19.02.2018
Erschienen in: 02/ 2018 FLUG REVUE

Austrian AirlinesDuales Studium Aviation Management

Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines bildet ab März 2018 gemeinsam mit der Hochschule Worms Luftverkehrsmanager aus. Zielgruppe sind vor allem Österreicher.

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In Wien lernen die Studenten den Airline-Betrieb kennen. Foto und Copyright: Austrian Airlines  

 

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Das Studium an der Hochschule Worms erfolgt auf Englisch. Foto und Copyright: Hochschule Worms  

 

Austrian Airlines tut sich nach eigenen Angaben schwer mit der Besetzung von akademischen Positionen mit österreichischen Bewerbern. Der Fachkräftemangel ist laut der Lufthansa-Tochter vor allem in den Bereichen Flugbetrieb, Revenue Management und Netzplanung spürbar. Dort sind Mitarbeiter gefragt, die nicht nur betriebswirtschaftliches Verständnis, sondern auch airlinespezifisches Know-how mitbringen. In den vergangenen Jahren habe Austrian Airlines Experten aus ganz Europa nach Wien holen müssen, um freie Stellen zu besetzen. „Das ist aber nicht nachhaltig, weil viele dieser Mitarbeiter ihren Lebensmittelpunkt nicht langfristig in Wien sehen“, so Kay Kratky, Vorstandsvorsitzender von Austrian Airlines.

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Die Hochschule Worms kooperiert bereits mit der Lufthansa. Foto und Copyright: Hochschule Worms  

 

Die Fluggesellschaft hebt deshalb kurzerhand ihr eigenes Ausbildungsprogramm namens AIRcelerate aus der Taufe. Im März 2018 beginnt das duale Studium für künftige Luftverkehrsmanager, das sich vor allem an österreichische Maturanten und Quereinsteiger richtet. Grundsätzlich sei man aber für Bewerbungen aus allen Ländern offen, sofern die vorausgesetzten Sprachkenntnisse (sehr gutes Deutsch und fortgeschrittenes Englisch in Wort und Schrift) erfüllt seien, heißt es bei Austrian. Die Teilnehmer von AIRcelerate absolvieren ein dreieinhalb Jahre dauerndes, englischsprachiges Bachelorstudium an der University of Applied Sciences in Worms. Auf dem Lehrplan stehen neben klassischer Betriebswirtschaftslehre auch luftfahrtspezifische Inhalte.

Warum ausgerechnet eine deutsche Hochschule zum Zuge kommt? Austrian Airlines hat nach eigenen Angaben ursprünglich auch die österreichischen Hochschulen in Graz und Krems für eine Kooperation in Betracht gezogen. Doch diese bieten nur weiterführende Studiengänge im Bereich Luftfahrt an. Mit der Hochschule Worms habe die Lufthansa Group bereits sehr gute Erfahrungen gemacht, so die Fluggesellschaft auf Nachfrage der FLUG REVUE.

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Die Studenten sammeln auch Erfahrungen als Flugbegleiter. Foto und Copyright: Austrian Airlines  

 

Während der vorlesungsfreien Zeit sammeln die Studenten im Rahmen eines Trainee-Programms bei Austrian Airlines in Wien-Schwechat Praxiserfahrung. Unterstützt werden sie dabei von einem Mentor aus dem Management-Team. „Neben Einsätzen am Boden und in der Luft lernen die Teilnehmer in unterschiedlichen Management-Einsätzen, Projekten und Schulungen alles Notwendige, um direkt nach dem Programm bei Austrian einsteigen zu können“, sagt Kratky. Im Rahmen von AIRcelerate sind auch Auslandsaufenthalte möglich, zum Beispiel bei einem selbst orga­nisierten, vierwöchigen Charity-Projekt an einer Austrian-
Auslandsstation. Den Studenten steht auch ein Semester an einer der 100 Partneruniversitäten der Hochschule Worms offen, beispielsweise in den USA, Kanada oder Hongkong.

Die Teilnehmer sind von Beginn an bei Austrian Airlines angestellt und erhalten während der Praxisphasen eine Ver­gütung von 875 Euro monatlich. Die Fluggesellschaft übernimmt zudem alle Studien-, Reise- und Ausbildungskosten. Der erste Jahrgang startet zunächst mit bis zu acht Teilnehmern. Austrian plant aber bereits eine Aufstockung auf rund zehn Ausbildungsplätze im Sommersemester 2019.

Informationen im Internet unter www.austrian.com/bewerbung.

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Ulrike Ebner


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