06.08.2018
FLUG REVUE

Hochschule SchmalkaldenPer Fernstudium zum Experten für 3D-Druck

Additive Fertigung spielt in der Luft- und Raumfahrt eine zunehmend wichtige Rolle. Die Hochschule Schmalkalden bietet ein berufsbegleitendes Zertifikatsstudium für Fachkräfte.

3D-gedruckte Flügelstruktur

Die NASA nutzt additive Verfahren für Flügelprototypen. Foto und Copyright: NASA Ames/Dominic Hart  

 

In der Flugzeugentwicklung und im Prototypenbau fnden additive Verfahren bereits seit längerem Anwendung, um schnell und kostengünstig Einzelteile herstellen und verschiedene Designs ausprobieren zu können. Aber auch in der Serienfertigung verbreitet sich der 3D-Druck zunehmend. Beispielsweise sind die Einspritzdüsen des LEAP-Triebwerks von CFM International additiv gefertigt, ebenso wie verschiedene Teile des Airbus A350 XWB, darunter Kunststoffhalterungen für die Kabine. Der Markt wächst und damit auch der Bedarf an Spezialisten. Dabei sind die neuen Fertigungstechnologien nicht nur interessant für große Konzerne wie Airbus, sondern auch für die Zuliefererbranche. Entsprechend richtet sich die berufsbegleitende Weiterbildung Anwendungstechniker (FH) für Additive Verfahren/Rapid-Technologien der Hochschule Schmalkalden in Thüringen vor allem an technische Fachkräfte kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Ende Mai startete der zweite Jahrgang, bestehend aus neun Studenten. Das Zertifikatsstudium in Kooperation mit dem Verband Deutscher Werkzeug- und Formenbauer (VDWF), dem Institut für werkzeuglose Fertigung der Fachhochschule Aachen, dem Fachgebiet Fertigungstechnik der Universität DuisburgEssen und dem Werkzeugbau-Institut Südwestfalen dauert ein Jahr und beginnt jeweils zum Sommersemester. Es beinhaltet sieben mehrtägige Präsenzphasen in Schmalkalden, Aachen, Duisburg und Halver, während derer auch die Prüfungen stattfnden.

Hochschule Schmalkalden

Auf dem Campus der Hochschule Schmalkalden. Foto und Copyright: Hochschule Schmalkalden  

 

Auf dem Stundenplan im ersten Semester stehen die Grundlagen additiver Fertigung, 3D-Druck im nicht-industriellen Bereich, Werkstoffe und deren Qualifzierung sowie kunststoff- und metallbasierte Fertigungsprozesse. Im zweiten Semester beschäftigen sich die Studenten unter anderem mit Produktentwicklung und Konstruktion, Projektund Innovationsmanagement, Fertigungsprozessen für nichtmetallischanorganische Werkstoffe, Qualitätssicherung und der Einführung additiver Verfahren in die betriebliche Produktionsumgebung. In Praxisseminaren werden verschiedene Anwendungsgebiete wie Luftfahrt, aber auch Automobilindustrie und Medizintechnik näher beleuchtet. Am Ende sollen die Absolventen fundierte Kenntnisse über technologische Aspekte, Werkstoffe und Konstruktionsweisen haben. Sie sollen Chancen und Risiken im Bereich der additiven Fertigung analysieren und bewerten sowie Projekte eigenständig umsetzen können.

Das Studium kostet pro Semester 3900 Euro und ist offen für Bewerber mit unterschiedlicher Vorbildung: mit einem abgeschlossenen Hochschulstudium, (Fach-)Abitur oder Realschulabschluss plus einer Berufsausbildung oder einer erfolgreich abgelegten Meisterprüfung. Dazu sind jeweils mindestens ein bis vier Jahre relevante Berufspraxis nötig. Bewerbungen für das Sommersemester 2019 sind ab sofort möglich. Informationen im Internet unter: www.hs-schmalkalden.de

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Ulrike Ebner


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