. Dies lässt sich nur mit Hilfe neuer Technologien erreichen, die sich auch für eine Massenproduktion eignen müssen. Fast alle Hersteller setzten beispielsweise auf Werkstoffe wie Titanaluminid oder keramische Verbundmaterialien. Auch das Untersetzungsgetriebe, das seinen endgültigen Durchbruch der PurePower-Familie von Pratt & Whitney verdankt, spielt eine zunehmend größere Rolle. Selbst Rolls-Royce verfolgt das Konzept nun besonders aktiv. GE Aviation arbeitet dagegen im Militärbereich an Antrieben mit variablem Kreisprozess. Die hier gewonnenen Erkenntnisse könnten auch in zukünftigen zivilen Produkten Anwendung finden.


WEITER ZU SEITE 2: Pratt & Whitney PW1100G-JM

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