30.10.2015
FLUG REVUE

Forschung für künftige TurbinenNeuer DLR-Prüfstand in Betrieb

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat am 29. Oktober in Göttingen einen neuen Prüfstand für Turbinen von Flugzeugen und Kraftwerken eingeweiht.

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Für die Eröffnungsfeier wurde der Prüfstand kunstvoll angeleuchtet. Foto und Copyright: DLR  

 

Auf dem Prüfstand des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Göttingen sollen Turbinen für Triebwerke bis hin zur Größenklasse der Antriebe des Airbus A380 in Originalgröße bei realistischen Bedingungen getestet werden. Im Vordergrund steht die Entwicklung von umweltfreundlicheren und kostengünstigeren Turbinen für Flugzeugtriebwerke und Kraftwerkanlagen. DLR-Luftfahrtvorstand Prof. Rolf Henke und Niedersachsens Ministerpräsident Stefan Weil starteten die Anlage „Next-Generation Turbine (NG-Turb)“ symbolisch am 29. Oktober 2015. Die Einrichtung mit einem Investitionsvolumen von 15,6 Millionen Euro gilt laut DLR als einer der weltweit leistungsstärksten Prüfstände seiner Art. "Der neue Turbinenprüfstand wird zu den international leistungsstärksten Testeinrichtungen für Flugzeugturbinen zählen", sagte Henke. „Damit baut das DLR Göttingen seine Stellung als europaweit bedeutender Standort in der Turbinenforschung weiter aus.“

Der Prüfstand leistet einen Massenstrom von bis zu zehn Kilogramm pro Sekunde für die  Turbine, und das Druckverhältnis des Verdichters ist doppelt so hoch wie in der bestehenden DLR-Anlage. Außerdem plant das DLR die Ausstattung mit einem Brennkammersimulator, der die Strömungsvorgänge bei der Kraftstoffverbrennung am Austritt einer Triebwerksbrennkammer realitätsnah abbilden soll.

Das Land Niedersachsen hatte 2,5 Millionen Euro zu den Kosten des Prüfstandes beigesteuert, der auch von den beiden Triebwerksunternehmen MTU Aero Engines und Rolls-Royce Deutschland genutzt werden wird. Alastair McIntosh, Executive Vice President, Engineering & Technology CSME von Rolls-Royce Deutschland sagte bei der Inbetriebnahme: „Das DLR bietet mit der neuen Anlage einmalige Voraussetzungen für komplexe Turbinentests, durch die wir noch effizientere, noch saubere Triebwerke bauen können. Davon profitieren alle neuen Triebwerksprogramme unseres Unternehmens auf viele Jahre. Wir freuen uns daher auf eine Fortsetzung der produktiven Zusammenarbeit mit den Kollegen des DLR.“

Dr.-Ing. Gerhard Ebenhoch, Leiter Technologie-Management bei MTU Aero Engines, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass das DLR diesen äußerst komplexen Großprüfstand eingerichtet hat. Die Verfügbarkeit eines solchen Hochleistungsprüfstands ist gerade in einer Zeit wichtig, in der die Möglichkeiten der virtuellen Darstellung immer tiefgreifender werden. Auf dem Gebiet der Gasturbine soll dieser Prüfstand die notwendigen, detaillierten Versuchsergebnisse liefern, die uns in die Lage versetzen, die immer genauer werdenden Simulationsverfahren zuverlässig zu validieren."

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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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