28.06.2014
Erschienen in: 12/ 2012 FLUG REVUE

Luftfrachtexperten mit CockpitkontaktLademeister

Nur wenn Masse und Schwerpunkt stimmen, kommt ein Frachtflugzeug in die Luft. Nicht nur hierfür sind Lademeister gefragte Experten.

Lufthansa Cargo Lademeister

Luftfracht hat es immer besonders eilig und ist in der Regel besonders wertvoll. Lademeister verantworten die sichere Verladung und pünktliche Abfertigung rund um die Uhr. Foto und Copyright: Lufthansa Cargo  

 

„Weight and Balance“ (Gewicht und Massenverteilung) heißt die Wissenschaft, um die sich Lademeister kümmern: Wie viel Zuladung verträgt ein Flugzeug? Was wiegt die Fracht? Und wo genau muss sie an Bord verstaut werden, damit die vorgeschriebene Schwerpunktlage eingehalten werden kann? Lademeister berechnen die Zuladung für jeden einzelnen Start und übergeben die Papiere, das „Load Sheet“ an die Cockpitbesatzung. Mit ihrer Unterschrift bestätigen sie den Piloten die Richtigkeit der Angaben. Davon hängt die Sicherheit des Fluges ab. Auch wenn die Ladeberechnungen heute im Büro per Computer durchgeführt werden, brauchen Lademeister mathematisches Verständnis und räumliches Vorstellungsvermögen.

Die Aufgaben eines Lademeisters umfasst aber auch die praktische Kontrolle: Wo ist die Ladung an Bord verstaut und wie ist sie gesichert. Auch die Frachtdokumente müssen kontrolliert werden. Teilweise reisen die Lademeister auch an Bord zu kleineren Stationen mit. Bei Frachtcharterflügen sind sie an Bord, um die Abfertigung am Zielort durchzuführen.

Auch in der militärischen Luftfahrt gibt es Lademeister. Sie sind hier meistens ständige Mitglieder der fliegenden Besatzung und spielen eine wichtige Rolle beim reibungslosen Flugbetrieb und bei der Be- und Entladung. Neben den auch zivil üblichen Aufgaben werfen militärische Lademeister sogar Lasten im Flug ab und kümmern sich um mitfliegende Passagiere. Außerdem konfigurieren sie das Flugzeug für den jeweils bevorstehenden Flug, etwa wenn Liegen für Verletzte eingebaut werden, Sitze für Fallschirmjäger hergerichtet, Paletten, Lastwagen oder Panzer verzurrt werden müssen. Vorflugkontrollen und Abfertigungsaufgaben aller Art, wie die Bedienung von Kränen und Gabelstaplern, sind ihnen in Zusammenarbeit mit der restlichen Besatzung ebenfalls vertraut.

Der typische Karriereweg eines zivilen Lademeisters beginnt mit mehrjähriger Erfahrung als Mitarbeiter der Bodenabfertigung. Gutes Englisch und die Bereitschaft zur Schicht- und Nachtarbeit sind, wie meistens in der Luftfahrt, erforderlich. Lademeister sind auch für pünktliche Abläufe mitverantwortlich und müssen als Schnittstelle gut mit Ladearbeitern, externen Dienstleistern, Betankern, der Crew und der Verwaltung zusammenarbeiten.

Ihre Spezialkenntnisse müssen sie stufenweise in Lehrgängen und Schulungen erwerben. Lademeister ist kein Ausbildungsberuf. Die größte deutsche Frachtairline, Lufthansa Cargo, beschäftigt 56 Lademeister. Sie werden intern unter Mitarbeitern mit operativer Vorfeld-Erfahrung, teilweise auch aus dem Bereich Passage, rekrutiert. Aufstiegsmöglichkeiten bestehen beispielsweise zum Sektionsleiter. Einige Frachtairlines haben die Aufgaben von Lademeistern auch ganz oder teilweise ausgelagert. So beschäftigt Aerologic keine eigenen Lademeister, sondern lässt diese Aufgaben von Spezialisten bei DHL erledigen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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