04.10.2017
FLUG REVUE

Antriebskonzept für 2030?Safran Open Rotor im Test

Safran hat am Dienstag offiziell den Erfolg der bislang im Geheimen durchgeführten Prüfstandsversuche mit dem Open Rotor in Istres gefeiert.

Open Rotor Testlauf Safran 2017

Für die Tests des Open Rotor nutzt Safran einen neuen Teststand im südfranzösischen Istres (Foto: Safran).  

 

Der Open Rotor Demonstrator, der im Rahmen des umfangreichen europäischen Clean Sky Forschungsprogramms entwickelt wurde, hatte sein Testprogramm wohl im Mai gestartet.

Wie sein Name schon sagt, verfügt der Open Rotor über nicht ummantelte Fans. In diesem Fall treibt ein Getriebe zwei gegenläufig rotierende Fans an. Mit dem Konzept soll der Kraftstoffverbrauch gegenüber dem CFM Leap um etwa 18 Prozent gesenkt werden. Eine Serienausführung könnte bis 2030 verfügbar sein.

Open Rotor: Clean Sky Programm seit 2008

Open Rotor vorn Safran 2017

Der Open Rotor von Safran verfügt über zwei gegenläufige, nicht ummantelte Fans (Foto: Safran).  

 

Das Open-Rotor-Programm läuft seit 2008, wobei sich die Tests um etwa zwei Jahre verzögerten. Partner im Rahmen des Clean Sky-Programms haben von der Europäischen Kommission für dieses Projekt über einen Zeitraum von acht Jahren 65 Millionen Euro erhalten. Insgesamt liegen die Kosten bei 127 Millionen Euro.

An dem von Safran geleitete Demonstrationsprogramm sind Partner wie GKN Aerospace, Avio und Safran Nacelles beteiligt. Vor den Bodenversuchen wurden unter anderem Windkanalversuche bei der französischen Luftfahrtforschungsagentur ONERA durchgeführt. Sie ergaben laut Hersteller, dass man mit neuen Blattformen den künftigen Lärmstandards (Chapter 14) genügen kann.

Die Erfolgsaussichten eines Open Rotor sind dennoch ungewiss. Safran erforscht daher auch andere Antriebslösungen, insbesondere den UHBR (Ultra High Bypass Ratio), ein ummanteltes Turbofan-Triebwerk mit einem sehr hohen Nebenstromverhältnis, das den Kraftstoffverbrauch um 5 bis 10 % reduzieren würde. Die UHBR wäre für die Flugzeughersteller eine glaubwürdige Lösung gegen 2025, da sie sich problemlos in bestehende Flugzeuge integrieren ließe. Gleichzeitig untersucht Safran auch verteilte, elektrische und hybride Antriebssysteme.



Weitere interessante Inhalte
"IL-Check" bei den Elbe Flugzeugwerken Nächste Lufthansa A380 kommt nach Dresden

12.12.2017 - Am Dienstag wird der bereits zweite Airbus A380 von Lufthansa zur Wartung in Dresden erwartet. Auch Air France hatte ihre Riesen zuvor schon zum Check an die Elbe geschickt. … weiter

Übersicht Zivilflugzeug-Bestellungen im Jahr 2017

12.12.2017 - Welche Airline hat bei Airbus, Boeing, Bombardier, Embraer und Co. bestellt oder Optionen gezeichnet? Unsere Übersicht gibt Ihnen eine aktuelle Auflistung der Flugzeugbestellungen im Jahr 2017. … weiter

Pilot Academy airBaltic bildet Nachwuchs-Piloten aus

12.12.2017 - Vom Fußgänger zum Linienpilot: Die lettische Fluggesellschaft sucht die ersten 20 Bewerber für ihre neu gegründete Pilot Academy in Riga. … weiter

Bestseller Turbofan-Triebwerk CFM56

12.12.2017 - Vor 35 Jahren ging das in einer französisch-amerikanischen Partnerschaft entwickelte CFM56 an einer Douglas DC-8-71 in Dienst. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten wurde es zum meistverkauften zivilen … weiter

Vielflieger Lufthansa ändert Vergabe von Prämienmeilen

11.12.2017 - Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group ändern die Vergabe von Prämienmeilen an Teilnehmer des Vielflieger- und Prämienprogramms Miles & More. Die Meilengutschrift richtet sich ab März 2018 nach … weiter


FLUG REVUE 01/2018

FLUG REVUE
01/2018
11.12.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Airbus A380 für Emirates
- Airbus-Hoffnung China
- Auftragsfeuerwerk Dubai Air Show
- Tornado-Training
- F-35 für die Luftwaffe?
- Adaptive Tragflächen
- Vorausschauende Instandhaltung
- Mehrwegraketen