24.12.2014
Erschienen in: 03/ 2013 FLUG REVUE

Einstieg zum AufstiegPrivatpilotenlizenz als Jugendlicher

Mit dem Fliegen kann man nicht früh genug anfangen, wenn man eine Tätigkeit in der Aerospace-Industrie anstrebt. Die Segelflugausbildung darf man schon mit 14 Jahren beginnen.

Cessna 172 Air to Air für Russen

Die Cessna 172 Skyhawk ist ein typisches Schul- und Reiseflugzeug und wird auch in Deutschland sehr häufig genutzt. Foto und Copyright: Cessna Aircraft  

 

Der Traum von einer Karriere in der Luft- und Raumfahrt beginnt für viele spätere Piloten, Ingenieure, Luftverkehrskaufleute oder Fluggerätmechaniker bereits in der Kindheit. Was vielen nicht bewusst ist: Sie können schon als Jugendliche konkrete Erfahrungen in der Luftfahrt sammeln, die ihnen später bei der Berufswahl behilflich sind.

Während man in Deutschland den Führerschein für ein Moped nach wie vor erst mit 16 Jahren erwerben darf, besteht im Segelflug die Möglichkeit, schon mit 14 Jahren die Ausbildung zu beginnen. Auch wenn es die Lizenz erst mit 16 Jahren gibt, darf man während der Segelflug-Ausbildung alleine fliegen. Es ist also legal, ein Segelflugzeug zu steuern, bevor man ein Mofa fahren darf. Den Segelflug lernt man in der Regel im Verein. In den meisten Aero-Clubs ist es üblich, dass man Arbeitsstunden zum Beispiel in der Werkstatt, leistet. Dadurch bekommt man als junger Mensch praktische Erfahrung im Umgang mit der Luftfahrttechnik. Wer Luft- und Raumfahrttechnik studieren will, um später als Ingenieur für eine Airline oder einen Flugzeughersteller zu arbeiten, dem bietet eine Ausbildung zum Segelflugpiloten einen guten Einstieg zum Aufstieg. Die Kosten für den Erwerb der Segelfluglizenz unterscheiden sich von Verein zu Verein, aber mit ungefähr 1000 Euro kommt man in einem Aero-Club zur Lizenz. Wenn man sich sputet – und das Wetter mitspielt – ist die Segelfluglizenz innerhalb eines Jahres zu machen.

Der Weg zum Piloten eines motorisierten Flugzeugs ist aufwändiger und teurer, dafür erhält man im Fall der Privatpilotenlizenz PPL (A) aber einen Schein, den man später erweitern kann, zum Beispiel durch den Erwerb einer Berufspilotenlizenz, einer Instrumentenflugberechtigung oder eines Verkehrsflugzeugführerscheins (ATPL). Er bildet somit schon die erste Stufe auf dem Weg in das Cockpit als Berufspilot. Als Ausbildungswege für eine Privatpilotenlizenz bieten sich neben einer gewerblichen Flugschule auch Luftsportvereine an. Das Mindestalter für den Ausbildungsbeginn für eine Privatpilotenlizenz ist 16 Jahre, den Schein selbst erhält man frühestens mit 17 Jahren. Auch während der PPL (A)-Ausbildung darf man mit Flugauftrag des Fluglehrers allein fliegen. Mit 17 Jahren darf man also ein Motorflugzeug fliegen, während man ein Auto noch nicht ohne Begleitung eines Führerscheininhabers
steuern darf.

Zwischen 7000 und 12 000 Euro muss man für einen PPL (A) investieren, abhängig davon, wo man schult und wie schnell man die Ausbildung abschließt. Das Investment ist aber meistens gut angelegt. Neben den praktischen Fähigkeiten, die man sich im Rahmen der Ausbildung aneignet, erhalten Flugschüler auch Einblicke in die Luftfahrttechnik und –verfahren, die ihnen bei der Ausbildung in einem Luftfahrtberuf einen Vorsprung verschaffen. Und bei einer späteren Bewerbung in einem Unternehmen ist es sicher nicht von Nachteil, wenn man als Berufsanfänger auf eine mehrjährige Flugerfahrung verweisen kann.

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V. K. Thomalla


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