in Kooperation mit

Intro Special Tag der Luft- und Raumfahrt 2011

Tag der Luft und Raumfahrt 2011

Fliegende Teleskope, moderne Verkehrsflugzeuge und die Perspektiven der bemannten Raumfahrt - dies sind nur einige Themen beim Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 in Köln. Gemeinsam mit Germanwings und dem DLR stellen wir die Schwerpunkte des Tages und viele weitere interessante Aspekte vor.

Intro Special Tag der Luft- und Raumfahrt 2011

So sind zum Beispiel das fliegende Teleskop SOFIA an Bord einer Boeing 747 und der Airbus A380 zu Gast in Köln. Dazu kommen zahlreiche weitere Flugzeuge. Auch die Raumfahrtforschung präsentiert sich mit vielen Schwerpunkten.

Damit Sie sich auf den Tag vorbereiten können, stellen Ihnen DLR, FLUG REVUE und Germanwings Ihnen in den nächsten Wochen zahlreiche aktuelle Themen aus Luftfahrtforschung und Praxisbetrieb vor.

Hier zeigt sich auch der Alltagsbezug in vielen Forschungsfeldern. Was Wissenschaftler des DLR zum Beispiel zu den Themen Lärmschutz, Flugbetrieb oder Flughafenplanung entwickeln, muss später bei Airlines wie Germanwings seine Praxistauglichkeit unter Beweis stellen.

Die DLR-Infoseite zum Tag der Luft- und Raumfahrt finden Sie hier. Zum Gewinnspiel von Germanwings, DLR und FLUG REVUE bitte hier klicken.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Fluggeräte

SOFIA über der NASA Dryden Aircraft Operations Facility in Palmdale. © DLR

Das Fluggerät im Überblick:


Fliegende Hubschrauber Simulator FHS

Der "Fliegende Hubschrauber Simulator" ACT/FHS des DLR basiert auf einem Serienhubschrauber des Typs Eurocopter EC 135 und hat seine Heimatbasis normalerweise in Braunschweig. Für die Verwendung als Forschungs- und Versuchsgerät wurde der Hubschrauber erheblich modifiziert, unter anderem mit einer Fly-by-Wire/Light (FBW) Steuerung.


Airbus A320-232 ATRA

Der Airbus A320 ATRA (Advanced Technology Research Aircraft) ist das größte Mitglied der DLR-Forschungsflotte. Die Variabilität als primäres Ziel des ATRA ermöglicht die anwendungsnahe Erforschung unterschiedlichster Disziplinen. Diese Forschungsthemen reichen nach Angaben des DLR von komfort- und sicherheitsfokussierten Kabinen und Systemen über Aerodynamik, Avionik und Kommunikation bis hin zu innovativen Flugzeug-Strukturen und -Materialien.


Cessna 208B Grand Caravan

Die Cessna 208B Grand Caravan ist die kleinste Maschine des DLR-Flugbetriebs in Oberpfaffenhofen. Das einmotorige Turboprop-Flugzeug wird vom DLR hauptsächlich zur Fernerkundung eingesetzt und eignet sich besonders für Kameraflüge, wie zum Beispiel mit der vom DLR betriebenen hochauflösenden Stereokamera HRSC (High Resolution Stereo Camera), die auch für Weltraummissionen genutzt wird.


Airbus A380 und A300 Zero-G und Flugzeuge der Bundeswehr

Neben dem Parabelflugzeug Airbus A300 ZERO-G können ebenfalls der Airbus A380 und die Boeing 747 SOFIA besichtigt werden. Auch die Luftwaffe als Partner des Tags der Luft- und Raumfahrt beteiligt sich mit Flugzeugen, so dem ECR Tornado, der F4 Phantom und dem Eurofighter sowie einer Transall C160 und dem Airbus A310 MedEvac, der bereits für internationale Hilfsmissionen im Einsatz war. Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit werden die beiden Airbus A340 der Flugbereitschaft der Bundeswehr gezeigt.

Die Flugzeuge im Überblick finden Sie hier beim DLR.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Tandem X

TanDEM-X liefert hochauflösende Bilder und Höhenprofile. Foto und Copyright: DLR

Die genauen Bilder und Höheninformationen helfen zum Beispiel bei der Evakuierung von Menschen in der Nähe von gefährlichen Vulkanen. Durch die Satellitendaten lassen sich Verlauf und Entwicklung von Lavaströmen beobachten.

TanDEM-X startete am 21. Juni 2010 in eine 514 Kilometer hohe Umlaufbahn. Wenig später wurde von den DLR-Wissenschaftlern der enge Formationsflug mit dem bereits 2007 gestarteten TerraSAR-X eingeleitet und die beiden Radarsatelliten bis auf wenige hundert Meter zusammengeführt. Dieser Formationsflug ermöglicht Radaraufnahmen der beiden Satelliten der Erde aus verschiedenen Blickwinkeln, die zur Erstellung des Höhenmodells der gesamten Erdoberfläche notwendig sind.

"Ein weiterer Schritt Richtung globalem Höhenmodell war die Inbetriebnahme der Kommandierungs- und Verarbeitungsketten und die Bestätigung der vorhergesagten Qualität der ersten digitalen Höhenmodelle", schildert Dr. Manfred Zink, Projektleiter für das TanDEM-X-Bodensegment beim DLR. Über ein Netzwerk von Bodenstationen werden die Daten aus der Umlaufbahn erfasst und weiterverarbeitet.

Weitere Details zum TanDEM-X-Programm können Sie beim DLR hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 CASE Rechenzentrum

Simulation der Strömungsverhältnisse an einer Airbus-A380-Tragfläche. Grafik: DLR

Grundlage neuer Flugzeugentwürfe ist neben den technischen und kommerziellen Anforderungen zunächst jede Menge Physik. Wie verhält sich die Luftströmung in bestimmten Geschwindigkeitsbereichen, welche Störungen treten am Flugzeug auf und wo müssen die Konstrukteure gegebenenfalls nochmal nachsitzen? Viele dieser Fragen lassen sich heute mit leistungsfähigen Computern angehen, um ein möglichst solides Fundament für die spätere Flugerprobung zu schaffen.

Das Ziel von C²A²S²E ist ist nach Angaben des DLR, Prozesse, Methoden und numerische Verfahren so weit zu entwickeln, dass sie eine hochgenaue Simulation des fliegenden Flugzeugs im gesamten Flugbereich unter Berücksichtigung aller beteiligten Kerndisziplinen im industriellen Entwicklungsalltag ermöglichen.

Nähere Informationen zum C²A²S²E können Sie hier beim DLR nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011Germanwings Mobile Check In

Mobiles Einchecken bei Germanwings

Als der Weg ins Flugzeug noch über Papierticket, Schlangestehen am Schalter und Bordkarte aus Pappe führte, dauerten solche Vorbereitungen manchmal länger als der Flug. Wer sparsam reiste, stand meistens mit vielen weiteren Passagieren in einer langen Schlange.

Schnell ging das Einchecken eher für Reisende in der First oder Business Class: Über den Teppich zwischen roten Kordeln zum Check-In-Schalter - und wenig später die Bordkarte in der Hand.

Wer über das Web oder sein Smartphone eincheckt, genießt heute auch als sparsamer Gast die gleiche Geschwindigkeit wie früher nur der Reisende in höheren Klassen. Die Bordkarte lässt sich am Computer daheim oder im Büro ausdrucken - und kurz vor dem Flug geht es direkt zur Sicherheitskontrolle und ans Gate.

Ebenso schnell und noch flexibler ist es mit dem Smartphone. Hier reist der Gast ganz ohne Papier - ein Strichcode auf dem Display des Telefons übernimmt diese Rolle.

Welche Möglichkeiten inzwischen bei den elektronischen Buchungs- und Eincheck-Tools zum Standard gehören, zeigt ein Überblick bei Germanwings.

Mobiles Portal:

- Buchungen, Umbuchungen, Nachbuchung, Check-In, Flugstatus, Flugplan und Meilenkonto abfragen

- Erreichbar bei Aufruf von germanwings.com im Handy-Browser oder unter mobile.germanwings.com 

- Nachbuchung von Gepäck, Übergepäck und Sitzplätzen (solange nicht eingecheckt) – einfach mit Buchungscode und Nachname

- Mobile Bordkarte kommt per sms oder per Email

- Auf Deutsch und Englisch verfügbar

Germanwings App:

- Erhältlich im iTunes Store

- Germanwings App für iPhone, iPad und iPod touch

- Bietet zusätzliche Services gegenüber dem mobilen Portal

- Bordkartenspeicherung in der App Bordkarte ist innerhalb der App gespeichert, ohne dass man für den Aufruf der Bordkarte am Gate noch einmal online gehen muss

- Aktuelle Reiseinformationen: sobald aktuelle Reiseinformationen vorliegen, erhält der Nutzer beim Öffnen der Germanwings App eine Information, dass eine neue Meldung vorliegt

- Newsfeeds: innerhalb der Germanwings App werden immer alle Newsfeeds der Facebook- und Twitter-Seiten eingeblendet

- Services, die auf dem Startscreen am Häufigsten verwendet werden, rücken automatisch in den Vordergrund

- Weitere Features mit der Beschreibung sind ebenfalls hier zu finden

- Auf Deutsch und Englisch verfügbar

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011Germanwings Schlechtwetter-Flug

Airbus A319 von Germanwings beim Start. Foto und Copyright: FLUG REVUE / Heiko Stolzke

Beim Thema Wetter kann die Fluggesellschaft viele Entscheidungen gar nicht allein treffen. Auch Flugsicherung und Flughäfen bestimmen, ob bei einer bestimmten Wetterlage abgehoben werden kann, oder sich die Reise verzögert.

Einige Faktoren im Detail

Nebel:

Germanwings hat eine Zulassung, die Germanwings CAT IIIB Anflüge erlaubt. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich der internationale Standard für Instrumentenanflüge - das heißt also, die Besatzung kann erst in einem bestimmten Abstand die Landebahn sehen. Zwei Angaben sind dabei wichtig: Wie tief hängen die Wolken über dem Boden - und wie weit kann man nach vorn schauen. Dies regeln die einzelnen Stufen CAT I, CAT II und CAT III. Je höher die Zahl, desto schlechter die Sichtverhältnisse. Stufe III ist nochmals unterteilt - in IIIA, IIIB und IIIC.

Dazu müssen der Flugbetrieb und seine Verfahren zugelassen sein, die Piloten entsprechend trainiert und lizenziert sein sowie der Flughafen Anflüge der Betriebsstufe III haben. Das bedeutet: Bei Wetterbedingungen mit einer Sicht von nur 75 m kann noch sicher geflogen werden. Zum Vergleich: Dies ist kürzer als die Laufbahn eines durchschnittlichen Schulsportplatzes.

Aber auch wenn die Besatzung und das Flugzeug unter diesen Bedingungen sicher unterwegs sind - bei schlechter Sicht müssen an den Flughäfen oft höhere Abstände zwischen den Flugzeugen eingehalten werden. Das kann die Abläufe verzögern.
 
Regen:
 
Ein modernes Verkehrsflugzeug wie zum Beispiel die Airbus A319-Flotte von Germanwings muss schon bei der Flugerprobung zahlreiche heftige Wettersituationen überstehen. Dazu zählen Landungen auf überschwemmten Bahnen, Seitenwind, Vereisung oder starker Regen. Bei diesen Testprogrammen müssen auch die Triebwerke noch störungsfrei funktionieren, selbst wenn gigantische Wassermassen hineingespritzt werden.

Damit die Landung auf einer nassen Bahn nicht zur Rutschpartie wird, sind Flugzeuge ähnlich wie moderne Autos mit einem Antiblockiersystem ausgestattet. Außerdem wird im Flugzeug meist auch mit der Schubumkehr gebremst - dabei wird der Triebwerksschub für kurze Zeit nach vorn umgeleitet.

Durch heftige Gewitter wird in der Regel dennoch nicht hindurchgeflogen. Zwar würden die Turbulenzen das Flugzeug kaum gefährden, der Komfort für die Reisenden wäre aber sehr stark eingeschränkt. Dass Flugzeuge auch in heftigen Tropenstürmen nicht abstürzen, zeigen zum Beispiel die Hurrikan-Flüge amerikanischer Meteorologen. Hier wird regelmäßig direkt durch Stürme hindurchgeflogen, um sichere Wetterdaten gewinnen zu können.

Eis und Schnee:

Vielen Passagieren ist es aus Flügen im Winter vertraut: Kurz bevor das Flugzeug auf die Startbahn rollt, bekommt es eine Dusche mit heißem Wasser sowie einer speziellen Flüssigkeit. So wird das Eis von den Tragflächen entfernt, es könnte sonst im ungünstigsten Fall den Auftrieb verringern. Die Flüssigkeit ist wie eine Art Frostschutzmittel im Waschwasser des Autos. Sie verhindert, dass sich beim Start neues Eis ansetzt. Wenn das Flugzeug in der Luft ist, verhindern Enteisungsanlagen mit heißer Luft aus den Triebwerken, dass sich neues Eis bildet. Am Boden reichen diese Anlagen aber nicht aus - das ist in etwa wie bei der Scheibenenteisung am Auto im Winter: Während der Fahrt reicht das Heißluftgebläse im Auto. Um die Scheibe aber erstmal freizubekommen, ist Kratzen oder Enteisungsspray notwendig.

Die DLR-Infoseite zum Tag der Luft- und Raumfahrt finden Sie hier.

Zum Gewinnspiel von Germanwings, DLR und FLUG REVUE bitte hier klicken.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Germanwings Operation Center

Airbus A319 von Germanwings beim Start. Foto und Copyright: FLUG REVUE / Heiko Stolzke

72 Stunden vor dem Abflugtag übernimmt die Verkehrszentrale den Flugplan. Sie überwacht im 24-Stunden Betrieb den Flugbetrieb und greift bei Störungen jeglicher Art in den Flugbetrieb ein. Die Steuerung erfolgt nach den Prämissen Sicherheit, Passagierkomfort, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Dreizehn Contoller und Senior Contoller stellen, mit Fokus auf das Gesamtoptimum, den Betrieb in der Verkehrszentrale sicher. Dabei besteht die Früh-, Spät-, und Nachtschicht aus jeweils einem Contoller sowie einem Senior Contoller.

Die Grundlage für die Tätigkeit und Verantwortlichkeit der Verkehrszentrale richtet sich nach gesetzlichen und betrieblichen Forderungen, die unter anderem im Luftverkehrsgesetz (LVG), in der EU-OPS und im OM/A geregelt sind. Das sind externe und interne Regeln für den sicheren Flugbetrieb.

Die Verkehrszentrale ist dabei insbesondere verantwortlich für:

- Überwachung des laufenden Flugbetriebs
- Identifizierung und Bewertung von Störungen
- Eingriff in den Flugplan zur Eliminierung bzw. Milderung von Störungen
- Zentrale Information, Koordination und Kommunikation zum laufenden Flugbetrieb
- Zentrales Krisenmanagement

Die Stabilität des Flugbetriebs wird primär über den kurzfristigen Einsatz von Flugzeug-und Crew-Reserven sowie Aircraft- und Equipment Changes herbeigeführt. Im Extremfall kommt es auch zu Flugannullierungen.

Etwa 35% der ca. 65.000 Flüge im Jahr werden kurzfristig über Aircraft- und Equipment-Changes stabilisiert oder an kurzfristige Nachfrageentwicklungen angepasst.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 GBAS

Die Komponenten der GBAS Station des DLR am Flughafen Braunschweig. Foto und Copyright: DLR

Derzeit steuern Verkehrsflugzeuge beim Weg zur Landebahn in der Regel einen Standardkurs: Auf dem Leitstrahl des so genannten Instrumentenlandesystems sinkt das Flugzeug in Richtung Piste. Wie am Seil einer Gondelbahn führt der Weg so an die korrekte Stelle über der Landebahn. Problem dabei: Die Anflüge können nicht in Kurven verlaufen.

Ein neues Konzept hierfür sind Anflüge mit einem steileren Winkel - und auf gekrümmten Bahnen - zum Beispiel um Dörfer in der Einflugschneise herum.

Wichtiges Hilfsmittel dabei ist das so genannte GBAS. Dies ist ein Bodensystem, das die Funktion des Satellitennavigationssystems GPS ergänzt. Ein System am Boden verbessert bei GBAS die Genauigkeit der GPS-Ortung auf weniger als einen Meter. Hierdurch kann der Pilot aus verschiedenen Anflugwinkeln auswählen und besonders steile Anflugrouten fliegen. Das DLR verfügt am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg über eines der wenigen GBAS-Systeme in Europa. Nähere Details zu den entsprechenden Forschungsprojekten des DLR finden Sie hier.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Stade und Augsburg

Schweres Gerät für leichte Flugzeugbauteile - Transport eines Autoklaven zum DLR-Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie. Foto und Copyright: DLR

Das Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie mit seinen Standorten Stade und Augsburg bündelt innerhalb des DLR-Netzwerks die Forschungskompetenz zu neuen Werkstoffen und Verfahren für Flugzeugteile. Insbesondere kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffe (CFK) sind für Verkehrsflugzeuge der nächsten Generation eine interessante Alternative zu metallischen Werkstoffen.

Bereits bei den Verkehrsflugzeugen der kommenden Generation wie dem Airbus A350XWB sowie auch der Boeing 787 werden diese neuen Werkstoffe eine wichtige Rolle spielen.

Berechnungen gehen nach Angaben des DLR sogar davon aus, dass bei einem Faserverbundwerkstoffanteil von mehr als 50 Prozent eine Gewichtsreduktion von bis zu 20 Prozent erreicht werden kann.

Weitere Details zu den Forschungsprojekten des DLR im Zentrum für Leichtbauproduktionstechnologie können Sie hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Lampoldshausen

Test eines Raketentriebwerks in Lampoldshausen. Foto und Copyright: DLR

Bevor eine Trägerrakete spektakulär und öffentlichkeitswirksam zum Beispiel in Kourou abhebt, haben die Entwickler meist jahrelang an der Entwicklung von Antrieb, Tanks und Struktur geforscht. Bei der Erprobung von Raketentriebwerken hat das DLR an seinem Standort in Lampoldshausen seit vielen Jahren international anerkannte Kompetenz aufgebaut.

Raketentriebwerke müssen im Gegensatz zu den Motoren von Passagierflugzeugen nicht nur in der Atmosphäre funktionieren, sondern auch im nahezu luftleeren Raum. Ein Verkehrsflugzeug steigt auf Höhen von rund 11 Kilometern. Schon hier ist der Luftdruck im Vergleich zur Erdoberfläche dramatisch gesunken. Eine Trägerrakete muss aber ihre Nutzlast bis in 250 Kilometer Höhe bringen. Entsprechend hoch sind die technischen Anforderungen.

Beim DLR in Lampoldshausen lassen sich auf mehreren Prüfständen die Umweltbedingungen am Boden und in größeren Höhen simulieren. Entsprechend können die Antriebe unter möglichst realen Verhältnissen geprüft werden. Details zu den Anlagen in Lampoldshausen und der Arbeit des DLR-Teams dort können sie hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Flugpsychologie in Hamburg

In der Öffentlichkeit sind die DLR-Flugpsychologen meist durch ihre Einstellungstests für Pilotenanwärter und Lotsen bekannt. Bei einem umfangreichen Auswahlverfahren wird untersucht, ob Bewerber das gewünschte Profil einer Airline mitbringen. Absolviert werden diese Tests am Standort Hamburg des DLR in der Sportallee nahe dem Flughafen.

Doch das Aufgabengebiet der DLR-Flugpsychologie umfasst mehr, als die so genannte Eignungsdiagnostik und ihre Weiterentwicklung. So sind zum Beispiel neue Konzepte für Cockpitgestaltung, Flugführung und Flugsicherung nicht nur aus technischer Sicht eine Herausforderung. Wie orientiert sich ein Pilot oder Lotse an seinem Arbeitsplatz? Welche Verbesserungen bei Displays, Arbeitsabläufen oder Verfahren erleichtern den Piloten oder Lotsen ihre Arbeit?

Mit solchen Fragen beschäftigen sich die entsprechenden Spezialisten des DLR seit vielen Jahren. Weitere Details zur Abteilung für Flugpsychologie finden Sie hier beim DLR.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Shefex

Die SHEFEX-Forschungsrakete in einer DLR-Zeichnung. Copyright: DLR

Das Kunstwort SHEFEX steht für Sharp Edge Flight Experiment, den "scharfkantigen Flugversuch". Ziel der Forschungsarbeiten ist ein Raumgleiter, der ab 2020 für rückführbare Experimente unter Schwerelosigkeit zur Verfügung stehen soll.

Doch bei den SHEFEX-Flügen geht es zunächst um Grundlagenforschung zu neuartigen Hitzeschutzmaterialien. An der Spitze einer Forschungsrakete sind dabei Kacheln aus unterschiedlichen Werkstoffen angebracht.

Der Versuch startet auf einem Raketenstartplatz an der Nordspitze Norwegens nahe der Stadt Andöya. Von dort fliegt die Rakete bis in eine Höhe von etwa 200 Kilometern und beschleunigt auf 12000 Stundenkilometer. Dies reicht noch nicht für einen längeren Aufenthalt in der Erdumlaufbahn. Hierzu wären 28.000 Stundenkilometer erforderlich.

Doch die Wissenschaftler beim SHEFEX-Flug interessieren sich ohnehin für den Wiedereintritt. Dieser lässt sich bei dem kurzen Flug exakt erforschen und wie sich die Materialien an der Spitze bei den Temperaturen von bis zu 2000 Grad verhalten.

Geht alles nach Plan, dann landet der Shefex-Flugkörper nach rund zehn Minuten am Fallschirm. Der erste SHEFEX-Flug fand im Jahr 2005 statt, Mission SHEFEX II soll iwenigen Monaten abheben. Details zu dem Projekt können Sie beim DLR hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Rotorlärm

Die Erforschung der Blattspitzenwirbel bei Hubschraubern soll einen Beitrag zur Lärmreduzierung leisten. Grafik: DLR

Um künftige Hubschraubergenerationen leiser zu machen, müssen die Ursachen des Rotorlärms zunächst im Detail erforscht werden. Hauptgrund sind die Luftwirbel in Folge der Auftriebserzeugung an den Rotorblättern.

Ihre Analyse ist anspruchsvoll: "Unsere Spezialität im DLR Göttingen ist die optische Messtechnik für Strömungen", sagt Prof. Markus Raffel, Leiter der Abteilung Hubschrauber im DLR Göttingen. Der NASA-Wissenschaftler James T. Heineck bestätigt: "Darin zählen die Göttinger zu den besten der Welt." Die NASA-Forscher bringen neben neuester Messtechnik ihre Erfahrung aus Experimenten im größten Windkanal der Welt mit ein.

Die so genannten Blattspitzenwirbel sind aber nicht nur auf Grund ihres Geräuschpegels unbeliebt: Landet ein Hubschrauber bei Staub oder Schnee, wird dieser aufgewirbelt und nimmt den Piloten die Sicht. Weitere Details zu dem Forschungsprojekt können Sie hier beim DLR nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 35 Jahre Falcon

Die Vulkanasche-Jäger des DLR. Inzwischen hat die Falcon 20 auch den passenden Schriftzug auf den Triebwerksgondeln. Foto und Copyright: DLR

Die Falcon ist schon seit 1976 im Einsatz. Besonders spektakuläre Missionen flog die D-CMET zum Beispiel während der Aschewolke im Frühjahr 2010. Während in Europa nahezu alle Flüge am Boden bleiben mussten, nahmen die Besatzungen der Falcon Proben in der Luft.

Ursprünglich handelt es sich bei der Falcon um einen Geschäftsreisejet. Für ihre Forschungseinsätze ist die Falcon an vielen Punkten modifiziert, so dass zum Beispiel an Außenstationen Messsonden befestigt werden können.

Technische Daten nach Angaben des DLR
   
Falcon 20E, Kennung D-CMET
Länge: 17,2 Meter (18 Meter mit Nasenmast)
Höhe: 5,32 Meter
Spannweite: 16,3 Meter
Kabinenlänge: 5,5 Meter
Kabinenbreite: 1,7 Meter
Kabinenhöhe: 1,62 Meter
Sitzplätze: 10

(Im Rahmen der DLR-Forschung drei Sitzplätze für Besatzungsmitglieder und drei Wissenschaftler oder Ingenieure, je nach Instrumentierung)

Leergewicht: 7,53 Tonnen (mit ständiger Versuchsausrüstung)
Gesamtgewicht: maximal 13,2 Tonnen
Antrieb: zwei Garrett Turbojet Triebwerke TFE 731-5BR-2C
Schub: zwei mal 20.000 Newton (kein Umkehrschub)
Reichweite: circa 3700 Kilometer
Flughöhe: maximal 12,8 Kilometer (42.000 Fuß)
Geschwindigkeit: maximal 917 Kilometer pro Stunde (0,865 Mach)
Flugdauer: 5:30 Stunden (abhängig von der Nutzlast)
Tankkapazität: 5007 Liter (4,006 Tonnen)

Ursprüngliche Nutzung: Business Jet und Einsatz im militärischen Bereich
DLR-Flugbetrieb: Oberpfaffenhofen

Detailinfos zu den Missionen der Falcon können Sie beim DLR hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Sofia

SOFIA über dem Dryden Space Flight Center in der kalifornischen Mojave-Wüste. © DLR

Für die Forschungseinsätze wurde eine Boeing 747SP umfassend modernisiert. Bei der Baureihe handelt es sich ursprünglich um eine leicht verkürzte Variante der Boeing 747 für extreme Langstrecken. Das SOFIA-Projekt ist eine Kooperation von NASA und DLR.

Im Rumpf der SOFIA-Boeing-747 sitzen vorn die Wissenschaftler. Im hinteren Teil lässt sich mit einem Rollo der freie Blick für das Infrarot-Teleskop öffnen.

Doch warum lässt sich aus einem Flugzeug heraus besser ins Weltall blicken, als vom Boden? In der Infrarot-Astronomie stört bei Beobachtungen vom Erdboden die Luftfeuchtigkeit enorm die Qualität der Messergebnisse. Aber schon normale Verkehrsflugzeuge und auch SOFIA sind oberhalb von Wetter und Wasserdampf in der Atmosphäre unterwegs. So ist der Blick frei ins Weltall.

Weitere Details zum SOFIA-Projekt lesen Sie hier beim DLR.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Windkanäle

Ein Windkanal funktioniert grundsätzlich wie ein großer Ventilator. Dieser beschleunigt den Luftstrom auf das gewünschte Tempo: Das Flugzeug wird in einer Messkammer befestigt - zahlreiche Sensoren liefern dann die Daten über das Strömungsverhalten, Widerstände, Wirbel und viele weitere aerodynamische Parameter.

Während sich neue Autos noch in Originalgröße in einem Windkanal platzieren lassen, ist dies bei Flugzeugen in der Regel schwierig. Hier helfen maßstabsgetreue Modelle weiter.

Windkanäle sind technisch sehr aufwändige Versuchseinrichtungen. Dies vor allem, wenn es um die Erforschung von Überschallgeschwindigkeiten oder extremen klimatischen Bedingungen geht. Details zu diversen Forschungsprojekten des DLR können Sie hier nachlesen.

Tag der Luft- und Raumfahrt 2011 Sektorloses Fliegen

Versuchsreihe beim DLR für einen effizienter strukturierten Luftraum Foto und Copyright: DLR

Bisher ist der Luftraum in so genannte Sektoren unterteilt. Dies sind in Höhe und Ausdehnung festgelegte Segmente, ähnlich den Stücken oder Schichten eines Kuchens.

Fliegt ein Flugzeug zum Beispiel von Hamburg nach München, dann sprechen die Piloten zunächst mit den Lotsen im Hamburger Kontrollturm. Sobald die Maschine abgehoben hat, durchquert sie auf ihrem Flug mehrere Sektoren. Jedesmal ist neue Kontaktaufnahme und Koordination durch die Lotsen der Flugsicherung notwendig.

Ein Forschungskonzept beim DLR sieht jetzt vor, dass der Luftraum als Ganzes betrachtet wird und ein Lotse das Flugzeug vom Start bis zum Ziel betreut. Hierzu sind aber zahlreiche Aspekte zu klären - so zum Beispiel die Frage, welche "Vorfahrtsregeln" gelten, wenn sich zwei Flugzeuge begegnen, die von unterschiedlichen Lotsen betreut werden.

Weitere Details zu dem Forschungsprojekt beim DLR in Braunschweig können Sie hier nachlesen.

Top Aktuell Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt Preisträger Jetlite: Mit Licht gegen Jetlag
Streaming für Flugzeugfans
Pilotenausbildung bei Easyjet

30 % Rabatt für das First Class Angebot von planestream für FLUG REVUE Abonnenten.

Beliebte Artikel Das neue Logistikzentrum von RECARO wurde Ende Februar eröffnet. Sitzhersteller wächst Recaro eröffnet neues Logistikzentrum GKN erhält EASA-Ergänzungszulassung Verbessertes ADS-B mit GPS-Positionsdaten
Anzeige
Stellenangebote RUAG sucht Flugzeugmechaniker Jetzt bewerben RUAG sucht Flugzeugmechaniker F/A-18 (m/w) Jetzt bewerben PAL-V International BV sucht Sales and Marketing Manager Central Europe (m/w/d) Jobangebot Chiffre - Projektingenieur und Pilot gesucht (m/w/d)