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Göring verteilt Ohrfeigen an die Industrie

Typenbereinigung des RLM-Fertigungsprogramms

8 Bilder

Etwa drei Monate nach der Errichtung des Jägerstabes und der damit verbundenen „Machtverschiebung“ im Reichsluftfahrtministerium hatte Hermann Göring höchstpersönlich die Direktoren beziehungsweise Wehrwirtschaftsführer der deutschen Luftfahrtindustrie zu sich auf den Obersalzberg geladen.

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Waren die Wirtschaftsbosse bisher dem Willen Erhard Milchs ausgeliefert, sahen sie sich nun dem polternden Reichsmarschall gegenüber.

Die nun im Wortlaut zitierte Stenoabschrift stammt aus der Feder von Dr. Karl Schwärzler, der zusammen mit seinem Chef Ernst Heinkel die Ausführungen Görings verfolgte und kommentierte.
Marton Szigeti

Bericht über die Besprechung beim Reichsmarschall am 25.5.1944 auf dem Obersalzberg

Abreise mit Herrn Prof. Dr. Heinkel am 25.5.1944,         2.00 Uhr morgens
Eintreffen in Berchtesgaden                                     8.30 Uhr
Treffen im Sonderzug auf dem Bahnhof Berchtesgaden 10.15 Uhr
Abfahrt auf den Obersalzberg                                  10.30 Uhr
Beginn der Besprechung:                                   ca. 11.00 Uhr
Ende der Besprechung:                                     ca. 18.00 Uhr
Besprechungs-Ort: SS-Kasernen auf dem Obersalzberg

Teilnehmer:
Der Reichsmarschall, Gen. Feldmarschall Milch, General Galland, General Vorwald, General Korten, Oberst Petersen, Oberst Marienfeld, Oberst Eschenhauer, Oberstleutnant Knemeyer

Sauer, Frydag, Werner, Heine, Prof. Heinkel, Schwärzler, Prof. Messerschmitt, Prof. Hertel
Tiedemann, Prof. Tank, Kaeter, Dr. Vogt, Reidenbach.

Nach dem Erscheinen des Reichsmarschalls mit kurzer Begrüßung leitete er selbst die Besprechung. Es war der dritte Verhandlungstag. An den beiden vorherigen Tagen war die Industrie nicht dabei.

Der Sinn der Besprechung war, eine Typen-Bereinigung durchzuführen unter Streichung einer größeren Anzahl von Baumustern und Konzentrierung der Fertigung auf die verbleibenden, die in umso größerer Stückzahl in das Programm eingesetzt werden. Das neue Lieferprogramm, welches an den beiden Vortagen bereits festgelegt worden ist, bezeichnete der Reichsmarschall als ein „globales und definitives Programm“. Der Jägerstab, welcher in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit außerordentliche Leistungen im Jäger-Programm erzielt hat, wird für das gesamte Lieferprogramm verantwortlich gemacht, denn es besteht sonst die Gefahr, daß durch den Jägerstab die Bomber benachteiligt werden, was nach Ansicht des Reichsmarschalls nicht geschehen darf.

Die Erprobung der einzelnen Baumuster soll künftig nur über die GL-Erprobung erfolgen, die als rein militärische Erprobungsstelle aufgezogen werden soll. Um diese Erprobungsstelle immer auf die neuesten Front-Erfordernisse auszurichten, soll sie ständig durch neues Blut von der Front ergänzt werden. In Zukunft wird über die Durchführung einer Änderung nur die GL-Erprobungsstelle die Entscheidung treffen, und direkte Forderungen der Front an die Industrie sind nicht mehr gestattet. Der Reichsmarschall sagte aber wörtlich: „Selbstverständlich soll dadurch der direkte Gedankenaustausch zwischen Front und den Konstrukteuren nicht unterbunden werden.“

Der Reichsmarschall sprach sich dafür aus, die Entwicklung von der Fertigung ganz zu trennen. Andererseits fordert er, daß die Fertig-Entwicklung eines Baumusters bis zur endgültigen Frontreife von dem Kobü [Konstruktionsbüro – Anmerk. d. Red. ] durchgeführt werden muß, und er sagte wörtlich, daß die Konstrukteure erst dann mit ihren Gedanken wieder auf neue Reisen gehen dürfen, wenn alles klipp und klar und sauber fertig entwickelt worden sei. Die Lizenz-Firmen müssen mit demselben Eifer an die Fertigung eines fremden Musters herangehen wie das Stammwerk.

Wenn heute von einer Firma etwas verlangt würde, dann wäre der erste Schrei immer nach Arbeitern. Dieses Ansinnen sei ungehörig, weil der Einsatz der Arbeitskräfte noch bei weitem nicht so ist, wie er sein sollte. Es gäbe Firmen, die russische Kriegsgefangene zum Hofkehren einsetzten. Der Reichsmarschall will in Zukunft den Einsatz der Arbeitskräfte schärfstens kontrollieren lassen und sagte wörtlich: „Ich werde Stichproben machen, die sie gar nicht merken werden. Jede Vergeudung einer Arbeitskraft ist ein Verbrechen!" Die Berechnungen eines Kobü's sollen künftig von einem anderen Kobü nachgeprüft werden, und der Reichsmarschall verlangt vollkommene Sachlichkeit.

Der Reichsmarschall mißt der Weiterentwicklung große Bedeutung bei und wird sie niemals einschränken. Er sagte, daß wir die Stückzahl unserer Gegner nicht erreichen können und daß wir dafür immer überlegen in den Leistungen der Maschinen sein müssen. Amerika ist geschickt und erfahren und wir müssen das erst lernen. Drüben würde der Konkurrenzkampf durch den Anreiz des Geldes geführt, welchen wir uns nicht leisten können, da wir die Arbeitskräfte nicht für Parallel-Entwicklungen einsetzen können. Was bei uns durch Konkurrenzkampf nicht möglich ist, muß durch Zweckmaßnahmen erreicht werden. Repräsentation ist deshalb bei uns auch eine ganz unwichtige Sache, und die Zeit der Frühstücks-Direktoren ist vorüber. Das sogenannte Repräsentations-Konto fällt in Zukunft weg.

Höhlenausbau für die Fertigung

Im Auftrag von Ernst Heinkel (Bildmitte) hielt sein Direktor Schwärzler die wichtigsten Punkte der Besprechung fest. Willy Messerschmitt (links) und Kurt Tank (rechts) bekamen von Göring Ohrfeigen verpasst. Foto: KL-Dokumentation

Der Reichsmarschall fordert schnellstmögliche unterirdische, bombensichere Unterbringung der Flugzeug-Fertigung und fordert die einzelnen Firmen auf, auch von sich aus solche Unterbringungsorte - Höhlen und dergleichen ausfindig zu machen, die geeignet sind. Er machte die spaßhafte Bemerkung, wenn es einige Unbequemlichkeiten mit sich brächte, so sollten wir uns an die Vorfahren der Steinzeit erinnern, die ja auch in den gleichen Höhlen gewohnt hätten, und wir würden dann schnell darin heimisch werden.

Er sagte dann noch wörtlich: „Was für Vorwürfe ich mir mache, daß ich das Geld für den Aufbau im Frieden nicht hierfür angewendet habe, können Sie sich gar nicht vorstellen. Ich könnte mich rechts und links ohrfeigen!" Schönheit der Arbeit fällt weg, dafür ist heute keine Zeit! Ebenfalls kommt es nicht darauf an, daß die neuen Räume gemütlich sind, sondern sie sind so primitiv wie irgend möglich auszuführen. Er sagte dann noch wörtlich: „Das letzte, was mir unter die Erde kriecht, ist der ganze kaufmännische und Verwaltungsapparat. Ich werde ihn mit dem Stiefel hinausschmeißen, falls er früher als die Fertigung sich in Sicherheit gebracht hat."

Nach diesen allgemeinen Worten begann die Durchsprache der einzelnen Baumuster, die im Programm stehen, und zwar zuerst die Flugzeuge der Strahl-Theorie, die der Reichsmarschall an die Spitze stellte: Me 262, Ar 234, Ju 287. Der Reichsmarschall legt den Strahl-Flugzeugen allergrößte Bedeutung bei und ist der Ansicht, daß derjenige von den Gegnern, welcher zuerst die Strahl-Flugzeuge besitzt, die Luftherrschaft an sich reißt. Ein Vorsprung von einem halben Jahr würde genügen.

Göring knöpft sich Messerschmitt vor

Das „Wunderflugzeug“ Me 262 wurde schnell zum Spielball zwischen dem Ministerium, der Erprobungsstelle und den persönlichen Vorstellungen Hitlers. Foto und Copyright: Messerschmitt

Me 262
Der Reichsmarschall: Ursprünglich als Jäger entwickelt, vom Führer jetzt als Jabo verlangt, mit wenigstens einer 250-kg-Bombe, nur wenn möglich mit einer 500-kg-Bombe.

Vorgestern wurde noch gesagt, Jabo sei nicht möglich, auf jeden Fall die ersten 100 Flugzeuge nicht. Der Führer schlug vor, die Waffen auszubauen. Schwierigkeiten mit dem Schwerpunkt sind vorhanden. Das Fahrwerk ist zweimal weggebrochen, und der Reichsmarschall sagte in diesem Zusammenhang wörtlich: Sind Sie mir nicht böse, Herr Messerschmitt, das überrascht mich teils sehr, teils aber auch gar nicht, wenn ich an das Fahrgestell der Me 109 denke. Die Beine haben bei Ihnen immer ein bißchen an Muskelschwund gelitten." Messerschmitt erklärte das Wegbrechen der Beine nach hinten durch Platzen der Reifen infolge Flaksplitter; das Fahrwerk nach den Lastannahmen sei in Ordnung. Der Beschlag im Flügel wird auf das Doppelte verstärkt (Fahrwerk bis 7,2 t Fluggewicht ausgelegt). Zwei Unfälle in der Luft sind eingetreten. In einen Fall hat der Flugzeugführer noch durchgegeben, daß er sich nicht wohl fühle. Die Maschine hatte Druckkabine mit  Abzapfung vom TL-Gebläse. Messerschmitt vermutet, daß Verbrennungsgase in die Kabine gelangt sind und der Flugzeugführer dadurch betäubt wurde. Bei einem anderen Unfall lief die elektrische Höhenflossenverstellung in die Endstellung, so daß das Flugzeug nicht mehr gehalten werden konnte.

Angabe von Messerschmitt:
V = 800 km, in H = 12,6 km, Rollstrecke: 700 - 800 m

Für das Abbremsen bei der Landung und zur Schonung der Reifen wurde von anderer Seite der Einbau eines Landebremsschirmes vorgeschlagen. Oberst Petersen verlangt 30 Flugzeuge für die Erprobung. Da die Lieferung der Fahrwerke nur durch großen Vorlauf gedeckt ist, verlangte der Reichsmarschall dezentralisierte Lagerung der Fahrwerke und gab Messerschmitt den Auftrag, dies zu prüfen. Der Reichsmarschall meinte: „Es ist nichts so dumm, als daß es die Menschen nicht fertigbrächten.“


Ar 234
Diskussion wegen Nicht-Anwesenheit von Blume zurückgestellt (Blume wurde durch irgendein Versehen nicht verständigt).

Junkers Ju 287 und Ju 388 überzeugen

In der Ministeriumsplanung sollten bis zum 1. August 1945 die ersten 100 Flugzeuge der 0-Serie des Strahlbombers Junkers Ju 287 an die Truppe ausgeliefert worden sein. Foto und Copyright: Junkers

Ju 287
Professor Hertel machte folgende Angaben über dieses Flugzeug:
Pfeilförmiger Flügel wegen Unterbringung der Bomben. Ergibt 50 km höhere Geschwindigkeit. Umgestellt auf 6 TL-Triebwerke BMW.

Bombenlast: 3000 kg, Reichweite 2100 km mit Starthilfe
Bombenlast: 2000 kg, Reichweite 2000 km ohne Starthilfe
Bombenraum: bis 4000 kg vorgesehen. Unterbringung von 12 x 250-kg-Bomben im Rumpf
Geschwindigkeit: 870 km/h in H = 6 km, 800 km/h in H max = 12 km. Rollbahn 1500 m erforderlich. Bänderschirm für die Landung vorgesehen.

Jumo TL-Gerät durch die Hohlschaufel stückzahlmäßig begrenzt, daher BMW TL-Geräte gewählt. Ferngesteuerter Heckstand ist vorgesehen.

Auf die Frage des Reichsmarschalls, was zur Förderung der Fertigung geschehen könnte, verlangte Prof. Hertel vor allem die Forcierung der modernen Gesenkteile bei der I.G.

Liefertermine:
Prof. Hertel:
V 1 im Juni,
V 2 im August,
V 3 im Oktober
mit allen serienmäßigen Sachen (nur V3)
Tiedemann: 100 Maschinen 0-Serie bis 1. August 1945. Erste Maschine der Groß-Serie Mitte 1945, steigend bis auf 100 pro Monat.

Der Reichsmarschall: Serienbau beschlossen, Startschuß gegeben! Maschine muß ins Programm!
Sauer: Zusätzliches Material kann nicht gestellt werden.
Man kam überein, die Maschine in das Programm aufzunehmen ohne zusätzliche Material-Deckung und gegebenenfalls andere Maschinen zu streichen, sobald die Maschine mit Sicherheit kommt.


Ju 388
Bomber, Erkunder, Zerstörer.
Prof. Hertel: Für diese Maschine ist der Motor BMW 801 TJ vorgesehen. Die Leistung hat sich gegenüber früher verringert, weil BMW die Motorleistung zurückgesetzt hat.

(An dieser Stelle ist das Originaldokument für etwa 15 Zeilen nicht mehr zu entziffern)

Auf die Frage des Reichsmarschalls über den Stand der Maschinen antwortete Petersen:
„Klarstand der Maschinen schlecht mit dem TJ-Triebwerk. Dinge an der Auspuffanlage sind nicht in Ordnung, 150 Satz Auspuffanlagen mußten schon weggeschmissen werden.“
Und Knemeyer: „TJ noch unsicher. Leistung noch nicht gemessen.“
Die Maschine bleibt trotzdem im Programm und löst alle Baumuster gleicher Gattung ab.

Dorniers 335 bleibt im Fertigungsprogramm

Do 335
Schnellbomber, Zerstörer.
Reidenbach führte aus. Für den Zerstörer-Einsatz werden zwei weitere Kanonen im Flügel eingebaut. Die Bewaffnung besteht dann aus:
1  3-cm-Kanone im Rumpf,
2  MG 151,
2  3-cm-Kanonen.

Für den Schnellbomber kann die A-1 500 kg Bomben mitnehmen, die A-2 2 x 500 kg Bomben.
V 1 in Erprobung 75 Stunden,
V 2 durch Unfall zerstört,
V 3 in Erprobung 45 Stunden,
V 6 durch Bomben-Volltreffer verlorengegangen,
V 7 und 8 im Mai geliefert,
V 9 u.10 werden im Juni geliefert,
V 4 Liefertermin Juli.

Weiterhin 2 Flugzeuge pro Monat. Erflogen sind: mit DB 603 A 748 km/h in H = 6700 m.
Die Geschwindigkeit mit E-Motor wird betragen: 760 bis 765 km/h.
Zerstörer: 10 km/h Verlust durch Flügelwaffen. Eigenschaften in Ordnung, allerdings sehr schwach längsstabil. Hochachse gut. 1200 m Startbahn erforderlich.
Termine: 50 Maschinen 0-Serie, davon erste im August 1944. Anschließend Groß-Serie mit Endzahl 300 Flugzeuge pro Monat (1946).

Tank erhält die fettesten Ohrfeigen

Ursprünglich für verschiedenste Einsatzzwecke konzipiert, wurde aus dem zweimotorigen aus Holz gefertigten Flugzeug Tank 154 (Focke-Wulf) ein Nachtjäger. Anhaltende Schwierigkeiten führten Mitte 1944 zum Entwicklungsstopp. Foto und Copyright: Focke-Wulf

TA 154
Der Reichsmarschall, zu Prof. Tank:
„Die Maschine sollte heute ja schon im Programm laufen, aber ich stelle fest: sie ist nicht da. Geleimt kann sie auch nicht werden und die Leistungen liegen weit zurück."

Prof. Tank konnte eigentlich keine ausreichende Rechtfertigung geben. Bezüglich der Leimung wären die Schwierigkeiten durch den neuen Leim „Polystal" behoben.

Auf die Frage des Reichsmarschalls antwortete Petersen: er könne noch kein Urteil über die Maschine abgeben, da die V-Maschinen noch alle bei der Firma seien und nur im ganz kleinen Rahmen bei der Firma erprobt würden. Galland: Einmotoren-Flug ist nicht erfüllt, da die Flug-Eigenschaften nicht in Ordnung sind. Eigene Bem.: Wie wird das dann erst mit dem Jumo 211 werden? Die Bauchlandung mit der Maschine ist eine Katastrophe. Für den Bau der Aluminium-Kanzel fordert Tank 250 kg mehr Einsatzgewicht für Aluminium.


TA 152
Der Reichsmarschall zu Tank: „Diese Maschine soll mächtig anlaufen, aber noch nicht eine Maschine bei der Erprobung. Der Vogel soll überhaupt nicht fliegen!"

Es begann eine längere Diskussion über die Geschwindigkeit der Maschine, die bis in große Höhen kleiner ist als bei der TA 190, welche sie ablösen soll. Der Reichsmarschall sagte: „Meine Flieger werden sagen: Der Alte hat uns da einen schönen Schinken angedreht. Herr Tank, Sie müssen mir nur rechtzeitig sagen, wann sie kommt, damit ich mich dann nicht mehr draußen sehen lasse. Und von Ihnen habe ich die Zukunft der Jägerei erwartet; jetzt stehe ich schön da!"
Folgende Geschwindigkeiten wurden dann vergleichsweise genannt:

TA 190                                 TA 152
in H = 5 km  620 km/h                 -
in H = 7,5 km 650 km/h           630 km/h
in H = 10,1 km 680 km/h         690 km/h

Der Reichsmarschall ließ sich dann überzeugen, daß die Bewaffnung der TA 152 wesentlich stärker ist als bei der TA 190 und daß deshalb die Leistungen geringer geworden sind. Er und auch Galland legten auf die stärkere Bewaffnung schließlich doch sehr großen Wert, sodaß auf die TA 152 nicht verzichtet wird.

Heinkel kommt mit einem blauen Auge davon

Als Bomber mit vier separaten Triebwerken konnte Heinkel mit der He 177 B-5 für sich punkten. Nach den dauernden Problemen mit den Doppeltriebwerken der He 177 und der Streichung der He 219 Produktion ein kleiner Trost. Foto und Copyright: Heinkel

He 177
Aufgefordert durch den Reichsmarschall legten wir die Bilder und die Typenblätter der He 177 B 5 auf dem Tisch des Reichsmarschalls vor.

Nur die 4-motorige Ausführung hatte Interesse und stand zur Diskussion.
Der Reichsmarschall interessierte sich vor allem für die Bewaffnung der Maschine, die mit dem Vierlings-Heckstand und -Bugstand von bisher 7 MG 131 auf 12 MG 131 verstärkt worden ist. Die Erklärungen wurden nicht allein von Prof. Heinkel und mir abgegeben, sondern auch von den Herren, die um den Tisch herumstanden, vor allem Oberst Petersen.

Der Reichsmarschall war befriedigt von der starken Bewaffnung und hielt sie für völlig ausreichend. Das Programm sieht die Erhöhung um 100 Flugzeuge monatlich, d.h. Verdoppelung der Stückzahlen, vor. Ausdrücklich betonte der Reichsmarschall, daß sich diese Erhöhung des Programmes nur auf die viermotorige Ausführung bezieht.

Oberst Marienfeld, der rechts neben mir saß und sich sehr interessiert viele Angaben über die Maschine machen ließ, sagte mir, die He 177 sei überhaupt die wichtigste Maschine. Der Reichsmarschall ginge abends mit ihr schlafen und stände früh mit ihr wieder auf.


He 111
wurde im großen Kreis nicht besprochen. Es wurde uns aber mitgeteilt, daß sie mit 80 Maschinen pro Monat weiter läuft.


He 219 und He 343
wurden nicht besprochen, da im Programm nicht vorgesehen.

Schließlich wurden die Maschinen verlesen, die im Programm bleiben und die gestrichen werden.

Im Programm sind aufgenommen:
Me 262, Ar 234, Ju 287, Ju 388, Do 335, TA 154, TA 152/190, He 177, He 111

Gestrichen wurden u.a. (Aufstellung nicht vollständig):
Ju 390, Ju 288, Ju 52, Ju 352, Ju 188, Me 108, Me 110, He 219

Wien, 27.5.1944
Schw/Bg.

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