23.05.2016
Erschienen in: 06/ 2016 FLUG REVUE

Triebwerkstechnologie aus DeutschlandNeuer Schub in der Zivilluftfahrt

MTU hat sich mit Beteiligungen an verschiedenen Programmen eine gute Ausgangslage für Triebwerkstechnologie bei Großraum- und Standardrumpfflugzeugen erarbeitet.

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Koloss auf dem Prüfstand: Das GE9X hat einen Fandurchmesser von 3,4 Metern. Foto und Copyright: GE Aviation  

 

Seit Mitte April wird das GE9X von GE Aviation im Testzentrum in Peebles, Ohio, erprobt, und mit dabei ist auch ein Bauteil aus München. Der deutsche Triebwerkshersteller MTU Aero Engines steuert zum exklusiven Antrieb der Boeing 777X das Turbinenzwischengehäuse bei. Es bildet den Übergang für das von der Hoch- zur Niederdruckturbine strömende Heißgas. Mit einem Anteil von vier Prozent am GE9X sichert sich MTU eine gute Position im Langstreckengeschäft: Über die Programmlaufzeit wird ein Umsatz von rund vier Milliarden Euro erwartet.

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MTU entwickelt und fertigt das Turbinenzwischengehäuse des GE9X. Foto und Copyright: MTU  

 

Derweil befindet sich ein anderer für MTU wichtiger Antrieb bereits in der Serienfertigung: die Getriebefan-Familie des amerikanischen Triebwerksherstellers Pratt & Whitney. MTU hat daran einen Programmanteil zwischen 15 und 18 Prozent. Beim A320neo-Antrieb PW1100G-JM sind die Münchner verantwortlich für die Niederdruckturbine und die ersten vier Stufen des Hochdruckverdichters, zudem werden Bürstendichtungen und Nickel-Blisks für Bauteile des Hochdruckverdichters hergestellt. Eine von drei Fertigungslinien befindet sich in München. Damit übernimmt MTU erstmals die Endmontage eines zivilen Erstausrüster-Triebwerks. Mit bis zu 50 Prozent des Serienumsatzes sollen die neuen Antriebe den bisher stärksten Umsatzträger, das IAE V2500, ablösen. Im Rahmen des EU-Programms Clean Sky arbeitet MTU bereits an Verbesserungen der Getriebefan-Technologie. Sie soll auch für höhere Schubklassen weiterentwickelt werden.

Trotz der zunehmenden Bedeutung ziviler Triebwerke generiert MTU rund 13 Prozent des Umsatzes im militärischen Bereich. Dazu tragen Beteiligungen am TP400-D6 des Militärtransporters A400M, am EJ200 des Eurofighters und am GE38 des Schwertransporthubschraubers CH-53K bei.

Rolls-Royce Deutschland

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Prüfstand bei Rolls-Royce für Großtriebwerke. Foto und Copyright: Rolls-Royce  

 

Auch Rolls-Royce wird auf der ILA mit ausgewählten Exponaten aktueller Triebwerksprogramme vertreten sein. Unter anderem werden für die Trent-XWB-Triebwerke für den Airbus A350 XWB und das TP400-D6 für den Airbus A400M am Standort Oberursel Komponenten gefertigt.

In Dahlewitz befinden sich neben der Endmontage des IAE V2500 für die A320 und der BR700-Triebwerke auch mehrere Prüfstände, darunter der für Großtriebwerke (siehe Foto).

Zudem wird dort aktuell ein Prüfstand für Reduktionshauptgetriebe gebaut, Ende des Jahres soll er fertig sein. Hier werden die Leistungsgetriebe künftiger Ultrafan-Triebwerke getestet.

FLUG REVUE Ausgabe 06/2016

www.flugrevue.de/Ulrike Ebner


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