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1969: Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Intercity-Projekt

1969: Messerschmitt-Bölkow-Blohm-Intercity-Projekt

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Der Kurz- und Senkrechtstart-Transporter BO 140: Die deutsche Luftfahrtindustrie blickte in den späten 60er-Jahren noch immer hoffnungsvoll in die Zukunft. Zu den Dutzenden nicht ausgeführten Projekten gehörte auch die BO 140.

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So versuchte MBB ihr Projekt zu verkaufen:
Im Rahmen einer Ausschreibung des Bundesministeriums für Verteidigung für ein VTOL Militär/Zivil-Transportflugzeug hat der Unternehmensbereich Drehflügler der Messerschmitt-Bölkow-Blohm GmbH die Projektstudie BO 140 Kurz- und Senkrechtstart-Transportflugzeug angefertigt. Ein Sachverständigen-Ausschuß unter Vorsitz von Professor Dr. Ing. K. Thalau wird diesen Vorschlag zusammen mit anderen begutachten.

Mit dem entwicklungsreifen Vorschlag des Kurz- und Senkrechtstart-Transportflugzeugs BO 140 weist Messerschmitt-Bölkow-Blohm einen Weg in die Zukunft. Der BO 140 wurde im Unternehmensbereich Drehflügler für zivile und militärische Zwecke projektiert.

Die Militärversion BO 140 M soll Personal und Material der Bundeswehr im Rahmen taktischer Aufgaben transportieren und vor allem der Versorgung künftiger extrem kurzstartender (STOL) Flugzeugwaffensysteme dienen. Sie faßt 80 bis 100 Soldaten oder 11 t (VTOL, Senkrechtstart) bzw. 21 t (STOL, extremer Kurzstart) Nutzlast.

Projektdaten BO 140 M
Abmessungen:
Spannweite 35,4 m
Länge über alles
27 m
Höhe über alles
10 m
Flügelfläche
129,2 m2
Flügelstreckung
9,41
Gewichte:
Abfluggewicht (VTO) 51 t
Leergewicht 33,3 t
max. Nutzlast (VTO) 11 t
Antrieb:
Triebwerke 4 x GE 11S 1 A-1 T
installierte Leistung 4 x 11.400 PS
Flugleistungen:
max. Reisefluggeschwindigkeit
788 km/h
Reiseflughöhe  30.000 ft
Reichweite mit max. Nutzlast VTOL 800 km


Die zivile Version BO 140 Z, die 80 bis 100 Passagieren Platz bietet, soll:
- in etwa zehn Jahren einen Teil des Kurzstreckenverkehrs, insbesondere den Geschäftsflugreiseverkehr (600 bis 800 km) übernehmen
- vorteilhaft als Zu- und Abbringer für größere Verkehrsflughäfen mit Langstreckenverkehr eingesetzt werden
- Städten, die ein hohes Verkehrsaufkommen haben, aber keine Flughäfen besitzen, den Anschluß an den Luftverkehr ermöglichen.

Projektdaten BO 140 Z
Abmessungen:
Spannweite 
35,4 m
Länge über alles 27,0 m
Höhe über alles 10,2 m
Flügelfläche 129,2 m2
Flügelstreckung 9,41
Gewichte:
Abfluggewicht 48,7 t
Leergewicht 33,88 t
max. Nutzlast 8,75 t
Antrieb:
Triebwerke
4 x GE 1/S 1 A-1 T
installierte Leistung 4 x 11.400 PS
Flugleistungen:
max. Reisefluggeschwindigkeit 788 km/h
Reichweite mit max. Nutzlast VTOL 800 km


Grundlage der Projektstudie BO 140 waren die Rahmenforderungen des Bundesministeriums für Verteidigung für ein VTOL-Militär/Zivil-Transportflugzeug. Sie enthalten die Vorstellungen des Führungsstabes der Luftwaffe und die der Lufthansa über ein V/STOL-Flugzeug, das in den Jahren 1977/78 zur Einführung reif sein müßte. Die MBB-Studie wurde an das Bundesministerium für Verteidigung eingereicht. Zur Zeit wird sie von einem Sachverständigen-Ausschuß unter Vorsitz von Professor Dr. -Ing. K. Thalau zusammen mit drei weiteren von der deutschen Luftfahrtindustrie eingereichten Vorschlägen (darunter ist auch die Projektstudie HFB 600 der MBB-Tochter Hamburger Flugzeugbau GmbH) begutachtet.

Aufgrund der geforderten hohen Vorwärtsgeschwindigkeit und vor allem wegen des sehr frühen Einführungszeitpunktes wurde der BO 140 als Kippflügelflugzeug mit Einflügelanordnung ausgelegt. Mit derartigen Fluggeräten wurden bereits erfolgreiche Flugerprobungen durchgeführt. Sie sind im Augenblick die wirtschaftlich optimale Lösung für die geforderten Einsatzspektren bei geringstem Entwicklungsrisiko. Besonders hervorzuheben sind die hohe Überlastkapazität bei STOL-Betrieb, die hervorragenden Langsamflugeigenschaften und der breite Operationsbereich.

Die Erfahrungen aus jahrelangen Erprobungen sind in das MBB-Vorhaben BO 140 in vollem Umfang eingegangen. So wird ein Propellersystem verwendet, das auf dem gelenklosen Rotor- und Propellersystem Bölkow (Blätter aus glasfaserverstärktem Kunststoff) mit monozyklischer Steuerung aufbaut. Für die Verwirklichung der entwicklungsreifen Projektstudie stehen bei MBB große Entwicklungs- und Erprobungskapazitäten zur Verfügung. Angesichts des Personal- und Mittelbedarfs (1-2 Milliarden DM) zieht MBB eine internationale Kooperation in Erwägung.

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