22.09.2015
Erschienen in: 08/ 2015 FLUG REVUE

Gefragte SpezialistenSoftwareentwickler in der Aerospace-Industrie

Die Luft- und Raumfahrt steht beim Kampf um Softwarespezialisten im harten Wettbewerb mit anderen Industrien. Dabei hat die Digitalisierung gerade erst begonnen.

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Virtuelle Realität ist eine große Herausforderung. Foto und Copyright: Airbus  

 

Acht Millionen Programmzeilen umfasst allein die Flugsteuersoftware der Lockheed Martin F-35 Lightning II. Diese Zahl zeigt die Dimension der Digitalisierung in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Ingenieure und Softwarespezialisten sind global gefragte (und gesuchte) Mitarbeiter, denn ohne ihr Können und Wissen ist in einer derart stark digitalisierten Branche kein Fortschritt mehr möglich. Der ist aber notwendig, um die Anforderungen der Kunden in Bezug auf Sicherheit, Automatisierung und Umweltstandards zu erfüllen. 

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Das Whiteboard ist ein wichtiges Werkzeug bei der Arbeit. Foto und Copyright: Airbus  

 

Softwareentwickler setzen diese Anforderungen in konkrete Produkte um. Sie entwerfen und schreiben in interdisziplinären Teams die Software für die Flugsteuerung von neuen Luftfahrtgeräten, sie programmieren FADEC-Triebwerkssteuerungen für den sicheren und umweltschonenden Betrieb von Antrieben, sie entwickeln Apps für Tablets, mit deren Hilfe die Flugzeugproduktion effizienter abläuft, oder sie schreiben Programme, mit denen die Datenflut von Maintenance-Programmen sinnvoll nutzbar gemacht wird. Die Bandbreite der Tätigkeiten ist riesengroß und wird jährlich größer. Und sie beschränkt sich nicht auf Software für Luftfahrzeuge, sondern umfasst auch Programme für Werkzeuge, Testequipment, Sensorik, Simulation und Kommunikation.

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Apps zu programmieren gehört zu den Aufgaben der Entwickler. Foto und Copyright: Dassault Aviation  

 

Softwareentwickler in der Aerospace-Industrie bewegen sich aber in einem verhältnismäßig engen Korsett, das die Zulassungsbehörden vorgeben. Während ein „Bug“ in einer Spielesoftware höchstens ärgerlich für den Endkunden ist, darf in einem Programm für ein Aerospace-Produkt kein Fehler auftreten, denn er könnte fatale Folgen haben. Deshalb bevorzugt die Industrie keine introvertierten Computer-Nerds, sondern Teamplayer mit einem grundlegenden Verständnis für Luft- und Raumfahrt. Sie müssen auch in der Lage sein, in internationalen Teams mitzuarbeiten, denn viele Aerospace-Projekte entstehen heute ausschließlich in internationaler Zusammenarbeit.

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Volker K. Thomalla


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